Wer sich über einen deutschen Händler ein Auto aus dem europäischen Ausland kauft, kann diesen nicht für eine falsche Lieferung in Regress nehmen. Der Kunde müsse sich in einem solchen Fall selbst an den Vertragspartner wenden. Das urteilte das Oberlandesgericht Hamm (Az. 8 U 83/01). Im vorliegenden Fall hatte ein Mann aus Minden bei einem Autohaus einen Pkw aus den Niederlanden bestellt. Wie vom Käufer gewünscht, hat das Autohaus ein Fahrzeug mit schwarzen Sitzen bestellt. Bei der Lieferung bekam der Käufer jedoch grüne Polster und ein Auto mit einem kleinen Lackschaden. Er wollte daraufhin das Fahrzeug wieder zurückgeben und verlangte vom Autohaus eines mit schwarzen Polstern. Der Händler weigerte sich jedoch. Das Gericht gab ihm nun Recht: Der Käufer müsse prüfen, ob das Fahrzeug dem gewünschten Kaufobjekt entspreche. Begründung: Zwischen Kläger und Autohaus sei lediglich ein Vermittlungsvertrag zustande gekommen. Gegenüber dem Vermittler hat der Käufer keinen Anspruch auf Gewährleistung. Er müsse sich an den niederländischen Händler wenden.

Tipp: Achten Sie beim Kauf eines Importautos darauf, dass das Autohaus der Verkäufer ist. Das ist nicht der Fall, wenn Sie eine Vollmacht zur Vermittlung eines Fahrzeugs ausstellen müssen.

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