Wind­pocken (Vari­zellen)

Wind­pocken (Vari­zellen)

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­erreger und Über­tragung

Varicella-Zoster-Virus. Über­tragung durch Tröpf­chen, etwa beim Husten oder Niesen. Die Erreger schweben lange in der Luft („Wind­pocken“). Die Anste­ckungs­rate liegt bei 90 Prozent, also sehr hoch.

Vorkommen

Welt­weit. In Deutsch­land vor der allgemeinen Impf­empfehlung 2004 jähr­lich etwa 750 000 Fälle, seither deutlich weniger.

Besonders gefähr­dete Menschen

Sehr häufige, aber meist harmlose Krankheit bei Kindern. Gefähr­lich werden kann sie vor allem bei immun­geschwächten Patienten.

Krank­heits­bild

Juckender Haut­ausschlag mit Bläschen, Fieber, Kopf- und Glieder­schmerzen.

Komplikationen der Krankheit

Zusätzlich durch Bakterien ausgelöste Entzündungen an aufgekratzten Bläschen.

Lungen-, Hirnhaut- oder Gehirn­entzündung.

Wind­pocken in der Schwangerschaft können beim Ungeborenen schwere Fehl­bildungen verursachen und sogar zum Tode führen.

Die Erreger können unbe­merkt in Nerven über­dauern. Wenn sie wieder aktiv werden, entsteht eine schmerzhafte Gürtelrose (Herpes zoster). Besonders gefährdet sind ältere und immun­geschwächte Menschen.

Behand­lung

Arzneien gegen die Virus­vermehrung sind bei schweren Krank­heits­verläufen und besonders gefähr­deten Patienten zu empfehlen. Immer wichtig: sorgfältige Haut­pflege, damit sich Bläschen nicht entzünden.

Immun nach Erkrankung

Bei den meisten Erkrankten lebens­lang.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoff

Abge­schwächte Lebendviren.

Persönlicher Nutzen

Schutz vor der Erkrankung – nach der zweiten Impfung offen­bar noch höher als nach der ersten.

Neben­wirkungen

In den ersten Tagen womöglich vorüber­gehende Impf­reaktionen wie Fieber, Schmerzen, Schwellung und Rötung an der Einstich­stelle, Haut­ausschläge.

Komplikationen der Impfung

Möglicher Einfluss auf Zahl der Gürtelrosenfälle im Erwachsenen­alter noch nicht abschließend geklärt.

Impf­plan

Zwei Impfungen: normaler­weise die erste mit 11 bis 14 Monaten, die zweite mit 15 bis 23 Monaten.

Unser Rat

Die Impfung schützt vor Wind­pocken. Dennoch waren unsere Experten bisher zurück­haltend, was eine generelle Empfehlung angeht – wegen einiger offener Fragen, wie zum Beispiel: Steigt durch die Impfung die Gefahr einer Infektion im späteren Lebens­alter, die dann schwerer verläuft? Wie wirkt sich die Impfung auf Häufig­keit und Schwere von Gürtelrose im Erwachsenen­alter aus? Derzeit prüfen die Experten auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkennt­nisse, ob diese Haltung weiterhin gerecht­fertigt ist. Die Bewertung ist noch nicht abge­schlossen.

Wichtig: Falls Kinder gegen Wind­pocken geimpft werden, sollte die erste Impfung mit einem Einzel­impf­stoff gegen Wind­pocken erfolgen. Im Vergleich dazu besteht bei der Vierfach­impfung (gegen Masern, Mumps, Röteln, Wind­pocken) ein erhöhtes Risiko für Fieberkrämpfe.