Keuchhusten (Pertussis)

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­erreger und Über­tragung

Pertussis-Bakterium. Tröpf­chen­infektion, etwa durch Husten, Niesen, Sprechen. Die Erreger sind hoch­anste­ckend – bis zu 90 Prozent aller, die damit in Kontakt kommen, erkranken.

Vorkommen

Welt­weit. In Deutsch­land gehen seit Einführung der Impf­empfehlung 1991 die Erkrankungs­zahlen zurück. Es sind aber zunehmend auch Erwachsene betroffen.

Besonders gefähr­dete
Menschen

Alle, vor allem Neugeborene und Säuglinge. Denn sie haben keinen oder nur geringen Nest­schutz durch mütterliche Antikörper und ein besonders hohes Risiko für Komplikationen.

Krank­heits­bild

Zunächst grippe­ähnliche Symptome, dann über vier bis sechs Wochen quälende Husten­anfälle, die bis zum Erbrechen führen können. Die Beschwerden klingen nur lang­sam ab – über weitere sechs bis zehn Wochen.

Bei Jugend­lichen und Erwachsenen verläuft Keuchhusten oft mild und unerkannt – mit einer hohen Anste­ckungs­gefahr für Kinder.

Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen sind husten­arme oder -freie Krank­heits­verläufe möglich. Statt­dessen kann es zu lebens­bedrohlichen Atem­still­ständen kommen.

Komplikationen der Krankheit

Treten vor allem im Säuglings­alter auf: Lungen­entzündungen (75 Prozent), beatmungs­pflichtige Atem­still­stände (25 Prozent), Krampf­anfälle (14 Prozent), Gehirn­entzündungen (5 Prozent). Die Zahlen beziehen sich auf stationär behandelte Kinder im ersten Lebens­halb­jahr.

Jähr­lich sterben in Deutsch­land ein bis zwei Menschen an Keuchhusten, meist Säuglinge.

Behand­lung

Antibiotika gegen die Erreger. Bei Behand­lung in der Inkubations­zeit (7 bis 10 Tage) kann ein Auftreten der Krankheit vermieden werden.

Immun nach Erkrankung

Nicht lebens­lang – etwa fünf bis zehn Jahre.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoff

Totimpf­stoff aus einigen Eiweißen des Bakteriums.

Persönlicher Nutzen

Schutz vor der Erkrankung, die besonders für Neugeborene und Säuglinge bedrohlich ist.

Impf­quote bei Schul­anfängern 2009

94 Prozent.

Neben­wirkungen der Sechs­fach-Impfung

(Tetanus, Diph­therie, Keuchhusten, Hib, Polio, Hepatitis B)

In den ersten Tagen womöglich Impf­reaktionen wie Schwellung und Rötung an der Einstich­stelle, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden. Auch Infektionen der oberen Atemwege sind möglich. Je nach Kombinations­impf­stoff können etwas andere Neben­wirkungen auftreten.

Komplikationen der Sechs­fach-Impfung

Sehr selten. Bei weniger als einem von 10 000 Geimpften kommt es zu einem meist folgenlosen Fieberkrampf. Ebenfalls sehr selten ist ein kurz­zeitiger, sich schnell zurück­bildender, folgenloser, schockähnlicher Zustand („hypoton-hyporesponsive Episode“).

Impf­plan

Vier Impfungen im ersten Lebens­jahr. Auffrischung vor Schul­eintritt und als Jugend­licher.

Alternative Impf­strategie

Keine.

Immun nach Impfung

Dauer etwa fünf bis zehn Jahre.

Wissenschaftliche Belege

Impf­erfolg und Sicherheit durch Studien und jahre­lange Anwendung belegt.

Unser Rat

Die Impfung ist für alle gesunden Kinder sinn­voll. Sie ist bewährt und vermindert die Krank­heits­häufig­keit drastisch.