Gegen Masern, Mumps und Röteln: Meist mit einer Kombinations­impfung

Masern

Mumps

Röteln

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­erreger und Über­tragung

Masern-Virus. Über­tragung durch Tröpf­chen, etwa beim Husten, Niesen, Sprechen. Die Erreger sind hoch­anste­ckend – 95 Prozent aller, die damit in Kontakt kommen, erkranken.

Mumps-Virus. Über­tragung durch Tröpf­chen. Die Anste­ckungs­rate liegt bei 60 Prozent. Patienten sind etwa eine Woche vor bis neun Tage nach Krank­heits­ausbruch anste­ckend.

Röteln-Virus. Über­tragung durch Tröpf­chen. Die Anste­ckungs­rate liegt unter 50 Prozent. Aber Patienten sind eine Woche vor und bis eine Woche nach Auftreten des Ausschlags anste­ckend.

Vorkommen

Welt­weit. 2011 in Deutsch­land 1 609 Fälle, davon 526 in Baden-Württem­berg, 435 in Bayern.

Welt­weit. Besonders häufig in Ostasien. In Deutsch­land immer wieder Erkrankungs­wellen.

Welt­weit. Vermehrt in Afrika und weiten Teilen Asiens ohne Impf­programme gegen Röteln.

Besonders gefähr­dete Menschen

Alle Kinder, auch Erwachsene, da sie oft schwerer erkranken. Säuglinge haben meist die ersten Wochen Schutz durch mütterliche Antikörper.

Alle Kinder und auch Erwachsene, da sie oft schwerer erkranken. Säuglinge haben meist die ersten Wochen Nest­schutz wie gegen Masern.

Alle Kinder und schwangeren Frauen, da Röteln Ungeborene schwer schädigen können. Säuglinge haben meist die ersten Wochen Nest­schutz.

Krank­heits­bild

Fieber, Schnupfen, Entzündungen im Hals-Rachen-Raum, roter Ausschlag am ganzen Körper. Masern schwächen das Immun­system etwa sechs Wochen lang. Deshalb können weitere Erreger zusätzliche Krankheiten verursachen.

Fieber, Schnupfen, Kopf­schmerzen. Oft kommt es zur ein- oder beidseitigen Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Etwa ein Drittel der Erkrankten zeigt keine oder kaum Symptome.

Fieber, grippe­artige Beschwerden, hell­roter Haut­ausschlag. Etwa die Hälfte der erkrankten Kinder zeigt keine oder kaum Symptome. Der Ausschlag ist leicht mit anderen Infektions­krankheiten oder Allergien zu verwechseln.

Komplikationen der Krankheit

Häufig Mittel­ohr- und Lungen­entzündungen. Gehirn­entzündung bei einem von 1 000 Erkrankten. Daran stirbt einer von 10 000 Masern-Erkrankten, 2 bis 3 behalten Dauer­schäden.

Sehr selten entsteht SSPE, eine spezielle Gehirn­entzündung (ein bis zehn Fälle pro 10 000 bis 100 000 Erkrankte). Besonders gefährdet sind Säuglinge im ersten Lebens­jahr. SSPE bricht meist erst sechs bis acht Jahre nach den Masern aus und führt stets zum Tod.

Insgesamt gibt es etwa einen bis drei Todes­fälle pro 1 000 Masern-Erkrankte.

Erkannte Hirnhaut­entzündung bei 15 bis 20 Prozent der Erkrankten, kann sehr selten zu Innen­ohrschwerhörig­keit führen. Gehirn­entzündungen sehr selten.

Schmerzhafte Hoden- und Neben­hoden­entzündungen bei Jungen. Die Rate steigt mit dem Erkrankungs­alter, etwa jeder vierte bis zweite erkrankte männ­liche Jugend­liche ist betroffen. Seltene Folge: Unfrucht­barkeit.
Eier­stock­entzündung bei rund jedem zwanzigsten Mädchen, das nach der Pubertät erkrankt.

2009 starben in Deutsch­land sechs Menschen an Mumps.

Selten Mittel­ohr-, Lungen-, Gehirn­entzündung und Verringerung der Blutplätt­chen. Gelenk­schmerzen und -entzündungen, vor allem bei jungen Frauen.

Röteln in den ersten acht Schwanger­schafts­wochen führen bei 90 Prozent der Embryos
zu Schäden. Mögliche Folgen: Fehl- und Früh­geburten, Miss­bildungen wie Herz­fehler,
Augen­linsentr­übung und Innen­ohrschwerhörig­keit. Solche Infektionen von Ungeborenen kamen in Deutsch­land in den letzten Jahren vereinzelt vor.

Behand­lung

Keine Erregerbekämpfung möglich, sondern nur Symptombe­hand­lung, etwa von Fieber.

Keine Erregerbekämpfung möglich, sondern nur Symptombe­hand­lung, etwa von Fieber.

Keine Erregerbekämpfung möglich, sondern nur Symptombe­hand­lung, etwa von Fieber.

Immun nach Erkrankung

Lebens­lang.

Lebens­lang.

Lebens­lang.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoff

Abge­schwächte Lebendviren.

Abge­schwächte Lebendviren.

Abge­schwächte Lebendviren.

Persönlicher Nutzen

Schutz vor schweren Krank­heits­verläufen, selbst bei Impf­versagern ohne mess­bare Immun­antwort. Sicherer Schutz vor SSPE.

Schutz vor schweren Krank­heits­verläufen, selbst bei Impf­versagern ohne mess­bare
Immun­antwort.

Schutz vor schweren Krank­heits­verläufen, selbst bei Impf­versagern. Vermeidung von Schäden für ungeborene Kinder.

Impf­quote bei
Schul­anfängern 2009

1. Masern­impfung: 96 Prozent.
2. Masern­impfung: 90 Prozent.

1. Mumps­impfung: 96 Prozent.
2. Mumps­impfung: 90 Prozent.

1. Röteln­impfung: 96 Prozent.
2. Röteln­impfung: 90 Prozent.

Neben­wirkungen der Kombiimpfung

In den ersten Tagen womöglich Impf­reaktionen wie Schwellung und Rötung an der Einstich­stelle, Fieber und Magen-Darm-Beschwerden.

Nach ein bis vier Wochen bei etwa 2 von 100 Ge- impften vorüber­gehend eine nichtan­steckende „Impf­krankheit“ mit Fieber, schwachen Haut­ausschlägen, Schwellung der Ohrspeicheldrüse.

In den ersten Tagen womöglich Impf­reaktionen wie Schwellung und Rötung an der Einstich­stelle, Fieber und Magen-Darm-Beschwerden.

Nach ein bis vier Wochen bei etwa 2 von 100 Ge- impften vorüber­gehend eine nichtan­steckende „Impf­krankheit“ mit Fieber, schwachen Haut­ausschlägen, Schwellung der Ohrspeicheldrüse.

In den ersten Tagen womöglich Impf­reaktionen wie Schwellung und Rötung an der Einstich­stelle, Fieber und Magen-Darm-Beschwerden.

Nach ein bis vier Wochen bei etwa 2 von 100 Ge- impften vorüber­gehend eine nichtan­steckende „Impf­krankheit“ mit Fieber, schwachen Haut­ausschlägen, Schwellung der Ohrspeicheldrüse.

Komplikationen
der Kombiimpfung

Sehr selten. Beispiels­weise in Einzel­fällen allergische Reaktionen oder vorüber­gehend Verringerung der Blutplätt­chen.

Sehr selten. So kommt es beispiels­weise etwa bei einem von 1 bis 3 Millionen männ­lichen Impf­lingen zur Hoden­entzündung.

Sehr selten. Beispiels­weise in Einzel­fällen allergische Reaktionen oder vorüber­gehend Verringerung der Blutplätt­chen.

Impf­plan

Zwei Impfungen: die erste mit etwa einem
Lebens­jahr, die zweite vor Ende des zweiten.

Zwei Impfungen: die erste mit etwa einem
Lebens­jahr, die zweite vor Ende des zweiten.

Zwei Impfungen: die erste mit etwa einem
Lebens­jahr, die zweite vor Ende des zweiten.

Alternative
Impf­strategie

Impfung spätestens vor Geburt eines Geschwisterkindes oder vor dem Eintritt in eine Gemein­schafts­einrichtung.

Impfung von Jungen spätestens vor der Pubertät, eventuell nach Antikör­pertest auf unerkannt durch­gemachten Mumps.

Impfung von Mädchen spätestens vor der
Geschlechts­reife.

Immun nach Impfung

Nicht sicher bekannt – wohl lebens­lang. Nach der zweiten Impfung anhaltender und sicherer, da sie noch Impf­versager der ersten erfasst.

Nicht sicher bekannt, wohl lebens­lang. Nach der zweiten Impfung anhaltender und sicherer, da sie noch Impf­versager der ersten erfasst.

Nicht sicher bekannt – wohl lebens­lang. Nach der zweiten Impfung anhaltender und sicherer, da sie noch Impf­versager der ersten erfasst.

Wissenschaftliche Belege

Impf­erfolg und Sicherheit durch Studien und jahre­lange Anwendung belegt.

Impf­erfolg und Sicherheit durch Studien und jahre­lange Anwendung belegt.

Impf­erfolg und Sicherheit durch Studien und jahre­lange Anwendung belegt.

Unser Rat

Die Impfung ist für alle gesunden Kinder sinn­voll. Sie ist bewährt und schützt auch sicher vor der tödlichen Gehirn­entzündung SSPE. Bei hohen Durch­impfungs­raten (95 Prozent der Bevölkerung) mit zwei Impfungen lassen sich die Masern ausrotten. Das schützt auch Säuglinge, die noch nicht geimpft werden können.

Die Impfung ist für alle gesunden Kinder sinn­voll. Sie ist bewährt und schützt vor Komplikationen wie Hirnhaut- und Hoden­entzündung. Bei hohen Durch­impfungs­raten (95 Prozent der Bevölkerung) mit zwei Impfungen ist die Ausrottung von Mumps möglich.

Die Impfung ist für alle gesunden Kinder sinn­voll, auch für Jungen. Denn sie können stiller Über­träger der Röteln sein und zum Beispiel Schwangere anste­cken. Die Impfung ist bewährt. Bei hohen Durch­impfungs­raten (95 Prozent der Bevölkerung) mit zwei Impfungen lassen sich die Röteln ausrotten.