HPV

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­erreger und Über­tragung

Humane Papillomaviren (HPV). Es gibt über 100 Typen, 13 (darunter HPV 16 und 18) verursachen Gebärmutterhals­krebs. Über­tragung vor allem beim Geschlechts­verkehr.

Vorkommen

Welt­weit und häufig. Etwa 70 Prozent aller Menschen, die Sex haben, stecken sich mindestens einmal im Leben mit HPV an.

Besonders gefähr­dete Menschen

Junge, sexuell aktive Mädchen und Frauen. Etwa drei Viertel der nachgewiesenen Infektionen finden sich bei 15- bis 24-Jährigen.

Krank­heits­bild

Meist verlaufen HPV-Infektionen unbe­merkt und heilen in ein bis zwei Jahren ohne Behand­lung und ohne Folgen aus. Bei etwa 10 Prozent der Frauen bleibt die Infektion dauer­haft bestehen.

Komplikationen der Krankheit

Bei etwa 1 Prozent der Frauen mit einer dauer­haften HPV-Infektion entsteht Gebärmutterhals­krebs – oft nach rund 8 bis 15 Jahren, aber auch später und stets über mehrere Vorstufen. Daran erkranken in Deutsch­land jähr­lich etwa 12 von 100 000 Frauen neu. Die Sterberate liegt bei 3 pro 100 000 Frauen.

Behand­lung

Früh entdeckte Zell­ver­änderungen beziehungs­weise Krebs­vorstufen durch HPV lassen sich meist gut therapieren, etwa per Laser.

Immun nach Erkrankung

Nein.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoffe

Totimpf­stoffe. Einer richtet sich gegen die HPV-Typen 16 und 18. Einer schützt auch vor den HPV-Typen 16 und 18 sowie 6 und 11, die Genitalwarzen verursachen können.

Persönlicher Nutzen

Bei Mädchen und jungen Frauen können beide Impf­stoffe Infektionen und Krebs­vorstufen durch HPV-Typ 16 und 18 vermeiden – wenn vor der Impfung noch keine Infektion damit vorliegt.

Impf­quote

Keine Zahl verfügbar. 2009 waren 36 Prozent der 17-jährigen privat versicherten Mädchen geimpft. Impfung erst seit 2007 empfohlen.

Neben­wirkungen

Örtliche Reaktionen: Schmerzen, Rötungen, Schwel­lungen an der Einstich­stelle.

Komplikationen

der Impfung

Noch keine ausreichenden Studien, um das Auftreten zuver­lässig zu bestimmen.

Impf­plan

Impfung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit drei Dosen inner­halb eines halben Jahres.

Alternative
Impf­strategie

Je nach Lebens­stil kann die Impfung auch Frauen über 18 nützen. Das Risiko für eine vorherige HPV-Infektion hängt von der Zahl der Sexual­partner und dem Kondomgebrauch ab.

Immun nach Impfung

Dauer noch unklar, wohl fünf bis acht Jahre.

Wissenschaftliche
Belege

Klinische Zulassungs­studien belegen die Wirk­samkeit. Lang­fristige Effekte noch unklar.

Unser Rat

Die Impfung ist für Mädchen und junge Frauen sinn­voll, besonders vor dem ersten Geschlechts­verkehr. Vor allem dann kann sie auch Frauen über 18 nutzen. Sieben der 25 größten Krankenkassen erstatten die Kosten auch nach dem 18. Lebens­jahr. Die jähr­liche, für Frauen ab 20 kassen­finanzierte Früh­erkennungs­unter­suchung (Pap-Test) ist immer sehr wichtig, auch für Geimpfte.
Denn HPV-16 und 18 sind nur an etwa 70 von 100 Gebärmutterhals­krebs­fällen beteiligt.