Impfungen für Erwachsene

Kinder­lähmung (Polio)

Inhalt

Kein Kinder­problem

Polio ist hier­zulande fast vergessen, aber welt­weit noch nicht ganz verschwunden. So gelten etwa Pakistan und Afgha­nistan nach wie vor als Krank­heits­herde. Von dort können die Viren auch in andere Länder gelangen, zum Beispiel durch Reisende. Einer von 100 bis 1 000 Infizierten erleidet bleibende Lähmungen der Arme oder Beine, teils auch der Atemwege. Erwachsene sind nicht gefeit, der Name „Kinder­lähmung“ führt in die Irre.

Impfung bei Bedarf nach­holen

Zum Schutz vor einge­schleppten Erregern gibt es in Deutsch­land eine allgemeine Impf­empfehlung – bis das Ziel der Welt­gesund­heits­organisation erreicht und Polio welt­weit ausgerottet ist. Dieser Impf­schutz gegen Polio ist nach Einschät­zung der Stiftung Warentest sinn­voll. Normaler­weise besteht er aus einer Grund­immunisierung mit mehreren Dosen bei Klein­kindern und einer Auffrischung, meist im Jugend­alter. Wenn einer dieser beiden Schritte fehlt, sollten Erwachsene diesen nach­holen. Weitere Auffrischungen sind unnötig, außer eventuell vor Reisen in Risiko­gebiete. Polio-Lebend­impf­stoff kommt heute in Deutsch­land nicht mehr zum Einsatz, sondern ein besser verträglicher Totimpf­stoff. Es gibt ihn für Erwachsene als Einzel- oder Kombinations­impf­stoff, etwa zusammen mit dem Schutz gegen Tetanus, Diph­therie und Keuchhusten.

Mehr Informationen zur Erkrankung und Impfung in unserem Testbe­richt Impfungen für Kinder.

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24 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 20.09.2021 um 15:08 Uhr
wie funktioniert eine Impfung?

@rischer: Bei einer Impfung werden abge­schwächte oder abge­tötete Erreger beziehungs­weise Bruch­stücke davon in den Organismus einge­schleust, meistens per Spritze. Das Ziel: Ohne eine gefähr­liche Krankheit auszulösen, akti­vieren sie als sogenannte Antigene das körper­eigene Immun­system, etwa zur Bildung von Antikörpern. Das soll fortan die echten Erreger abwehren und so vor der entsprechenden Infektions­krankheit schützen.

AugUndOhr am 19.09.2021 um 20:43 Uhr
Abgeschwächtes Bakteriengift

Wie funktioniert der Wirkmechanismus bei einer Impfung mit abgeschwächtem Bakterielngift(z.B. Tetanus)?
Das habe ich als Laie noch nicht verstanden.
P.S ich bitte um eine seriöse Antwort, bzw. Link durch die Stiftung Warentest, oder kompetenten Wissenschaftler. Selbsternannte Gurus mit blühender Phantasie müssen draußen bleiben!

marvingordon am 22.12.2020 um 13:44 Uhr
Impfung Keuchhusten

@Stiftung_Warentest: Vielen Dank für die detailliertere Einordnung! Allerdings bleibt der Widerspruch für mich bestehend. Aus meiner Sicht wäre die logische Schlussfolgerung, dass sich z.B. jeder im Rahmen einer Tetanusauffrischung auch wieder gegen Keuchhusten impfen lässt. Oder ist das Risiko möglicher Nebenwirkungen/Komplikationen zu groß?

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.08.2020 um 11:09 Uhr
Impfung Keuchhusten

@marvingorden: Für die Impfung gegen Keuchhusten gibt es keinen Einzelimpfstoff, sondern die Impfung wird Erwachsenen einmalig - in der Regel mit der nächsten Impfung gegen Tetanus und Diphtherie - als Kombinationsimpfung verabreicht. Für eine Reihe von Impfungen, dazu zählt auch die Keuchhusten-Impfung, ist noch nicht sicher, ob eine Auffrischungsimpfung sinnvoll ist - ggf. könnte der Impfschutz von 5-10 Jahren auch länger dauern. Neben dem individuellen Schutz des einzelnen Erwachsenen ist außerdem wichtig, dass durch die Impfung von Erwachsenen auch Neugeborene geschützt werden, die selbst noch nicht geimpft werden können - und die sich durch infizierte Erwachsene anstecken können, bei denen die Erkrankung auch einen unspezifischen Verlauf nehmen kann. Für Neugeborene kann die Erkrankung jedoch mit einem hohen Komplikations- und Sterberisiko verbunden sein. Deshalb hat die Ständige Impfkommission in diesem Jahr die zusätzliche Empfehlung ausgesprochen, dass sich Schwangere gegen Keuchhusten zu Beginn des dritten Schwangerschaftsdrittels impfen lassen. Auch für Personal im Gesundheitsdienst (z. B. Hebammen, Ärzte) sowie in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Altenheimen wird die Impfung gegen Keuchhusten empfohlen. Enge Kontaktpersonen eines Säuglings (z. B. Großeltern, Freunde, Babysitter, Tagesmütter) sollten spätestens vier Wochen vor der Geburt eine Auffrischimpfung erhalten, notfalls geht das auch noch später. Davon ausgenommen sind nur Erwachsene, die in den letzten zehn Jahren bereits gegen Keuchhusten geimpft wurden. (ka/bp)

marvingordon am 23.08.2020 um 14:07 Uhr
Auffrischung Keuchhusten

Sie empfehlen die einmalige Impfung gegen Keuchhusten, aber laut Ihrer Tabelle hält die Impfung nur für 5-10 Jahre. Aus meiner Sicht ist das ein Widerspruch. Warum empfehlen Sie die Impfung nur einmalig?