Lebens­langer Schutz. Manche Impfungen sind auch im Erwachsenen­alter sinn­voll.

Impfen ist für viele Erwachsene kein Thema – sollte es aber sein. Denn manche Impfungen sind auch jenseits der Kindheit wichtig. Hier verraten die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest, welche das sind. Unser umfang­reiches Special zeigt, welchen Impf­schutz Sie brauchen und welche Impf­lücken Sie schließen sollten.

Manche vermeintliche Kinder­krankheit schlägt auch im Alter zu

Letzte Tetanus­impfung vor 30 Jahren? Impf­pass verloren oder nie einen gehabt? Kommt öfter vor, als man denkt. Viele Erwachsenen haben nicht alle Impfungen, die von der zuständigen Ständigen Impf­kommis­sion (Stiko) offiziell empfohlen und von der Krankenkasse bezahlt werden. Viele wissen schlichtweg nicht, dass manche Impfungen auch jenseits der Kindheit nützen – weil die zugehörigen Krankheiten in jedem Alter zuschlagen können.

Impfungen für Erwachsene – das bietet unser Testbe­richt

Unabhängige Bewertungen. Die Impf­experten der Stiftung Warentest fassen ihre Einschät­zungen zu zehn wichtigen Impfungen zusammen und sagen, welche für Erwachsene sinn­voll sind.

Fakten zu Impfungen und Krankheiten. Unsere Tabellen und Artikel geben einen Über­blick über Grippe, Gürtelrose & Co und nennen die wichtigsten Fakten zur Impfung. Wir sagen, wie die Krankheiten über­tragen werden, welche gesundheitlichen Folgen sie haben können und wer besonders gefährdet ist. Außerdem klären wir über die Wirkungs­weise der jeweiligen Impfungen und Impf­stoffe auf, nennen mögliche Neben­wirkungen und Komplikationen und sagen, wie lange die Impf­wirkung anhält.

Welche Impfungen für Erwachsene sinn­voll sind

Seit 2012 beur­teilt ein Experten­kreis im Auftrag der Stiftung Warentest Impfungen (So sind wir vorgegangen). Wichtig für Erwachsene sind demnach regel­mäßige Impfungen gegen Tetanus und Diph­therie sowie eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten. Manchen Erwachsenen nützt außerdem die Impfung gegen Kinder­lähmung (Polio), Masern, Mumps und Röteln – wenn sie keinen voll­ständigen Schutz aus der Kindheit haben. Bei der Impfung gegen Grippe und Pneumokokken sind die Einschät­zungen der Stiftung Warentest differenziert und weichen teil­weise von den offiziellen Empfehlungen ab. Kürzlich aktualisiert haben wir unsere Einschät­zung zur Impfung gegen Gürtelrose – mit einem sehr positiven Fazit zum Totimpf­stoff Shingrix.

Tabellen, Artikel, Impf­kalender

Details zu allen genannten Impfungen haben wir einzeln in Tabellen und Artikeln aufbereitet. Einen schnellen Über­blick bietet unser Impf­kalender. Hintergrund­wissen steht in unserem Special Impfungen – Risiko oder Rettung? Der Fakten-Check.

Wichtig: Unsere Einschät­zungen sind als grund­sätzliche Hilfe zu betrachten. Die individuelle Entscheidung hängt vom Gesund­heits­zustand ab und ist mit dem Arzt zu treffen.

Impf­pass mitnehmen

Wer seinen Impf­schutz über­prüfen oder komplettieren lassen möchten, kann den Haus­arzt beim nächsten Routine­termin fragen. Neben Allgemeinmedizinern eignen sich beispiels­weise auch Inter­nisten oder Reisemediziner als Ansprech­partner. Egal zu welchem Arzt Sie gehen – nehmen Sie möglichst Ihren Impf­pass mit. Das Dokument zeigt, ob über­haupt Impfungen nötig sind, und wenn ja, welche. Oft ist dann beispiels­weise nur eine Auffrischungs­impfung nötig, etwa gegen Tetanus und Diph­therie. Eine Grund­immunisierung erfordert oft mehrere Termine. Auch bei fehlendem Impf­pass ist eine Impf­beratung durch den Arzt sinn­voll.

Sich selber schützen – und andere

Bei vielen Impfungen gilt: Hohe Impf­quoten kommen auch Menschen zugute, die selber nicht geimpft werden können. Ein prominentes Beispiel ist Keuchhusten. Er tritt seit einigen Jahren vermehrt bei Erwachsenen auf, denn frühere Erkrankungen und Impfungen schützen nicht dauer­haft. Die Infektion kann zu wochen­langen quälenden Husten­attacken führen. Bei jungen Säuglingen drohen schwere Komplikationen bis hin zu lebens­bedrohlichen Atem­still­ständen. Geimpft werden dürfen die Kleinen erst mit zwei Monaten. Vorher kann jeder sie anste­cken – auch ungeimpfte Eltern oder Groß­eltern.

Neu: Krankenkassen erstatten seit Juli 2020 die Keuchhusten­impfung für Schwangere. Sie soll normaler­weise im letzten Schwanger­schafts­drittel erfolgen und letzt­lich dazu dienen, das Neugeborene vor Keuchhusten zu schützen. Auch für enge Kontakt­personen von Neugeborenen ist die Impfung nun als Kassen­leistung möglich, wie der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen hat.

Tipp: Unsere Impf-Einschätzungen für Kinder stellen wir in einem eigenen Testbe­richt vor. Infos zur Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die Kindern und Erwachsenen in FSME-Risiko­gebieten empfohlen wird, finden Sie in unserem Zecken-Special.

Nutzer­kommentare, die vor dem 28. Juli 2020 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Fassung des Artikels.

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