Impfungen Meldung

Ärzte müssen nicht auf Komplikationen hinweisen, die äußerst selten auftreten. Das gilt auch für eine Impfung und ein sehr seltenes Krampfleiden bei einem Kind. So urteilte das Oberlandesgericht Celle (Az. 1 U 70/00). Es ging um eine Dreifachimpfung gegen Keuchhusten, Diphtherie und Tetanus. Unmittelbar danach trat ein epileptischer Anfall auf. Die Häufigkeit der Anfälle habe zugenommen, mit Medikamenten sei es nicht gelungen, sie unter Kontrolle zu bringen. Ein latenter genetischer Defekt sei ausgebrochen, der sich durch einen anderen Impfstoff hätte vermeiden lassen.

Das Gericht stellte fest, dass der Arzt nicht verpflichtet war, vor der Impfung über das Risiko eines Krampfleidens aufzuklären. Zwar müsse der Arzt über seltene Risiken berichten, aber bei nicht spezifischen und nur äußerst selten auftretenden sei das nicht erforderlich. Bei diesem Fall sei ein Kausalzusammenhang zwischen Impfung und Erkrankung nicht wissenschaftlich belegt oder nahe liegend. Die Impfung mit dem verwendeten Wirkstoff war medizinischer Standard.

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