Impfungen Meldung

Besser impfen lassen, denn eine Masern­infektion birgt große Risiken.

Wieder mehr Erkrankungsfälle. Jetzt soll die Rate bei der Zweitimpfung erhöht werden.

Erkrankungsfälle. Warnungen vor einem unzureichenden Masernschutz in der Bevölkerung haben sich bestätigt: Bis Mitte Mai wurden in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen 1106 Masernfälle gemeldet – der größte Masernausbruch seit 2001. Als Ursache gelten Impflücken, vor allem bei Kindern und Jugendlichen von 5 bis 19 Jahren. Drei Kinder erlitten als Folge eine Hirnhautentzündung. Ein 7-jähriges Mädchen wies auch 34 Tage nach Auftreten der Masern noch immer neurologische Störungen auf.

Impfplan. Insbesondere bei Kindern bis zum zweiten Lebensjahr gilt es, die Impfraten zu verbessern. Sie lagen bei den Schuleingangsuntersuchungen 2004 bei 93 Prozent für die erste und etwa 66 Prozent für die zweite Impfung. Masern zu eliminieren – Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ist nur mit Durchimpfungsraten über 95 Prozent zu erreichen.

Risiken. Viele Eltern lassen ihre Kinder aus Angst vor Impfschäden nicht impfen. Die Gefahr schwerer Erkrankungen infolge einer Maserninfektion ist aber groß. Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Ins­tituts: „Masern sind eine der ansteckendsten Viruserkrankungen. Bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten kommt es zu Komplikationen, die in Einzelfällen zu Behinderung und Tod führen.“ Mittelohr- und Lungenentzündung treten bei einem von 20 Erkrankten auf. Bei einem von 1 000 Erkrankten kommt es zu Hirnhautentzündungen, eins von 10 000 erkrankten Kindern stirbt. In sehr seltenen Fällen kommt es bei der Masernimpfung zu Fieber oder vorübergehenden Störungen des Nervensystems (Gangunsicherheit, Fieberkrämpfe). Auch ein masernähnlicher Ausschlag und andere Hauterscheinungen können auftreten (selten).

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