Datenbank des PEI zu Nebenwirkungen

[Update 04.12.2009] Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Informationen zu aufgetretenen Nebenwirkungen nach der Impfung mit Pandemrix erneut aktualisiert. Mittlerweile gibt es 658 Personen, bei denen insgesamt 2446 „unerwünschte Ereignisse“ auftraten (Stand: 26.11.2009). 241 der Meldungen stufte das PEI als schwerwiegend ein. Nach Schätzungen des Instituts wurden mittlerweile zwischen 4 und 5,8 Millionen Dosen Pandemrix verimpft. Das PEI erhielt darüber hinaus eine erste Meldung über eine anaphylaktische Reaktion nach der Impfung mit Celvapan.
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[Update 19.11.2009] Das PEI informiert über aufgetretene Nebenwirkungen nach der Impfung mit dem Wirkstoff Pandemrix. Bis zum Stand vom 12.11.2009 meldeten Ärzte bei 197 Patienten im Alter zwischen 10 Monaten und 92 Jahren nach der Impfung insgesamt 652 „unerwünschte Ereignisse“. Das PEI schätzt, dass in dem Zeitraum 26. Oktober (Beginn der Impfaktion) bis zum 12. November etwa eine bis 1,5 Millionen Dosen Pandemrix geimpft wurden. Am häufigsten meldeten Ärzte Lokalreaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, Rötungen und Schwellungen sowie allgemeine Reaktionen, die nach einer Impfung auftreten, wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Lymphknotenschwellungen. 53 Meldungen stuften PEI oder der behandelnde Arzt als schwerwiegend ein. test.de nennt Beispiele aus der Datenbank des PEI:

  • anaphylaktische (allergische) Reaktionen. Elf Verdachtsfälle einer anaphylaktischen Reaktion (allergische Reaktion) unterschiedlichen Schweregrades sind bisher gemeldet. Die Reaktionen traten entweder sofort nach der Impfung oder maximal 40 Minuten später auf. Betroffen waren Frauen und Männer im Alter zwischen 19 und 64 Jahren. Das PEI weist darauf hin, dass Ärzte stets entsprechende Notfallmaßnahmen bereit halten sollten. Das PEI will nach eigenen Angaben weiterhin Verdachtsfälle mit allergischen und anaphylaktischen Reaktionen besonders intensiv überwachen. Wichtig für Patienten: Sie sollten nicht unmittelbar nach der Impfung die Arztpraxis verlassen, sondern dort noch einige Zeit warten.
  • neurologische Reaktionen. 6 schwerwiegende Fälle mit unterschiedlichen neurologischen Reaktionen wurden gemeldet. So erlitt ein Epilepsiepatient kurz nach der Impfung einen epileptischen Anfall. Ein anderer Patient litt zwei Tage nach der Impfung unter Kopfschmerzen, Schwindel und sah Doppelbilder. Nach Angaben des PEI seien diese vermutlich im Zusammenhang mit einer bestehenden Hypertonie (Bluthochdruck) des entsprechenden Patienten zu sehen. Ein weiterer Patient klagte sieben Tage nach der Impfung über Kopfschmerzen, Wortfindungsstörungen, Desorientiertheit, Gesichtsfeldausfälle, Übelkeit und unsystematischen Schwindel. Laut PEI spreche jedoch gegen einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung, dass der Patient die Symptome bereits bei anderer Gelegenheit hatte. Derzeit noch nicht geklärt sind die Symptome eines weiteren Patienten, der kurz nach der Immunisierung unter Unwohlsein, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Kribbeln im rechten Arm und Gefühlsstörungen im rechten Fuß, Taubheit der Zunge und einer Schwellung des Halses kurz nach der Impfung litt.
  • Reaktionen im Bereich Herz- und Gefäßsystem. Drei gemeldete Reaktionen stuft das PEI als schwerwiegend ein. So erlitt ein Mann vier Tage nach der Impfung eine Perimyokarditis (Entzündung von Herzbeutel und Herzmuskel). Ein weiterer Mann erlitt nach der Impfung eine Angina Pectoris (anfallsartige Schmerzen in der Brust, ausgelöst durch eine Durchblutungsstörung des Herzens), die drei Minuten andauerte. Ein 42 Jahre alter Mann erlitt drei Tage nach der Impfung eine Muskelvenenthrombose im linken Unterschenkel.
  • Autoimmunreaktionen. Bislang wurden drei schwerwiegende Reaktionen gemeldet. So erlitt eine Frau 10 Minuten nach der Impfung einen Kreislaufkollaps und einen akuten Schub einer bestehenden rheumatoiden Arthritis (entzündliche Erkrankung der Gelenke). Bei einem anderen Patienten brach die Krankheit Morbus Bechterew wieder aus. Das ist eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäulengelenke betrifft. In einem dritten Fall kam es drei Tage nach der Impfung zu einer Entzündung der kleinen Blutgefäße (Krankheit Purpura Schoenlein-Henoch).
  • Todesfälle. Mehr als drei Wochen nach dem Start der Impfung gegen die Schweinegrippe sorgen Meldungen über Todesfälle in Verbindung mit der Immunisierung für Verunsicherung. Mittlerweile konnte ein Zusammenhang bei drei verstorbenen Personen aus Thüringen ausgeschlossen werden. Bei zwei weiteren gemeldeten Todesfällen sind die Ursachen noch nicht abschließend geklärt. Dabei handelt es sich um ein zweijähriges Kind und eine 92 Jahre alte Frau, die kurze Zeit nach der Immunisierung starben. Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatten beide schwere Vorerkrankungen. Eine Obduktion soll zeigen, ob beide möglicherweise an den Vorerkrankungen gestorben seien. Allgemein weißt das PEI darauf hin, dass Meldungen über Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippeimpfung vor dem Hintergrund der „Gesamtmortalität“, also der Sterblichkeit oder Sterberate, gesehen werden muss. Das bedeutet: Würden eine Million Menschen (repräsentativ für die Gesamtbevölkerung) geimpft, so ist statistisch mit etwa 27 rein zufällig auftretenden Todesfällen innerhalb von 24 Stunden nach der Impfung zu rechnen. Das heißt: Die Immunisierung hat damit ursächlich nichts zu tun. Die Fälle wären auch so aufgetreten.

Aufgrund der derzeit vorliegenden Daten ergeben sich nach Angaben des PEI kein Hinweis auf eine geänderte Nutzen-Risiko-Abwägung des Impfstoffs Pandemrix.
Hinweis: Interessierte finden entsprechende Informationen aktualisiert in der Datenbank des Paul-Ehrlich-Instituts

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