Säuglinge sollten auch gegen Rotaviren geimpft werden. So lautet die aktuelle Empfehlung im neuen Impf­kalender der Ständigen Impf­kommis­sion (Stiko). Jetzt ist diese Impfung auch Kassen­leistung. Bislang mussten Versicherte die Immunisierung selbst bezahlen, wenn ihre Krankenkasse eine Kosten­über­nahme für den Schutz nicht als Extra­leistung anbot.

[Update 23.12.2013]: Jetzt zahlen die Kassen

Eltern können ihre Kinder ab sofort auf Kassen­kosten gegen Rotaviren immunisieren lassen. Die entsprechende Richt­linie ist seit dem 20. Dezember 2013 in Kraft getreten. Schon vorher boten zahlreiche gesetzliche Krankenkassen die Impfung als Extra­leistung an. Jetzt gehört die Impfung bei jeder Krankenkasse zu den Pflicht­leistung, für die Versicherte nichts zahlen müssen. [Update Ende]

Stiko-Empfehlungen maßgeblich

Die Stiko empfiehlt die Immunisierung gegen Rotaviren jetzt als Schluck­impfung für Säuglinge. Schon relativ früh sollten die Kleinen die erste Dosis erhalten: Ab der sechsten bis zur zwölften Lebens­woche. Je nach Impf­stoff sollte der Arzt die letzte Impf­dosis bis zur voll­endeten 24. oder 32. Lebens­woche verabreichen. Rotaviren sind die häufigste Ursache für Magen-Darm-Infektionen bei Klein­kindern. Die Stiftung Warentest hatte die Immunisierung schon vor einem Jahr für Säuglinge empfohlen.
Tipp: Sie möchten mehr zum Thema Impfen wissen? Das Themenpaket Impfen erläutert ausführ­lich, welche Immunisierungen die Stiftung Warentest für Kinder, Erwachsene und auf Reisen empfiehlt.

Was die Krankenkassen zahlen

Bislang ist die Impfung gegen Rotaviren keine Pflicht­leistung der Kassen. Durch die neue Empfehlung der Stiko dürfte sich das aber in naher Zukunft ändern. Voraus­sicht­lich am 1. Oktober steht ein Beschluss zur Impfung gegen Rotaviren auf der Tages­ordnung des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), teilte dieser test.de auf Anfrage mit. Der G-BA, das oberste Beschluss­gremium der gemein­samen Selbst­verwaltung der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutsch­land, legt fest, welche Leistungen die Kassen in der medizi­nischen Versorgung über­nehmen. Er muss die Empfehlungen der Stiko inner­halb bestimmter Fristen in diesen Leistungs­katalog aufnehmen. Nur mit besonderer Begründung kann der G-BA von den Empfehlungen der Impf­kommis­sion abweichen. Stehen die genauen Details fest, muss noch das Gesund­heits­ministerium prüfen. Erst danach würde die Impfung gegen Rotaviren Kassen­leistung.
Tipp: test.de berichtet an dieser Stelle, wenn es Neuig­keiten zum Thema gibt. Benötigen Sie die Impfung für Ihren Säugling schon jetzt, sollten Sie Ihre Kasse fragen, ob es bereits jetzt einen Zuschuss für die Immunisierung gibt. Denn derzeit über­nehmen zahlreiche Kassen zumindest einen Teil der Kosten – als Extra­leistung. Manche Kassen bezahlen die Impfung sogar ganz. Sie können nach dieser Extra­leistung gezielt im Produktfinder Krankenkassen suchen. Er informiert darüber hinaus auch, welche anderen Extras Krankenkassen bieten – zum Beispiel die Über­nahme von Reiseimpfungen oder Zuschüsse für zusätzliche Vorsorgeunter­suchungen für Säuglinge und Kinder.

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