Impfungen gegen Corona Gut geschützt durch den Winter

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Impfungen gegen Corona - Gut geschützt durch den Winter
Boostern bleibt angesagt. Seit September stehen drei neue, an die Omikron-Variante angepasste Impf­stoffe zur Verfügung. © Getty Images / Abel Mitjà Varela

Zum Boostern gibts neue Impf­stoffe gegen Omikron. Vor allem über 60-Jährigen werden sie zum Auffrischen empfohlen. Wer will, lässt sich zeitgleich gegen Grippe impfen.

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Alle Fragen im Überblick

Neu angepasste Impf­stoffe gegen Omikron-Varianten

Welche drei neuen Impf­stoffe gibt es?

Die Europäische Agentur für Arzneimittel Ema hat im September 2022 drei neue Impf­stoffe für Auffrisch­impfungen zugelassen, die an die Virus­variante Omikron und ihre verbreitete Subtypen angepasst sind:

- Comirnaty Original/Omicron BA.1 v – von Biotech/Pfizer

- Comirnaty Original/Omicron BA.4/5 – von Biotech/Pfizer

- Spikevax bivaltent Original/Omicron BA.1 – von Moderna.

Grund für die Entwick­lung: Das Spike­protein des Coronavirus hatte sich infolge von Mutationen vom Wild­typ hin zur Omikron-Variante BA.1 stark verändert. Zwischen den Omikron-Unter­varianten BA.1, BA.4 und BA.5 gibt es nach Einschät­zung des Robert-Koch-Instituts dagegen nur geringe Veränderungen.

Wie funk­tionieren die an die Omikron-Variante angepassten Mittel?

Die neu adaptierten Impf­stoffe von Biontech und Pfizer basieren auf dem gleichen mRNA-Prinzip wie die bisherigen mRNA-Impf­stoffe, die für den Wild­typen konzipiert sind. Die neuen Impf­stoffe lösen laut RKI zusätzlich eine verbesserte Antikörper­antwort gegen­über verschiedenen Omikron-Varianten aus. Die Antikörper­antwort auf den Wild­typ sei vergleich­bar mit den alten Impf­stoffen.

Empfiehlt die Ständige Impf­kommis­sion die neuen Impf­stoffe für Auffrisch­impfungen?

Ja. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt seit Mitte September 2022 allen Menschen ab 12 Jahren, für die eine Auffrisch­impfung sinn­voll ist, vorzugs­weise die neuen Booster-Impf­stoffe gegen die Omikron-Virus-Variante. Sie würden eine bessere Immun­antwort gegen­über verschiedenen Omikron-Varianten auslösen als die bisherigen Impf­stoffe und gleich­bleibend vor dem Wild­typ-Virus schützen. Wer während der seit Dezember 2021 laufenden Omikronwelle noch nicht infiziert war, könnte nach Einschät­zung der Stiko von den neuen Impf­stoffen besonders profitieren.

Welcher der neuen Impf­stoffe ist für wen sinn­voll?

Die Stiko empfiehlt für alle ab zwölf Jahren die neuen Impf­stoffe von Biontech/ Pfizer. Grund: Mit dem Mittel von Biontech und Pfizer sei das Risiko für eine Herz­muskel­entzündung geringer als mit dem Impf­stoff von Moderna. Personen ab 30 Jahren könnten sich alternativ auch den Impf­stoff von Moderna, Spikevax bivalent Original/Omicron BA.1 geben lassen.

Können die bisherigen Impf­stoffe weitergenutzt werden?

Ja. Auch die etablierten mRNA-Impf­stoffe von Biontech/Pfizer und Moderna können laut Stiko weiterhin einge­setzt werden. Sie schützten unver­ändert vor schweren Krank­heits­verläufen – auch durch Omikron-Varianten.

Was müssen Menschen beachten, die kürzlich mit einem etablierten Impf­stoff geimpft wurden?

Alle, die kurz vor der Zulassung der neuen Impf­stoffe mit einem der etablierten Impf­stoffe geimpft wurden, sollten abwarten und nicht etwa vorzeitig eine Extra-Dosis von einem der neuen Impf­stoffe erhalten.

Der richtige Zeit­punkt für den Booster

Wie lang sollte der Abstand zur letzten Auffrischungs­impfung oder der letzten Coronainfektion sein?

Auffrisch­impfungen sollten mit einem Abstand von mindestens sechs Monaten nach der letzten Impfung oder durch­gemachten Infektion gegeben werden, teilt das Robert-Koch-Institut mit. In begründeten Fällen könne der Abstand auf vier Monate verkürzt werden.

Wer soll eine zweite Auffrisch­impfungen bekommen?

Die Ständige Impf­kommis­sion empfiehlt die zweite Auffrisch­impfung nur für bestimmte Personen­gruppen:

- Menschen ab 60 Jahren

- Menschen ab 12 Jahren, die wegen einer bestehenden Grund­erkrankung und insbesondere bei Immun­schwäche ein erhöhtes Risiko für schwere Covid-19-Verläufe haben

- Personal in medizi­nischen Einrichtungen und Pfle­geeinrichtungen, insbesondere solche mit direktem Kontakt zu Patienten und Patientinnen, Bewohnern und Bewohne­rinnen

- Bewohne­rinnen und Bewohner von Pfle­geeinrichtungen

- Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krank­heits­verlauf in Einrichtungen der Einglie­derungs­hilfe

Für wen kann eine fünfte Impfung sinn­voll sein?

Für manche Hoch­betagte oder Menschen mit einer Immun­schwäche kann eine Auffrisch­impfung nach insgesamt vier Corona-Ereig­nissen sinn­voll sein, so das Robert-Koch-Institut, – zum Beispiel nach zwei Impfungen zur Grund­immunisierung und zwei Auffrisch­impfungen. Die Behörde fasst unter Corona-Ereig­nissen alle Impfungen und Corona-Infektionen zusammen. Bei einer solchen Impfung sollte der Mindest­abstand zur letzten Impfung oder Infektion sechs Monate betragen.

Impf­stoffe für Grund­immunisierung und Boostern

Diese Impf­stoffe sind erhältlich

  • mRNA-Impf­stoffe: Die etablierten mRNA-Impf­stoffe Comirnaty von Biontech/Pfizer sowie Spikevax von Moderna basieren auf sogenannter mRNA (Messenger-Ribo­nukleinsäure) von Sars-CoV-2. Diese enthält den Bau­plan für ein Eiweiß, das auf der Oberfläche des Coronavirus vorkommt. Via Impfung gelangt dieser Bau­plan in einige Körperzellen. Sie stellen für kurze Zeit das Eiweiß her, das dann als sogenanntes Impf-Antigen dient und das Immun­system anregt, Abwehr­stoffe dagegen zu bilden.
  • Vektor­impf­stoffe: In Deutsch­land wird nur noch der Vektor-Impf­stoff von Johnson & Johnson verimpft, der von Astra Zeneca seit Ende 2021 nicht mehr. Ein Vektor­impf­stoff besteht laut Paul-Ehrlich-Institut aus einem harmlosen, bei Menschen nicht vermehrungs­fähigen Virus aus der Familie der Adenoviren (Erkältungs­viren). Dieses Virus wurde so verändert, dass es das Gen mit dem Bau­plan zur Herstellung des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 enthält. Bei der Impfung gelangt das Gen in einige wenige Körperzellen, die nun das Spike-Protein produzieren. Das Immun­system der geimpften Person erkennt dieses Spike-Protein als fremd und produziert natürliche Abwehr­kräfte.
  • Proteinbasierte Impf­stoffe: Ergänzend können sich viele Menschen hier­zulande mit den proteinbasierten Impf­stoffen von Novavax und Valneva immunisieren lassen. Während Nuvaxovid von Novavax gentech­nisch hergestellte Virus-Proteine enthält, fällt der Impf­stoff von Valneva in die Kategorie Totimpf­stoff. Er basiert auf abge­töteten Coronavirus-Bestand­teilen. Weil deren Wirkung allein nicht ausreichen würde, ist ein künst­lich hergestellter Wirk­verstärker zugesetzt. Dieser kann die Verträglich­keit bei empfindlichen Menschen senken.

Corona- und Grippeimpfung

Ist es möglich, sich gleich­zeitig gegen Grippe und Corona impfen zu lassen?

Ja. Nach Einschät­zung der Stiko können Ärztinnen und Ärzte einen mRNA-Impf­stoff, einen Vektor-Impf­stoff oder den Protein­impf­stoff Nuvaxovid gleich­zeitig mit einem Grippeimpf­stoff vergeben, es müsse kein Abstand zu einer anderen Impfung mit einem Totimpf­stoff einge­halten werden.

Allerdings seien bei Doppel­impfungen Reaktionen häufiger als bei getrennter Gabe von zwei Impf­stoffen. Die Wirk­samkeit gelte allgemein als nicht einge­schränkt. Die Impf­stoffe sollen dabei jeweils in unterschiedliche Gliedmaßen injiziert werden. Dagegen sollte ein zeitlicher Abstand von zwei Wochen liegen, wenn der proteinbasierte Impf­stoff Valneva verabreicht wird.

Post-Vac-Syndrom

Was ist über das Post-Vac-Syndrom bekannt?

In Deutsch­land berichten mehr Menschen als anderswo in Europa über das Post-Vac-Syndrom – also über Beschwerden, die nach der Impfung gegen das Corona-Virus auftreten. Betroffene haben den Eindruck, nach einer Impfung gegen das Corona-Virus an Spät­folgen zu leiden – insbesondere an chro­nischer Erschöpfung. Als Krankheit ist es nicht definiert.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat im September 2022 in seinem regel­mäßig erscheinenden Impf-Sicherheitsbericht in Deutsch­land 472 Post-Vac-Meldungen erfasst. Sie machten fast 55 Prozent aller Meldungen im euro­päischen Wirt­schafts­raum aus – dabei entfallen nur 16 Prozent der Gesamt­bevölkerung auf Deutsch­land. Eine Bericht-Verzerrung könne nicht ausgeschlossen werden. Das Post-Vac-Syndrom gilt als umstritten. Oft fehlen laut PEI klinische Infos, um eine sichere Diagnose zu stellen.

Corona-Mittel Paxlovid

Wie wirkungs­voll ist das Corona-Medikament Paxlovid?

Das Medikament Paxlovid gilt als großer Hoff­nungs­träger für den kommenden Corona-Winter. Es bremst die Vermehrung von Sars-Cov-2-Viren und senkt laut Studien­daten das Risiko für schwere Krank­heits­verläufe deutlich. Seit August 2022 dürfen Haus­ärztinnen und -ärzte die Tabletten nicht nur verordnen, sondern direkt in der Praxis abgeben.

Laut Corona-Expertenrat der Bundes­regierung ist der Einsatz bei Menschen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Coronainfektion – etwa aufgrund von Alter, Vorerkrankungen oder unzu­reichendem Impf­schutz – möglich. Detaillierte Empfehlungen ­seien aber noch auszuarbeiten.

Tipp: Klären Sie mit Ihrer Haus­arzt­praxis, ob Sie für Paxlovid infrage kommen – das geht auch vorsorglich bei einem Routine­termin. Besprechen Sie auch mögliche Wechsel­wirkungen. Das Mittel sollte in den ersten Tagen nach einer ­Coronainfektion genommen werden.

Kinder und Jugend­liche gegen Corona impfen

Wie ist der Stand für Babys ab 6 Monaten und Kinder­garten­kinder?

Die europäische Arzneimittelagentur Ema hat empfohlen, die Impfung auch Kindern von 6 Monaten bis 5 Jahren zugäng­lich zu machen. Die dafür empfohlenen Impf­stoffe sind die beiden mRNA-basierten Impf­stoffe Comirnaty von Biontech/Pfizer und Spikevax von Moderna in einer nied­rigeren Dosis.

Für Kinder ab 6 Monaten soll die Grund­immunisierung mit Comirnaty in 3 Dosen zu je 3 Mikrogramm erfolgen. Die ersten beiden Impfungen sollen im Abstand von drei Wochen gegeben werden, die dritte Dosis mindestens acht Wochen später. Für die Grund­immunisierung mit Spikevax sind zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen mit jeweils 25 Mikrogramm vorgesehen.

In der Haupt­studie für die Impfung kleiner Kinder mit Comirnaty zeigte sich, dass die Impf­reaktionen ähnlich waren wie die von 16- bis 25-Jährigen, die mit der normalen Dosis geimpft wurden. Die entsprechende Studie zu Spikevax berichtet ebenfalls, dass die Kleinen auf die nied­rige Dosis ähnlich reagierten wie 18- bis 25-Jährige auf die für sie vorgesehen Dosis.

Was empfiehlt die Stiko 5- bis 11-jährigen Kindern?

Gesunde Kinder. Die Ständige Impfkommission empfiehlt gesunden 5- bis 11-jährigen Kindern vor­erst nur eine Impf­stoff­dosis, wobei der Impf­stoff Comirnaty von Biontech/Pfizer die beste Wahl sei. Darüber hinaus können 6- bis 11-Jährige auch mit Spikevax immunisiert werden. Wenn Eltern eine voll­ständige Grund­immunisierung mit zwei Impf­dosen wünschten, kann das nach ärzt­licher Aufklärung aber auch erfolgen.

Kinder mit Grund­erkrankung. Die Stiko empfiehlt Kindern dieser Alters­gruppe mit einem erhöhten Risiko für schwere Krank­heits­verläufe eine zweimalige Impfung zur Grund­immunsierung plus zwei Auffrisch­impfungen.

Kinder mit kranken Angehörigen. Wenn sich im Umfeld der Kinder Angehörige oder andere Kontakt­personen mit hoher Gefähr­dung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht, sollten die 5- bis 11-Jährigen mit zwei Impf­dosen grund­immunisiert werden.

Welchen Impf­stoff empfiehlt die Stiko für die Kleinen?

Fünf- bis Elfjäh­rige sollten vorzugs­weise mit dem extra nied­rig dosierten Impf­stoff Comirnaty von Biontech/Pfizer (10 Mikrogramm pro Dosis) geimpft werden. Alternativ können Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren auch Spikevax von Moderna bekommen, der Impf­stoff ist für sie in nied­riger Dosierung ebenfalls zugelassen ist.

Was empfiehlt die Stiko für 12- bis 17-Jährige?

Die Stiko empfiehlt allen Kindern und Jugend­lichen im Alter von 12 bis 17 Jahren eine Covid-19-Impfung – bestehend aus der Grund­immunisierung mit zwei Impf­stoff­dosen und einer Auffrisch­impfung mit dem mRNA-Impf­stoff Comirnaty von Biontech/Pfizer. Eine zweite Auffrisch­impfung ist für diese Alters­gruppe nur empfohlen, wenn es wegen einer Grund­erkrankung zu einem schweren Krank­heits­verlauf kommen könnte.

Sollten sich Kinder, die bereits an Covid-19 erkrankt waren, auch impfen lassen?

Ja. Laut Stiko reicht eine durch­gemachte Infektion nicht aus, um eine erneute Erkrankung zu verhindern.

Wie groß sollten die Abstände zwischen Infektion und Impfung sein?

Kinder, die eine Infektion durch­gemacht haben, sollten die erste Impf­dosis frühestens drei Monate später bekommen. Kinder mit Grund­erkrankungen sollten eine Auffrisch­impfung erhalten, wenn sie bereits drei immunologische Ereig­nisse hinter sich haben – als immunologisches Ereignis gilt entweder eine Covid-19-Erkrankung oder eine Impf­dosis. Die Auffrisch­impfung sollte frühestens sechs Monate danach erfolgen – und kann in begründeten Einzel­fällen auf vier Monate verkürzt werden.

Welche Neben­wirkungen der Impfung sind für Kinder und Jugend­liche bekannt?

Eine Impfung gegen Covid-19 kann in sehr seltenen Fällen, insbesondere bei jungen männ­lichen Geimpften, Herz­muskel­entzündungen verursachen. Die meisten bislang Betroffenen mussten laut Stiko im Kranken­haus behandelt werden, hatten jedoch bei entsprechender medizi­nischer Versorgung einen unkomplizierten Verlauf. Umge­kehrt wiesen Studien darauf hin, dass auch bei einer Covid-19-Erkrankung das Herz in Mitleidenschaft gezogen werden könne.

Weitere schwere Neben­wirkungen durch die mRNA-Impf­stoffe seien derzeit nicht bekannt. Zu den milden bis moderate Neben­wirkungen zählten Schmerzen an der Einstich­stelle, Müdig­keit, Kopf­schmerzen, Fieber.

Impfung von Schwangeren, Stillenden und unter 30-Jährigen

Weshalb empfiehlt die Stiko die Impfung auch für Schwangere?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt auch Schwangeren die Impfung. Die Empfehlung gilt für alle werdenden Mütter ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft sowie für Stillende. Demnach haben Schwangere, die sich mit dem Coronavirus infizieren, ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken. Es steigt auch die Gefahr, dass ihr Kind zu früh zur Welt kommt.

Welchen Impf­stoff sollten Schwangere bekommen?

Schwangere sollen nach Empfehlung der Stiko-Experten nur Comirnaty von Biontech/Pfizer bekommen. Von Spikevax oder Nuvaxovid raten sie ab.

Was ist, wenn die Impfung erfolgt ist, bevor die Schwangerschaft bemerkt wurde?

Dann sollte die zweite Impfung erst im zweiten Schwanger­schafts­drittel durch­geführt werden, raten Experten.

Welchen Impf­stoff sollten Stillende bekommen?

Stillende sollten einen mRNA-Impf­stoff erhalten, wobei Stillende unter 30 Jahren vorzugs­weise mit Comirnaty von Biontech/Pfizer geimpft werden sollten.

Wie sieht es mit Auffrisch­impfungen für Schwangere und Stillende aus?

Wenn eine Auffrisch­impfung für Schwangere ansteht, sollten sie diese im zweiten Schwanger­schafts­drittel erhalten. Auch Stillende können sich boostern lassen. Für beide Gruppen gilt dann einer der neuen, an Omikron angepassten Impf­stoffe sinn­voll.

Weitere häufige Fragen zur Corona-Impfung

Welchen Impf­stoff sollen junge Erwachsene möglichst erhalten?

Alle Menschen unter 30 Jahren sollen nur noch den Impf­stoff Comirnaty von Biontech und Pfizer erhalten, empfiehlt die Ständige Impfkommission. Das beziehe sich auch auf die Auffrisch­impfung und die zweite Dosis – falls die erste von Moderna stammen sollte. Nach einer Impfung mit dem Mittel von Biontech und Pfizer sei das Risiko für eine Herz­muskel­entzündung geringer als mit dem Impf­stoff von Moderna.

Ist eine Impfung bei sehr alten oder schwer kranken Menschen in schlechtem Allgemein­zustand sinn­voll?

Bei sehr alten oder sehr kranken Menschen, die sich in einem schlechten Allgemein­zustand befinden, soll laut Stiko ein Arzt oder eine Ärztin die Impf­fähig­keit prüfen.

Auch Apotheke­rinnen und Apotheker dürfen impfen. Wo finde ich eine entsprechende Apotheke?

Seit Anfang 2022 dürfen auch einige Apotheke­rinnen und Apotheker alle zugelassenen Impf­stoffe gegen das Corona-Virus verabreichen. Die Voraus­setzung: Das Personal hat sich schulen lassen – auch für den Fall, dass bei Impf­reaktionen Erste-Hilfe-Maßnahmen zu leisten sind. Die Apotheken müssen zudem räumliche und versicherungs­tech­nische Voraus­setzung für die Impfung erfüllen. Mit der Such­funk­tion mein-apothekenmanager.de können Interes­sierte heraus­finden, ob eine Apotheke in ihrer Nähe ein Impf­angebot macht. Es empfiehlt sich, einen Termin mit der Apotheke zu vereinbaren.

Wer kann sich in der Apotheke impfen lassen?

Die meisten Menschen ab 12 Jahren können in eine Apotheke gehen. Doch bestimmte Personen sollten für die Impfung nach wie vor besser eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen: zum Beispiel Schwangere, Stillende, unter 12-Jährige, Immun­geschwächte sowie Menschen, die schon einmal mit allergischen Reaktionen, hohem Fieber oder anderen heftigen Beschwerden auf eine Impfung reagiert haben.

Welche Vorsichts­maßnahmen werden bei der Impfung empfohlen?

Im Vorgespräch klären Impfende und Impf­linge in der Regel, ob bestimmte Faktoren vorliegen, die berück­sichtigt werden sollten – etwa akute Erkrankungen, hohes Fieber oder schwere allergische Reaktionen nach einer früheren Impfung. Nach der Corona-Impfung bleiben Geimpfte noch mindestens 15 Minuten vor Ort, um gegebenenfalls eine allergische Reaktion sofort behandeln zu können.

Wirkt die Impfung, auch wenn ich keine Impf­reaktionen habe?

Ja. Laut einem Bericht der Cardiff Metropolitan University sind Impf­reaktionen wie Kopfweh, erhöhte Temperatur oder Armschmerzen zwar ein Zeichen dafür, dass das Immun­system akti­viert ist. Doch gelte im Umkehr­schluss nicht, dass eine Impfung ohne Beschwerden nicht wirke. Die Immunisierung erfolge dann unbe­merkt.

Was ist, wenn ich den Abstand zwischen den Impfungen nicht einhalten kann?

Wenn zwischen der ersten und der zweiten Impfung zur Grund­immunisierung mehr Zeit als empfohlen verstrichen ist, kann die Impf­serie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

Kann ich direkt nach nach der Impfung Sport treiben?

Besser nicht. In den ersten nach der Impfung ist es besser, erhebliche körperliche Belastungen wie Leistungs­sport zu vermeiden.

Kann ich mögliche Neben­wirkungen melden?

Wer vermutet, dass die Impfung zu Neben­wirkungen geführt hat, kann dies mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen und sie bitten, den Verdacht zu melden. Betroffene können den Behörden potenzielle Neben­wirkungen aber auch selber mitteilen, etwa bei einem Meldeportal vom Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte und Paul-Ehrlich-Institut. Die Meldungen helfen den Behörden, die Sicherheit der Impf­stoffe im praktischen Alltag einzuschätzen, dienen also letzt­lich dem Patienten­schutz.

Wer haftet bei Schäden nach einer Impfung?

Für alle gesundheitlichen Schäden, die im Zusammen­hang mit einer Impfung gegen Covid-19 auftreten, besteht in Deutsch­land ein Anspruch auf Entschädigung. Diese wird laut Bundesgesundheitsministerium auch geleistet, wenn eine Impfung für Betroffene zum Beispiel nicht von der Stiko empfohlen ist.

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52 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.10.2022 um 14:47 Uhr
Berichterstattung und Auswertung

@quizz: Bitte informieren Sie sich unter der Überschrift Post-Vac-Syndrom auf unserer Webseite. Hier finden Sie auch eine Verlinkung zum Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und zwar zum Impf-Sicherheitsbericht.
https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-node.html

quizz am 25.10.2022 um 10:37 Uhr
Berichterstattung und Auswertung

Ich vermisse eine Berichterstattung und Auswertung über die unzähligen Nebenwirkungen, Schädigungen und Geschädigten bis hin zu den vielen Todesfällen durch die Corona-Impfungen!

Chrisi02 am 12.12.2021 um 09:01 Uhr
Corona

Würde mich mal interessieren, wieviel Geld sie für diesen Artikel von der Regierung erhalten haben. Dieser Artikel entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Mainmedien-Propaganta.

Lothar52 am 06.12.2021 um 18:12 Uhr
Aufgaben der EMA

Ich bin ein bisschen verunsichtert über die Aufgaben der Europäischen Arzeneimittelagentur (EMA).
Sie schreiben mit Datum 25.11.2021 unter der Überschrift, "Das sollten Sie jetzt wissen":
"Die Europäische Arznei­mittel­agentur rät nun auch, 5- bis 11-Jährige impfen zu lassen."
Ist das korrekt formuliert, ist das Aufgabe der EMA?
An anderer Stelle lese ich
- die EMA hat einen Impfstoff zugelassen.
- die EMA empfiehlt die Zulassung eines Impstoffs.
- Die wichtigsten Aufgaben der Agentur sind die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in der EU (https://european-union.europa.eu/institutions-law-budget/institutions-and-bodies/institutions-and-bodies-profiles/ema_de)
In Deutschland ist die Ständige Impfkommission für Impfempfehlungen zuständig. Macht das die EMA für die EU?
Leider erlebe ich immer wieder, dass Texte etwas lax formuliert werden. Wenn man sich ernsthaft informieren will, ist so etwas nicht hilfreich.
Bitte lichten Sie den Sprachnebel etwas.

halsbandschnaepper am 05.08.2021 um 14:18 Uhr
testuser254jkl: Notfallzulassung?

Haben Sie das von dem Vegan-Koch? Es gib in der EU keine "Notfallzulassung".