Impfen: Derzeit stehen Impf­stoffe von Astra Zeneca, Biontech/Pfizer, Johnson & Johnson und Moderna zur Verfügung.

Wirkungs­voller Impf­schutz vor Covid-19 lässt hoffen. Hier finden Sie alle wichtigen Infos, inklusive der aktuellen Empfehlungen zu Astra Zeneca als Erst- und Zweitimpfung.

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Gemein­samkeiten und Unterschiede der Impf­stoffe

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Wie gut wirkt der Impf­stoff Janssen von Johnson & Johnson?

Laut einer Auswertung von mehreren großen klinischen Studien mit insgesamt knapp 44 000 Probanden kann der Impf­stoff namens Janssen das Risiko für eine schwere oder moderate Covid-19-Erkrankung um bis zu 67 Prozent verringern. Das berichtet die Europäische Arzneimittelagentur Ema in ihrer Empfehlung für die EU-Zulassung. Von dem Impf­stoff reicht eine Dosis. Der Hersteller Janssen-Cilag ist eine Tochter des US-Unter­nehmens Johnson & Johnson.

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Wie funk­tionieren Vektor-Impf­stoffe?

Der Impf­stoff von Johnson & Johnson gehört wie der Impf­stoff von Astra Zeneca zu den sogenannten Vektor-Impf­stoffen. Sie bestehen laut Paul-Ehrlich-Institut aus einem harmlosen, bei Menschen nicht vermehrungs­fähigen Virus aus der Familie der Adenoviren (Erkältungs­viren). Dieses Virus wurde so verändert, dass es das Gen mit dem Bau­plan zur Herstellung des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 enthält. Das Spike-Protein befindet sich auf der Oberfläche des Coronavirus und ermöglicht es dem Virus, in Körperzellen einzudringen.

Bei der Impfung gelangt das Gen in einige wenige Körperzellen, die nunmehr das Spike-Protein produzieren. Das Immun­system der geimpften Person erkennt dieses Spike-Protein als fremd und produziert natürliche Abwehr­kräfte – Antikörper und T-Zellen – gegen dieses Protein. Wenn die geimpfte Person später mit dem Coronavirus in Kontakt kommt, erkennt das Immun­system das Virus und kann es angreifen. Das soll vor einer Covid-19-Erkrankung und vor schwerem Verlauf schützen.

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Was sind die Vorteile von Vektor-Impf­stoffen?

Vektor-Impf­stoffe bieten zwei entscheidende Vorteile: Sie können bei Temperaturen von 2 bis 8 Grad Celsius trans­portiert und gelagert werden und lassen sich relativ schnell in großen Mengen herstellen. In der Vergangenheit sind bereits mehrere Vektor-Impf­stoffe zugelassen worden, zum Beispiel gegen Ebola.

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Kann DNA aus Vektor-Impf­stoffen ins menschliche Erbgut einge­baut werden?

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft besteht kein Risiko, dass DNA von Adenovirus-Vektoren in das menschliche Erbgut aufgenommen wird, so die Stiko. Die Vektoren würden als nicht-integrierende Vektoren gelten – sie integrierten ihr Erbgut also nicht in das Erbgut von Körperzellen und verblieben außer­halb der menschlichen DNA.

Laut Stiko sind auch bei natürlichen Infektionen mit Adenoviren bisher keine genetische Veränderung menschlicher Zellen beob­achtet worden. Der Körper könne diese Viren schnell eliminieren.

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Für wen wird der Impf­stoff von Johnson & Johnson empfohlen?

Für alle Menschen ab 18 Jahren.

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Für wen wird der Impf­stoff von Astra Zeneca empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Impf­stoff seit Ende März 2021 nur noch für Erwachsene ab 60 Jahren – ursprüng­lich hatte sie ihn nur für Menschen von 18 bis 64 Jahren empfohlen, anschließend für alle Erwachsenen. Ausschlag­gebend für die nochmalige Änderung der Empfehlung sind laut Stiko die derzeit verfügbaren Daten zu seltenen, aber sehr schweren Fällen von Hirnvenen­thrombosen. Diese traten 4 bis 16 Tage nach der Impfung über­wiegend bei Personen unter 60 Jahren auf. Eine Impfung mit Astra Zeneca bei Jüngeren bleibt aber möglich – „nach ärzt­lichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung“.

Die Europäische Arzneimittelagentur empfiehlt Astra Zeneca weiterhin uneinge­schränkt für alle Alters­gruppen. Es sei ein möglicher Zusammen­hang zwischen dem Impf­stoff und seltenen Thrombose-Fällen fest­gestellt worden. Der Nutzen von Astra Zeneca als Mittel gegen die Pandemie sei aber höher zu bewerten als das Risiko von Neben­wirkungen.

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Wie wirken die sogenannten mRNA-Impf­stoffe von Moderna und Biontech/Pfizer?

Die Impf­stoffe von Moderna und Biontech/Pfizer gehören zu den mRN-Impf­stoffen. Diese basieren auf sogenannter mRNA (Messenger-Ribo­nukleinsäure) von Sars-CoV-2. Diese mRNA enthält den Bau­plan für ein Eiweiß, das auf der Oberfläche des Virus vorkommt.

Via Impfung gelangt dieser Bau­plan in einige Körperzellen. Sie stellen für kurze Zeit das Eiweiß her und regen das Immun­system an, Abwehr­stoffe dagegen zu bilden. Das Immun­system kann dadurch das Virus bei einem späteren Kontakt erkennen und bekämpfen.

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Welcher Abstand sollte zwischen erster und zweiter Dosis von einem mRNA-Impf­stoff liegen?

Beide mRNA-Impf­stoffe entfalten ihre volle Wirkung erst nach zwei Dosen. Die Stiko empfiehlt auf Basis neuer Wirk­samkeits­daten einen Abstand von sechs Wochen zwischen erster und zweiter Dosis. Dadurch sei eine sehr gute individuelle Schutz­wirkung zu erzielen. Auch könnten so mehr Menschen schneller eine Erst­impfung erhalten als zuvor: In den ersten Monaten nach Zulassung der mRNA-Impf­stoffe hatte die Stiko einen Abstand von drei beziehungs­weise vier Wochen zwischen den Impf­dosen empfohlen.

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Was unterscheidet die beiden mRNA-Impf­stoffe?

Temperatur­empfindlich­keit. Während der Impf­stoff von Biontech und Pfizer bei etwa minus 70 Grad Celsius gelagert und trans­portiert werden muss, verträgt der Impf­stoff von Moderna bei der Auslieferung Temperaturen von „nur“ minus 25 bis minus 15 Grad. Er kann danach sogar licht­geschützt bei Temperaturen von 2 bis 8 Grad für maximal 30 Tage im Kühl­schrank gelagert werden. Der Impf­stoff von Biontech und Pfizer soll laut Produkt­information nach der Entnahme aus dem Gefrier­schrank bei 2 bis 8 Grad bis zu fünf Tage halten – voraus­gesetzt, die Flaschen bleiben verschlossen.

Mindest­alter für Impfung. Während der Impf­stoff von Biontech/Pfizer für bereits für Jugend­liche ab 16 Jahre zugelassen ist, darf der Impf­stoff von Moderna nur erwachsenen Menschen ab 18 Jahren verabreicht werden.

Abstände zwischen den Impfungen. Der empfohlene Abstand zwischen erster und zweiter Dosis beträgt beim Impf­stoff von Biontech/Pfizer optimaler­weise drei Wochen, laut Zulassungs­studien kann die zweite Impfung drei bis sechs Wochen nach der ersten Impfung erfolgen. Für den Impf­stoff von Modern ist ein Abstand von vier bis sechs Wochen vorgesehen.

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Sind die mRNA-Impf­stoffe von Biontech/Pfizer und Moderna gleich­wertig?

Die Ständige Impf­kommis­sion hält beide Impf­stoffe für gleich­wertig. Der Impf­stoff von Biontech/Pfizer verringert das Risiko für eine Covid-19-Erkrankung laut Zulassungs­studie um 95 Prozent. Diese Quote liegt in der entsprechenden Studie für den Impf­stoff von Moderna bei insgesamt 94,1 Prozent.

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Gibt es schon Vergleichs­studien für Impf­stoffe?

Nein. Laut Ständiger Impf­kommis­sion fehlen noch direkte Vergleichs­studien zwischen den Impf­stoffen.

Wirk­weise, Schutz­wirkung, Neben­wirkungen der Impf­stoffe

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Wie gut schützen die mRNA-Impf­stoffe?

Beide Impf­stoffe haben sich in klinischen Studien als effektiv erwiesen. Laut der Europäischen Arzneimittelagentur Ema zeigt eine sehr große klinische Studie, dass der Impf­stoff namens mRNA-1273 von Moderna bei Menschen ab 18 Jahren wirk­sam war. An der Studie nahmen etwa 30 000 Menschen teil. Von ihnen erhielt eine Hälfte den Impf­stoff, die andere einen Placebo – eine wirkungs­lose Kochsalzlösung.

Das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, sank bei den Geimpften im Vergleich zur Placebogruppe insgesamt um 94,1 Prozent. Bei Teilnehmenden mit einem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe wie Menschen mit chro­nischen Erkrankungen von Lungen, Herz und Leber, Adipositias oder Diabetes lag die Wirk­samkeit bei 90,9 Prozent.

Die Wirk­samkeit des bereits zugelassenen Impf­stoffs Comirnaty von Biontech/Pfizer ist vergleich­bar gut. Für ihn hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) bereits eine Empfehlung veröffent­licht. Danach hat der in der entscheidenden klinischen Studie mit knapp 43 500 Teilnehmenden die Wahr­scheinlich­keit für eine Infektion mit Covid-19 um 95 Prozent verringert.

Auch in dieser Studie erhielt die eine Hälfte der Probanden den Impf­stoff, die andere einen Placebo in Form von Kochsalzlösung. Die Impfung schützte in verschiedenen Alters­gruppen ähnlich gut, auch bei Menschen mit Vorerkrankungen.

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Wie gut schützt der Impf­stoff von Astra Zeneca?

Laut RKI hat der Impf­stoff von Astra Zeneca bei Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren eine Wirk­samkeit von bis zu 80 Prozent gegen Covid-19. Bei Menschen mit Vorerkrankungen sei der Impf­stoff genauso wirk­sam. Der Impf­stoff wurde laut Ständiger Impf­kommis­sion in vier Studien mit insgesamt 24 000 Teilnehmenden untersucht, wobei die letzte Auswertung Anfang November 2020 erfolgte. Zu diesem Zeit­punkt lag die Impfung im Schnitt zwei Monate zurück.

Die eine Hälfte der Teilnehmenden bekam den Impf­stoff von Astra Zeneca, die andere etwa einen Meningokokken-Impf­stoff oder ein Scheinmedikament in Form einer Kochsalzlösung. Die meisten Probanden erhielten zwei volle Impf­dosen. Manchen Studien­teilnehmer wurde allerdings bei der ersten Impfung nur die halbe Dosis verabreicht.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA fasst in ihrer Bewertung diese beide Gruppen zusammen, da sie nicht von großen Unterschieden in der Wirk­samkeit ausgeht. Diese wurde auf Basis der Daten von etwa 11 500 Personen ausgewertet.

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Was ist über schwere Thrombosen nach der Impfung mit Astra Zeneca bekannt?

In Deutsch­land sind dem Paul-Ehrlich-Institut inzwischen 31 Fälle von Thrombosen der Hirnvenen (Sinusth­rombose) bekannt geworden, die nach einer Impfung mit dem Impf­stoff aufgetreten sind. In 19 Fällen wurde zusätzlich ein Mangel an Blutplätt­chen gemeldet. Betroffen gewesen seien vor allem Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren, neun Menschen seien gestorben. Die Fälle seien 4 bis 16 Tage nach der ersten Impfung aufgetreten.

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Welcher Warnhin­weis zu Thrombosen steht in der Produkt­information zu Astra Zeneca?

In der Produktinformation zum Impf­stoff von Astra Zenca steht seit Mitte März 2021 der Warnhin­weis, dass nach der Impfung in sehr seltenen Fällen spezielle Thrombosen mit einem Mangel an Thrombozyten – teils begleitet von Blutungen – beob­achtet worden seien. Dazu zählten Hirnvenen-Thrombosen. Die schweren Neben­wirkungen seien über­wiegend sieben bis 14 Tage nach der Impfung bei Frauen unter 55 Jahren aufgetreten. Einige Fälle seien tödlich verlaufen.

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Wie sollen sich Geimpfte bei Beschwerden nach einer Impfung mit Astra Zeneca verhalten?

Geimpfte sollten sofort einen Arzt aufsuchen, wenn sie nach der Impfung Symptome wie Kurz­atmig­keit, Brust­schmerzen, Bein­schwel­lungen oder anhaltende Bauch­schmerzen entwickeln. Außerdem sollten alle Personen, die nach der Impfung neurologische Symptome aufweisen, wie starke oder anhaltende Kopf­schmerzen oder verschwommenes Sehen, oder bei denen nach einigen Tagen auf der Haut Blut­ergüsse außer­halb des Verabreichungs­ortes der Impfung auftreten, umge­hend zum Arzt gehen.

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Kann man nach der ersten Dosis mit Astra Zeneca mit einem anderen Impf­stoff weiter geimpft werden?

Die Stiko empfiehlt unter-60-Jährigen, die bereits einmal mit Astra Zeneca geimpft wurden, nach 12 Wochen einen anderen Impf­stoff als Zweitimpfung. Ihnen soll statt­dessen ein mRNA-Impf­stoff, entweder von Biontech oder Moderna, verabreicht werden.

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Auf welcher Basis wurde die Schutz­wirkung des Johnson&Johnson-Impf­stoffs bewertet?

Die Daten für die Zulassung stammen aus mehreren großen klinischen Studien in den USA, Südafrika und sechs latein­amerikanischen Ländern. Daran nahmen knapp 44 000 Probandinnen und Probanden im Alter von 18 bis 100 Jahren teil – etwa 40 Prozent war älter als 60 Jahre. Die eine Hälfte erhielt den Wirk­stoff, die andere einen wirkungs­losen Placebo. Im Studien­zeitraum traten 464 Covid-19 unter den Teilnehmenden auf. Dabei lag die Zahl der Erkrankten in der Gruppe der Geimpften mit 116 Fällen um zwei Drittel nied­riger als in der Placebo-Gruppe (348 Fälle).

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Was ist bekannt über die Wirkung der zugelassenen Impf­stoffe gegen Mutationen?

Die Studien für den Impf­stoff von Johnson & Johnson fanden unter anderem in Brasilien und Südafrika statt, als bereits Varianten des Coronavirus dort kursierten. Nach Einschät­zung von gesundheitsinformation.de zeigen die Ergeb­nisse, dass der Impf­stoff auch gegen die Mutationen wirk­sam sein könnte. Die sich in Deutsch­land verbreitende britische Mutation B.1.1.7 trat in den Studien­ländern nicht auf.

Für die Impf­stoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astra Zeneca besteht laut Robert-Koch-Institut (RKI) das Risiko, dass gegen­über den sich ausbreitenden Virusmutationen nicht mehr so gut wirken. Es laufen mehrere Studien zu der Problematik.

Für die sogenannte britische Variante deuten erste Labor­unter­suchungen nach Angaben des RKI darauf hin, dass die zugelassenen mRNA-Impf­stoffe von Moderna sowie Biontech/Pfizer noch wirk­sam seien. Doch könnte die Schutz­effekte in Bezug auf neue B.1.1.7-Varianten geringer ausfallen – allerdings gelten sie noch als selten.

Für die südafrikanische Variante B.1.351 weisen laut RKI mehrere Studien darauf hin, dass Geimpfte mit den bisher zugelassenen Impf­stoffen weniger gut vor einer Infektion geschützt sind. Die neutralisierenden Antikörper im Blut könnten gegen das veränderte Virus weniger wirk­sam sein. Dieses Risiko werde auch für die brasilia­nische Variante P.1 diskutiert.

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Wie lange hält der Immun­schutz der zugelassenen Impf­stoffe an?

Das ist derzeit noch unklar.

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Können einmal Geimpfte beim zweiten Impf­termin einen anderen Impf­stoff bekommen?

Eine begonnene Impf­serie soll laut Ständiger Impf­kommis­sion mit dem gleichen Impf­stoff abge­schlossen werden. Eine Ausnahme stellt Astra Zeneca dar. Unter 60-Jährige, die damit geimpft wurden, sollten beim zweiten Impf­termin – zwölf Wochen später – einen mRNA-Impf­stoff enthalten.

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Wie schnell wirkt die Impfung?

Laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (Iqwig) ist für die bisher zugelassenen Impf­stoffe unklar, wie gut man bereits nach der ersten Dosis gegen eine Covid-19-Erkrankung geschützt ist. Den vollen Impf­schutz habe man erst eine Woche nach der zweiten Dosis.

Beim Impf­stoff von Johnson & Johnson soll der Impf­schutz zwei Wochen nach der Impfung eintreten.

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Können geimpfte Menschen das Virus noch über­tragen?

Es ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) noch nicht geklärt, ob und in welchem Maße geimpfte Menschen das Coronavirus über­tragen können.

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Wie viele Impf­dosen sind für eine Impfung notwendig?

Für eine voll­ständige Immunisierung sind bei drei zugelassenen Impf­stoffen jeweils zwei Dosen notwendig. Beim Vakzin von Biontech/Pfizer sollte der Abstand 21 Tage betragen, beim Vakzin von Moderna 28 Tage. Der Impf­stoff von Astra Zeneca soll laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission in zwei Dosen im Abstand von möglichst zwölf Wochen verabreicht werden.

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Was ist, wenn ich den Abstand zwischen den Impfungen nicht einhalten kann?

Wenn zwischen der ersten und der zweiten Impfung mehr Zeit als empfohlen verstrichen ist, kann die Impf­serie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

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Ist es sinn­voll, bewusst einen längeren Abstand als vorgesehen zwischen zwei Impf­terminen zu lassen, um mehr Menschen impfen zu können?

Nach Einschät­zung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist es nach wie vor unsicher, dass die gerade mit Priorität geimpften betagten Menschen nach der ersten Dosis schon ausreichend geschützt sind. Zwar seien in den Zulassungs­studien ab 14 Tage nach der ersten Dosis Impf­effektivitäten von mehr als 90 Prozent ermittelt worden, doch seien die meisten Teilnehmenden jünger als 75 Jahre alt gewesen. In der Regel schlügen Impfungen im hohen Alter nicht mehr so gut an.

Hinzu kommt laut RKI, das Geimpfte nach der ersten Dosis um den Faktor 10 bis 20 weniger Antikörper im Blut hätten als nach der zweiten. Das könne unter anderem dazu führen, dass der Schutz nicht so lang anhalte. Das RKI gibt auch zu bedenken, dass sich bei einer Teil-Immunität bestimmte Viren vermehren und Mutationen begüns­tigen könnten. Das sei für Sars-CoV-2 noch nicht gezeigt worden, wohl aber für andere Viren.

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Was passiert, wenn ich mich nach der ersten Impf­dosis infiziere?

Wenn nach der ersten Impfung eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wird, dann soll die zweite Impf­dosis laut Ständiger Impf­kommis­sion zunächst nicht mehr gegeben werden.

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In welche Körper­stelle wird der Impf­stoff gespritzt?

Der Impf­stoff wird in die Muskeln des Ober­arms gespritzt. Patienten, die Blut­gerinnungs­hemmer einnehmen und dadurch generell zu starken Blutungen neigen, sollen mit sehr feinen Injektions­kanülen geimpft werden.

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Was ist über Neben­wirkungen aus den Zulassungs­studien zu den Impf­stoffen bekannt?

Wie bei jeder Impfung können auch bei den neuen Impf­stoffen gegen Covid-19 Impf­reaktionen und Neben­wirkungen auftreten. Einen Über­blick über Neben­wirkungen gibt unter anderem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen:

Lokale Reaktionen. Beim Impf­stoff von Biontech/Pfizer berichteten insgesamt 73 Prozent der Geimpften über Schmerzen, Rötungen oder Schwel­lungen an der Einstich­stelle – bei den Teilnehmern aus der Placebo-Gruppe waren das nur 11 Prozent. Bei weniger als 1 Prozent der Geimpften kam es zu einer meist harmlosen Schwellung der Lymph­knoten.

Insgesamt traten bei den Studien­teilnehmern über 55 Jahre weniger lokale Reaktionen auf. Beim Impf­stoff von Moderna gaben 92 Prozent der Geimpften und 29 Prozent der Teilnehmer aus der Placebo-Gruppe an, dass nach der Impfung Schmerzen oder Rötungen an der Einstich­stelle oder geschwollene oder zarte Lymph­knoten unter den Armen aufgetreten seien.

Nach der Impfung mit dem Impf­stoff Astra Zeneca traten bei 75 Prozent der Probanden lokale Reaktionen auf – in der Kontroll­gruppe waren es 50 Prozent – so beschreibt es das Portal gesundheitsinformation.de.

Auch nach der Impfung mit dem Impf­stoff von Johnson & Johnson traten bei knapp 50 Prozent der Geimpften Schmerzen an der Einstich­stelle auf. So steht es etwa in der Produktinformation.

Reaktionen im ganzen Körper. Nach der Impfung mit dem Impf­stoff von Biontech/Pfizer klagten 70 Prozent der Geimpften über Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf­schmerzen oder Muskel- und Gelenk­schmerzen. Der Impf­stoff von Moderna führte bei 83 Prozent der Geimpften zu Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf­schmerzen, Muskel- oder Gelenk­schmerzen, Übel­keit oder Erbrechen.

Nach der Impfung mit dem Impf­stoff von Astra Zeneca traten bei 73 Prozent der Teilnehmer Beschwerden wie Erschöpfung, Kopf­schmerzen, Fieber, Übel­keit auf – in der Kontroll­gruppe waren es 60 Prozent – so beschreibt es das Portal gesundheitsinformation.de.

Nach der Impfung mit dem Impf­stoff von Johnson & Johnson klagten knapp 39 Prozent der Teilnehmenden über Kopf­schmerzen, 38 Prozent Müdig­keit, 33 Prozent Muskel­schmerzen und 14 Prozent Übel­keit. Fieber von mehr als 38 Grad Celsius wurde bei 9 Prozent beob­achtet. Die meisten Reaktionen traten ein bis zwei Tage nach der Impfung auf. Geimpfte über 65 Jahren berichteten seltener über Symptome.

Schwere Reaktionen. Nach der Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer trat in der Impf­gruppe bei sehr wenigen Menschen (0,02 Prozent aller Geimpften) eine vorüber­gehende Gesichts­lähmung auf und bei 0,1 Prozent der Geimpften kam es zu möglicher­weise allergischen Reaktionen.

Nach der Impfung mit dem Impf­stoff Moderna litten in der Impf­gruppe sehr wenige Menschen (0,01 Prozent) an einer Gesichts­lähmung und bei 0,4 Prozent stand der Verdacht auf allergische Reaktionen im Raum. Ob beides in Zusammen­hang mit der Impfung steht, gilt noch als unklar. Die Arznei­mittel­behörden versichern, diese Fälle weiterhin zu beob­achten und gründlich zu prüfen.

Nach einer Impfung mit dem Impf­stoff von Astra Zeneca traten laut Stiko bei 0,7 Prozent der Geimpften und 0,8 Prozent der Personen aus der Kontroll­gruppe schwere unerwünschte Ereig­nisse auf, darunter hohes Fieber.

Laut gesundheitsinformation.de gibt es keine Hinweise auf schwere Neben­wirkungen durch den Impf­stoff von Johnson & Johnson.

Todes­fälle. Weder unter den Geimpften noch in der Placebo-Gruppe traten Todes­fälle auf, die auf die Spritzen mit einem der beiden Impf­stoffe oder dem Placebo aus Kochsalzlösung zurück­zuführen waren.

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Liegen schon Erkennt­nisse aus den ersten Impf­wochen in Deutsch­land über Neben­wirkungen vor?

Ja. Das Paul-Ehrlich-Institut (Pei) erfasst erste Verdachts­fälle von Neben­wirkungen und Impf­komplikationen in Deutsch­land in einem Sicher­heits­bericht, der regel­mäßig aktualisiert wird. Danach seien im Zeitraum vom 27. Dezember 2020 bis 24. Januar 2021 nach Impfungen von insgesamt 1 780 000 Menschen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna 3 404 unerwünschte Reaktionen gemeldet worden.

Bei 1 232 davon besteht laut Pei der Verdacht, dass es sich um Impf­neben­wirkungen und Impf­komplikationen handeln könnte. In 182 Fällen wurde über schwerwiegende Reaktionen berichtet, bei denen die Betroffenen etwa ins Kranken­haus einge­liefert wurden.

Die Behörde registrierte 69 Todes­fall­meldungen in Zusammen­hang mit einer Impfung gegen Covid-19 – die Betroffenen waren im Durch­schnitt 84,6 Jahre alt. Alle litten an schwerwiegenden Vorerkrankungen wie Krebs, Niereninsuffizienz, Alzheimer oder Enzephalo­pathie. Diese Krankheiten seien vermutlich todes­ursächlich, so das Paul-Ehrlich-Institut.

Es führt aus: „Wenn ältere Menschen oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen und einem erhöhten Sterberisiko geimpft werden, dann wird es eine gewisse Anzahl von zufäl­ligen Todes­fällen geben, die nach der Impfung auftreten, ohne aber kausal mit der Impfung assoziiert zu sein“.

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Wie steht es um das Risiko allergischer Reaktionen?

Personen, die wissen, dass sie eine Allergie gegen einen Bestand­teil eines Impf­stoffs haben, sollten diesen laut Ema nicht erhalten. Nur in sehr wenigen Fällen seien bislang schwere allergische Reaktionen (anapyhlaktischer Schock) aufgetreten. In Deutsch­land wurden in den ersten vier Impf­wochen 35 Fälle mit anaphylaktischer Reaktion registriert – die meisten in der ersten halben Stunde nach der Impfung.

Alle Betroffenen – bis auf eine Ausnahme – haben sich in den Stunden oder Tagen danach wieder erholt. Es ist laut RKI bisher unklar, welche Komponente der Impf­stoffe für heftige Reaktionen verantwort­lich sein könnte. Die Impf­stoffe enthielten keine Konservierungs­stoffe, kein Hühner­eiweiß und kein Adjuvans, also einen wirkungs­verstärkenden Hilfs­stoff.

Das Paul-Ehrlich-Institut hält es daher für wichtig, dass unmittel­bar nach der Impfung medizi­nisches Personal in der Nähe ist. Wer auf die erste Dosis eine schwere allergische Reaktion erlitten hat, soll laut Ema keine zweite Dosis erhalten.

Nach Einschät­zung des Paul-Ehrlich-Instituts ist auf Basis der derzeit vorliegenden Daten kein erhöhtes Risiko für Menschen abzu­leiten, die beispiels­weise an Asthma, Neurodermitis, Heuschnupfen und Hausstaubmilben-Allergie leiden.

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Muss ich direkt nach der Impfung noch unter ärzt­licher Kontrolle bleiben?

Ja. Arznei­mittel­behörden empfehlen, Geimpfte nach der Spritze für mindestens 15 Minuten zu beob­achten, um auf mögliche Neben­wirkungen reagieren zu können. Bei bestimmten Risikopatienten sollten es bis zu 30 Minuten sein, etwa bei Menschen mit einer Blut­gerinnungs­hemmung oder einem Risiko für allergische Reaktionen.

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Welche Vorsichts­maßnahmen werden sonst noch empfohlen?

Bei bestimmen Menschen könnte das Risiko für Neben­wirkungen höher liegen als in der Allgemeinbevölkerung. Daher sollten laut Institut für Qualität und Wirt­schaftlich­keit in der Gesundheit folgende Punkte im Aufklärungs­gespräch angesprochen werden:

- Schwere allergische Reaktionen oder Atem­probleme nach einer Impfung in der Vergangenheit.

- Ohnmacht nach einer Impfung in der Vergangenheit, etwa wegen Angst vor Spritzen.

- Bestehende schwere Erkrankung oder hohes Fieber.

- Störung der Blut­gerinnung.

- Geschwächtes Immun­system, zum Beispiel durch HIV oder die Einnahme von Cortison.

- Bestehende oder vermutete Schwangerschaft oder Still­zeit.

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Kann ich mir den Impf­stoff aussuchen?

Auf absehbare Zeit wird es nach Einschät­zung von Gesund­heits­experten wohl nicht möglich sein, sich einen Wunsch-Impf­stoff auszusuchen. Welches Medikament verimpft wird, richtet sich bis auf Weiteres nach der Verfügbarkeit.

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Soll ich nach der Covid-19-Impfung mit anderen Impfungen warten?

Die Ständige Impf­kommis­sion rät Menschen, sich möglichst nicht unmittel­bar vor oder nach einer Covid-19-Impfung gegen eine andere Krankheit wie Grippe oder Pneumokokken impfen zu lassen. Laut Stiko sollten mindestens 14 Tage zwischen den verschiedenen Impfungen liegen – außer eine Notfall­impfung ist ange­zeigt.

Schwerkranke, Kinder, Schwangere und bereits Infizierte

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Ist eine Impfung bei sehr alten oder schwer kranken Menschen in schlechtem Allgemein­zustand sinn­voll?

Bei sehr alten oder sehr kranken Menschen, die sich in einem schlechten Allgemein­zustand befinden, soll laut Stiko ein Arzt oder eine Ärztin die Impf­fähig­keit prüfen.

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Können auch Kinder gegen Covid-19 geimpft werden?

Zunächst nicht. Die ersten Impf­stoffe werden nur Erwachsenen zur Verfügung stehen, da sie bei Kindern und jüngeren Jugend­lichen noch nicht genügend auf Wirk­samkeit und Sicherheit untersucht wurden. Der Impf­stoff von Biontech/Pfizer wurde in der klinischen Phase auch Jugend­lichen ab 16 Jahren verabreicht, der von Modern nur Erwachsenen.

Es gibt mehrere Gründe, weshalb die Impf­stoffe schwer­punkt­mäßig zuerst für Erwachsene entwickelt worden sind: Kinder sind schon allein aus ethischen Gründen nicht für frühe Tests vorgesehen. Außerdem liegt das Augen­merk der Impf­stoff­entwick­lung laut RKI zunächst auf denjenigen, die am schwersten erkranken können. Und Kita- und Grund­schul­kinder würden nach allem, was bisher bekannt sei, das Infektions­geschehen nicht in besonderer Weise antreiben. Sie erkrankten weniger häufig und stark als Erwachsene.

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Sollen sich Schwangere und Stillende impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung vor­erst nicht generell für Schwangere und Stillende. Bisher lägen noch keine Daten vor, ob die Impfung für diese Gruppen sicher und wirk­sam sei. Wenn eine Schwangere, die von ihrer Schwangerschaft noch nichts weiß, geimpft worden sei, bestehe jedoch kein Anlass für einen Schwanger­schafts­abbruch.

In Einzel­fällen – zum Beispiel bei Vorerkrankung und daraus folgendem hohem Risiko für einen schweren Verlauf – könne auch über eine Impfung von Schwangeren nachgedacht werden. Dass eine Impfung der Mutter während der Still­zeit ein Risiko für den Säugling darstellt, hält die Stiko für unwahr­scheinlich.

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Bekomme ich eine Impfung, wenn ich bereits eine Corona-Infektion hinter mir habe?

Nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) sollten Menschen, die bereits Covid-19 durch­gemacht haben, in der Regel etwa sechs Monate nach der Infektion geimpft werden. Es sei anzu­nehmen, dass Betroffene zunächst immun seien. Wegen des bestehenden Impf­stoff­mangels sollten sie erst später geimpft werden. Die Stiko hält dabei eine einzige Impf­dosis für ausreichend.

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Ist eine Impfung gefähr­lich, wenn ich bereits unbe­merkt eine Corona-Infektion hatte?

Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es laut Ständiger Impfkommission keinen Hinweis darauf, dass die Impfung nach einer unbe­merkt durch­gemachten Infektion mit Sars-CoV-2 eine Gefähr­dung darstellt.

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Soll ich einen Antikör­pertest machen, wenn ich vermute, bereits eine Corona-Infektion gehabt zu haben?

Nein, das ist laut RKI nicht notwendig. Es lägen bisher keine Hinweise vor, dass eine Impfung gegen Covid-19 nach einer durch­gemachten Corona-Infektion gefähr­lich sei.

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Kann ich trotz Impfung an Covid-19 erkranken?

Grund­sätzlich bieten die Impfung keinen hundert­prozentigen Schutz. Zu Erkrankungen kann es laut RKI vor allem dann kommen, wenn jemand sich kurz vor der Impfung mit dem Coronavirus infiziert hat oder wenn eine Infektion in den ersten Tagen nach der Impfung erfolgt und der Körper noch keinen voll­ständigen Immun­schutz aufbauen konnte.

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Was ist, wenn ich nach der ersten Dosis an Covid-19 erkranke?

Wer nach der ersten Impf­dosis an Covid-19 erkrankt, soll laut Stiko die zweite Dosis erst sechs Monate nach Genesung erhalten.

Wer wann geimpft wird

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Wo ist fest­gelegt, wer zuerst geimpft wird?

Das Bundes­ministerium für Gesundheit hat in der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 fest­gelegt, die Impfungen zunächst für bestimmte Gruppen mit höchster, hoher und erhöhter Priorität anzu­bieten.

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Wer soll in Deutsch­land mit höchster Priorität geimpft werden?

- Personen, die das 80. Lebens­jahr voll­endet haben. Sie können nach Geburts­jahr­gängen – beginnend mit den ältesten Jahr­gängen – zeit­versetzt zur Impfung einge­laden werden.

- Personen, die in stationären und teil­stationären Alten- und Pfle­geheimen behandelt, betreut und gepflegt werden sowie Personen, die dort tätig sind.

- Personen, die für ambulante Pflege­dienste arbeiten und regel­mäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen.

- Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege Begut­achtungs- oder Prüf­tätig­keiten ausüben.

- Personen, die in medizi­nischen Einrichtungen arbeiten und dort ein sehr hohes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus haben – insbesondere auf Intensiv­stationen, in Notaufnahmen, in Rettungs­diensten, bei der spezialisierten ambulanten Palliativ­versorgung, in den Impf­zentren sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus relevante aerosolgenerierende Tätig­keiten durch­geführt werden.

- Personen, die in medizi­nischen Einrichtungen – wie für Onkologie oder Trans­plantations­medizin – regel­mäßig Personen behandeln, die ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben.

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Wer gehört zur Gruppe mit hoher Priorität?

- Personen, die das 70. Lebens­jahr voll­endet haben.

- Personen mit einem sehr hohen oder hohen Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Krank­heits­verlauf. Dazu gehören: Menschen mit Trisomie 21, nach einer Organ­trans­plantation, mit einer Demenz, mit einer geistigen Behin­derung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression), mit bösartigen Bluter­krankungen oder behand­lungs­bedürftigen Tumor­erkrankungen, die noch bestehen oder geheilt sind, aber weniger als fünf Jahre zurück­liegen.

- Personen mit schweren Lungen­erkrankungen (interstitieller Lungen­erkrankung, COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease), Mukoviszidose)

- Personen mit Diabetes mellitus (mit HbA1c-Wert von mindestens 58 mmol/mol oder mindestens 7,5 Prozent).

- Personen mit Leber­zirrhose oder einer anderen chro­nischen Leber­erkrankung.

- Personen mit chro­nischer Nieren­erkrankung.

- Personen mit Adipositas (Body-Mass-Index liegt über 40),

- Personen, bei denen nach individueller ärzt­licher Beur­teilung aufgrund besonderer Umstände im Einzel­fall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Krank­heits­verlauf besteht.

- bis zu zwei enge Kontakt­personen einer pflegebedürftigen Person, die nicht in einer Einrichtung lebt. Die Kontakt­personen müssen von der pflegebedürftigen Person selbst oder ihren Vertretern bestimmt werden.

- bis zu zwei enge Kontakt­personen von einer Schwangeren.

- Personen, die in stationären Einrichtungen oder bei ambulanten Pflege­diensten für geistig oder psychisch behinderte Menschen arbeiten.

- Personen, die in medizi­nischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Infektions­risiko durch das Coronavirus arbeiten. Dazu gehören Ärzte, sons­tiges Personal mit regel­mäßigem unmittel­barem Patienten­kontakt sowie das Personal von Blut- und Plasmaspende­diensten und Corona-Testzentren.

- Polizei- und Ordnungs­kräfte, die insbesondere bei Demons­trationen, einem hohen Infektions­risiko ausgesetzt sind.

- Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektions­risiko ausgesetzt sind.

- Personen, die im öffent­lichen Gesund­heits­dienst oder in besonders relevanter Position tätig sind, um die Kranken­hausinfrastruktur aufrecht zu erhalten.

- Personen, die etwa in Obdachlosen- und Flücht­lings­unterkünften unterge­bracht sind oder Personen, die dort arbeiten.

- Personen, die ältere oder pflegebedürftige Menschen – nach bestimmten recht­lichen Voraus­setzungen – regel­mäßig im Alltag unterstützen.

- Personal in Kinder­betreuungs­einrichtungen, Kinder­tages­pflege und in Grund­schulen, Sonderschulen und Förderschulen.

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Wer hat erhöhte Priorität?

- Personen, die das 60. Lebens­jahr voll­endet haben.

- Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Krank­heits­verlauf. Dazu gehören Menschen mit behand­lungs­freier Krebs­erkrankung, wenn seit mehr als fünf Jahren keine Krank­heits­zeichen mehr nach­weisbar sind.

- Personen mit Immun­schwäche, HIV-Infektion, Auto­imm­unerkrankungen oder rheumatologischen Erkrankungen.

- Personen mit Herz­insuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronarer Herz­krankheit oder arterieller Hyper­tonie.

- Personen mit chro­nischen neurologischen Erkrankungen wie nach einem Schlag­anfall oder Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns.

- Personen mit Asthma bronchiale.

- Personen mit chro­nisch entzündlicher Darm­erkrankung.

- Personen mit Diabetes mellitus (mit HbA1c-Wert unter 58 mmol/mol oder unter 7,5 Prozent).

- Personen mit Adipositas (Body-Mass-Index über 30).

- Personen, bei denen nach individueller ärzt­licher Beur­teilung aufgrund besonderer Umstände im Einzel­fall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Krank­heits­verlauf besteht.

- bis zu zwei enge Kontakt­personen von einer pflegebedürftigen Person, die nicht in einer Einrichtung lebt, und von dieser Person oder einer sie vertretende Person bestimmt wird.

- Personen, die Mitglieder von Verfassungs­organen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungs­organen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundes­wehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophen­schutz einschließ­lich des Tech­nischen Hilfs­werks, in der Justiz und Rechts­pflege, in den Auslands­vertretungen der Bundes­republik Deutsch­land oder bei Organisationen der Entwick­lungs­zusammen­arbeit mit Sitz in der Bundes­republik Deutsch­land tätig sind.

- Beschäftige in Unternehmen, die für die Infrastruktur wichtig sind. Dazu zählen zum Beispiel der Lebens­mittel­einzel­handel, Apotheken und Pharma­wirt­schaft, öffent­liche Versorgung und Entsorgung, Ernährungs­wirt­schaft, Trans­portwesen, Informations­technik und Tele­kommunikation.

- Personen, die in Bereichen medizi­nischer Einrichtungen mit nied­rigem Risiko für eine Coronavirus-Infektion tätig sind, insbesondere in Laboren, und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut.

- Personen, die in der Kinder- und Jugend­hilfe und Schulen arbeiten, die nicht in der Gruppe mit „hoher Priorität“ (siehe oben) aufgeführt sind.

- Personen mit prekären Arbeits- oder Lebens­bedingungen.

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Wie lässt sich bei bestimmten Erkrankungen oder für Einzel­fälle nach­weisen, dass eine Person eine erhöhte Priorität hat?

Wer an einer Krankheit leidet, die in der Verordnung genannt ist, kann sich ein Attest bei einem Arzt oder einer Ärztin ausstellen lassen. Gegebenenfalls können diese auch einen Code vergeben, der die Vereinbarung eines Impf­termins erleichtert. Wer aufgrund bestimmter Umstände im Einzel­fall ein Recht auf eine hohe oder erhöhte Priorisierung hat oder haben könnte, muss sich ebenfalls ein Attest ausstellten lassen. Laut Verordnung sind dafür Institutionen zuständig, die von den obersten Landes­gesund­heits­behörden und den von ihnen bestimmten Stellen damit beauftragt werden.

Impf­termine buchen und Praktisches rund um die Impfung

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Warum gibt es Impf­zentren?

Über Impf­zentren lassen sich schnell viele Menschen impfen. Dort besteht auch die Möglich­keit, die Impf­stoffe gut zu über­wachen und korrekt zu lagern: Einige Vakzine müssen etwa im Ultra-Tiefkühl­bereich bei minus 70 Grad lagern – wie der Impf­stoff von Biontech/Pfizer.

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Wie bekomme ich einen Termin zur Impfung?

Die Termin­vergabe erfolgt über die Bundes­länder. Diese arbeiten recht unterschiedlich: Berlin, Bremen, Hamburg, Meck­lenburg-Vorpommern, Nieder­sachsen und Nord­rhein-West­falen wollen Bürger, die zu Hause leben und in der Prioritäten­liste oben stehen, zunächst persönlich einladen – etwa per Brief. In anderem Bundes­ländern ist mehr Initiative gefragt. Impf­berechtigte oder ihre Angehörige müssen sich von sich aus um einen Termin kümmern.

Telefon- und Online-Buchung: Hier eine Über­sicht mit den Internet-Adressen

Weiterführende Links finden Sie im Kasten „Impfinfos der Länder“.

Bundes­land

Telefon / Internet­adresse

Träger

Bundes­land

Telefon / Internet­adresse

Träger

Baden-Württem­berg

116 117

impfterminservice.de

Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung KBV

Bayern

116 117

impfzentren.bayern

Bayerisches Staats­ministerium für Gesundheit und Pflege

Berlin

0 30/90 28 22 00

doctolib.de

Doctolib GmbH

Brandenburg

116 117

online im Laufe des Jahres

-

Bremen

impfzentrum.bremen.de

Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucher­schutz

Hamburg

116 117

impfterminservice.de

Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung KBV

Hessen

116 117, 06 11/50 59 28 88

impfterminservice.hessen.de

Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung KBV

Meck­lenburg-Vorpommern

03 85/20 27 11 15

-

Nieder­sachsen

0 800/9 98 86 65

impfportal-niedersachsen.de

Nieder­sächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleich­stellung

Nord­rhein-West­falen

Nord­rhein/Rhein­land:

0 800/1 161 17 01

termin.corona-impfung.nrw/home

West­falen-Lippe:

0 800/11 61 17 02

impfterminservice.de

Nord­rhein/Rhein­land:

Kassen­ärzt­liche Vereinigung Nord­rhein

West­falen-Lippe:

Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung KBV

Rhein­land-Pfalz

0 800/5 75 81 00

impftermin.rlp.de

Land Rhein­land-Pfalz, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie

Saar­land

06 81/ 5 01 44 22, 0800/9 99 15 99

impfen-saarland.de

samedi GmbH

Sachsen

in Kürze: 0 800/0 89 90 89

sachsen.impfterminvergabe.de

DRK Landes­verbandS­achsen e. V.

Sachsen-Anhalt

116 117

impfterminservice.de

Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung KBV

Schleswig-Holstein

116 117

impfen-sh.de

Minister­präsident des Landes Schleswig-Holstein

Thüringen

0 36 43/4 95 04 90

impfen-thueringen.de

Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie Kassen­ärzt­liche Vereinigung Thüringen

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Welche Unterlagen muss ich zur Impfung mitbringen?

Impf­willige müssen einen Personal- oder einen anderen Licht­bild­ausweis vorlegen. Menschen mit chro­nischen Erkrankungen sollten diese über eine ärzt­liche Bestätigung nach­weisen. Und Kontakt­personen von Risiko­gruppen, die sich mit Priorität impfen lassen möchten, benötigen eine Bestätigung – zum Beispiel von der betreuten Person.

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Wie viel Prozent der Bevölkerung in Deutsch­land sollten sich impfen lassen?

Mathematische Modelle beschreiben laut Ständiger Impfkommission (Stiko) ein Ende der Pandemie, wenn etwa 70 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Coronavirus ist und Über­tragungen weit­gehend limitiert sind. Doch fehlten laut Stiko noch detaillierte Daten dazu, wie wirk­sam die einzelnen Covid-19-Impf­stoffe seien und wie lange der Impf­schutz anhalte. Auch dies beein­flusse, wie viel Prozent der Bevölkerung sich impfen lassen müssten, um bei 70 Prozent der Bevölkerung eine Immunität entstehen zu lassen und damit die Pandemie einzudämmen.

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Muss ich nach der Impfung noch eine Maske tragen?

Ja. Die bestehenden AHA-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltags­maske tragen) sowie alle Einschränkungen für den Infektions­schutz gelten auch für Geimpfte weiter. Grund: Möglicher­weise können auch geimpfte Menschen das Virus noch weitergeben Test FFP2-Masken.

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Ist die Impfung freiwil­lig?

Ja.

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Was kostet die Impfung?

Die Impfung soll für alle Menschen in Deutsch­land kostenlos sein. Die Kosten trägt der Bund. Länder sowie gesetzliche und private Kranken­versicherungen finanzieren den Betrieb der Impf­zentren.

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Wo kann ich mich impfen lassen?

Die Bundes­länder haben Impf­zentren errichtet, wo die meisten Impfungen erfolgen sollen. Ergänzend sind mobile Impf­teams unterwegs, die beispiels­weise Patienten in Pfle­geeinrichtungen und Krankenhäusern impfen. Aktuelle Informationen zu den Impf­zentren und zur Impf­organisation finden sich auf den Webseiten der jeweiligen Bundes­länder (siehe Kasten „Impfinfos der Länder“).

Besonderheiten von mRNA-Impf­stoffen

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Wie wirken die mRNA-Impf­stoffe von Moderna und Biontech/Pfizer?

Die Impf­stoffe von Moderna und Biontech/Pfizer gehören zu den sogenannten mRNA-Impf­stoffen oder auch genetischen Impf­stoffen. Diese enthalten Genabschnitte von Sars-CoV-2 in Form von messenger-RNA (kurz mRNA) oder auch Boten-RNA (RNA steht für Ribo­nukleinsäure).

Kurz nach der Impfung stellen einige Körperzellen nach dem Bau­plan der Virus-mRNA bestimmte Proteine her. Diese regen das Immun­system dazu an, einer­seits gezielte Antikörper gegen das Virus zu bilden und anderer­seits die zelluläre Abwehr gegen infizierte Zellen in Gang zu setzen. So entsteht eine Immun­reaktion. Eine ausführ­liche Beschreibung des Wirk­mecha­nismus finden Sie auf der Website des RKI.

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Was hat es mit Lipid-Nanop­artikeln in mRNA-Impf­stoffen auf sich? Sind sie gefähr­lich?

Die mRNA in den Impf­stoffen ist mit Lipid­stoffen umhüllt, so dass sogenannte mRNA-Lipid-Nanop­artikel entstehen. Diese bleiben auch nach dem Spritzen in die Muskeln stabil und ermöglichen, dass einige wenige Muskel- und Immun­zellen die mRNA über­haupt aufnehmen können.

Die Ständige Impfkommission verweist auf Studien­ergeb­nisse, wonach die Lipid-Nanop­artikel nicht zell­schädigend seien und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgehe.

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Besteht die Gefahr, dass Geimpfte die mRNA aus den Impf­stoffen ins genetische Material aufnehmen?

Laut Ständiger Impfkommisssion besteht keine Gefahr. Die mRNA der Impf­stoffe werde nach kurzer Zeit von den Zellen abge­baut. Sie werde nicht in DNA umge­baut und habe keinen Einfluss auf Körperzellen oder Keimbahn­zellen. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Antigens statt.

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Was unterscheidet mRNA-Impf­stoffe von den meisten herkömm­lichen Impf­stoffen?

Während bei vielen herkömm­lichen Impf­stoffen das Antigen selbst gespritzt wird, injiziert man beim mRNA-Impf­stoff die genetische Information. Der Körper bildet das Antigen dann selbst.

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Was sind Vorteile von mRNA-Impf­stoffen?

Von mRNA-basierten Impf­stoffe lässt sich in wenigen Wochen eine große Zahl an Impf­dosen herstellen.

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Gibt es bereits andere zugelassene mRNA-Impf­stoffe?

Nein. Allerdings laufen laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) schon länger klinische Prüfungen mit DNA- und mRNA-Impf­stoffen, insbesondere für Impf­stoffe gegen Krebs­erkrankungen.

Hintergründe zur Zulassung der Impf­stoffe

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Wer erteilt die Zulassung?

Moderne biomedizi­nische Arznei­mittel wie mRNA-Impf­stoffe können nur in einem zentralisierten Verfahren gemein­sam in der Europäischen Union und dem Europäischen Wirt­schafts­raum zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittelagentur Ema koor­diniert das Verfahren, die Europäische Kommis­sion spricht die Zulassung aus.

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Welche Zulassungs­schritte haben die Impf­stoffe durch­laufen?

Ein Impf­stoff darf erst nach ausreichender Über­prüfung auf den Markt. Impf­stoffe gegen Covid-19 müssen folgende Zulassungs­phasen durch­laufen haben: eine präkli­nische Phase mit Tieren, eine klinische Phase mit freiwil­ligen Menschen, eine Zulassungs­prüfung. Das Bundesgesundheitsministerium betont, dass vor allem die klinischen Prüfungen zu Verträglich­keit, Sicherheit und Wirk­samkeit sehr breit angelegt worden seien und mehrere zehn­tausend Probanden einge­schlossen hätten. Die Probanden seien dabei intensiv beob­achtet worden.

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Warum wurde den Impf­stoffen nur eine „bedingte Zulassung“ erteilt?

Die Impf­stoffe gegen Covid-19 haben derzeit nur eine „bedingte Zulassung“, weil noch nicht alle für eine normale Zulassung erforderlichen Daten vorliegen. Eine bedingte Zulassung kann laut EU sinn­voll sein, wenn der Nutzen der sofortigen Verfügbarkeit des Arznei­mittels die Risiken im Zusammen­hang mit der unvoll­ständigen Daten­lage deutlich über­wiegt. Die Unternehmen müssten allerdings nach der Markt­zulassung inner­halb bestimmter Fristen weitere Daten vorlegen, zum Beispiel aus laufenden oder neuen Studien, um zu belegen, dass der Nutzen die Risiken nach wie vor über­wiege.

In Deutsch­land erfasst das unabhängige Paul-Ehrlich-Institut die Neben­wirkungen und Impf­reaktionen. Dabei sollen auch Beob­achtungen aus dem Ausland berück­sichtigt werden, damit seltene Neben­wirkungen schnell sicht­bar werden.

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Wieso kann die Stiko die Impf­stoffe so schnell bewerten?

Normaler­weise liegt zwischen der Zulassung eines Impf­stoffs und der Empfehlung durch die Ständige Impf­kommis­sion (Stiko) eine gewisse Zeit. Für Impf­stoffe gegen Covid-19 ergibt sich aber eine besondere Situation: Die Zulassungs­behörden bekommen bereits in der Entwick­lungs­phase nach und nach Daten vom Impf­stoff­hersteller zur Prüfung und Bewertung über­mittelt. Dieses sogenannte Rolling-Review-Verfahren hilft, deutlich schneller als üblich über eine Zulassung zu entscheiden.

Zeitgleich bewertet auch die Stiko die Daten der Impf­stoff­hersteller. Es ist laut RKI davon auszugehen, dass eine Empfehlung für einen Impf­stoff gegen Covid-19 im Laufe des nächsten Jahres immer wieder über­prüft und gegebenenfalls angepasst werden muss. Dies wird notwendig, wenn neue Erkennt­nisse zu Erreger­eigenschaften des Coronavirus vorliegen, weitere Impf­stoffe zugelassen werden, weitere Daten zu Wirk­samkeit und Sicherheit nach Zulassung und Markt­einführung verfügbar werden und sich die epidemiologische Situation verändert.

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Wohin kann ich mich wenden, wenn Neben­wirkungen auftreten, die auf die Impfung zurück­zuführen sein könnten?

Wer den Verdacht hat, dass die Impfung bei ihm zu Neben­wirkungen geführt hat, kann diese einer Ärztin oder einem Arzt melden. Alternativ kann er sich an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder das örtliche Gesund­heits­amt wenden.

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Werden die Empfehlungen der Ständigen Impf­kommis­sion aktualisiert?

Die erste Empfehlung der Ständigen Impfkommission ist im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts veröffent­licht. Sie basiert auf dem aktuellen Wissens­stand und berück­sichtigt daher nur die Impf­stoffe, die demnächst zum Einsatz kommen werden. Die Empfehlung soll fort­laufend aktualisiert werden.

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Sind weitere Impf­stoffe in Sicht?

Welt­weit arbeiten laut Robert-Koch-Institut Forschende derzeit an mehr als 150 möglichen Impf­stoff-Kandidaten, von denen sich einige bereits in der klinischen Prüfung an gesunden Freiwil­ligen befinden und einige kurz vor der Zulassung stehen. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass im Laufe des Jahres 2021 verschiedene weitere Impf­stoffe zur Verfügung stehen werden.

Dieses Special wird regel­mäßig aktualisiert. Jüngstes Update: 8. April 2021. Zuvor gepostete Nutzer­kommentare beziehen sich auf eine frühere Fassung.

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