Ältere Menschen haben bei der Impfung Vorrang.

Impfen, impfen, impfen: Die Hoff­nung auf wirkungs­vollen Schutz vor Covid-19 treibt alle um. Seit Ende Dezember werden Menschen in Deutsch­land bereits mit dem Impf­stoff von Biontech und Pfizer geimpft, nun hat die EU-Kommis­sion auch den Impf­stoff von Moderna zugelassen. Wir fassen die wichtigsten Infos rund um die Corona-Impfung zusammen und sagen, inwiefern sich die Impf­stoffe unterscheiden, was sie bewirken, welche Neben­wirkungen auftreten könnten – und wer zuerst geimpft wird.

Gemein­samkeiten und Unterschiede der beiden Impf­stoffe

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Was sind die wesentlichen Gemein­samkeiten der Impf­stoffe von Moderna und Biontech/Pfizer?

Die Impf­stoffe von Moderna und Biontech und Pfizer haben viel gemein­sam:

Beide sind mRNA-Impf­stoffe. Die Impf­stoffe basieren auf sogenannter mRNA (Messenger-Ribo­nukleinsäure) von Sars-CoV-2. Diese mRNA enthält den Bau­plan für ein Eiweiß, das auf der Oberfläche des Virus vorkommt. Via Impfung gelangt dieser Bau­plan in einige Körperzellen. Sie stellen für kurze Zeit das Eiweiß her und regen das Immun­system an, Abwehr­stoffe dagegen zu bilden. Das Immun­system kann dadurch das Virus bei einem späteren Kontakt erkennen und bekämpfen.

Vergleich­bare Wirk­samkeit. Der Impf­stoff von Biontech und Pfizer verringert das Risiko für eine Covid-19-Erkrankung laut Zulassungs­studie um 95 Prozent. Diese Quote liegt in der entsprechenden Studie für den Impf­stoff von Moderna bei insgesamt 94,1 Prozent. Die Ständige Impf­kommis­sion hält beide Impf­stoffe für gleich­wertig.

Zwei Impfungen notwendig. Beide Impf­stoffe entfalten erst nach zwei Dosen ihre volle Wirkung, die im Abstand von drei beziehungs­weise vier Wochen verabreicht werden.

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Was sind die wesentliche Unterschiede der beiden Impf­stoffe?

Temperatur­empfindlich­keit. Während der Impf­stoff von Biontech und Pfizer bei etwa minus 70 Grad Celsius gelagert und trans­portiert werden muss, verträgt der Impf­stoff von Moderna bei der Auslieferung Temperaturen von „nur“ minus 25 bis minus 15 Grad. Er kann danach sogar licht­geschützt bei Temperaturen von 2 bis 8 Grad für maximal 30 Tage im Kühl­schrank gelagert werden. Der Impf­stoff von Biontech und Pfizer soll laut Produkt­information nach der Entnahme aus dem Gefrier­schrank bei 2 bis 8 Grad bis zu fünf Tage halten – voraus­gesetzt, die Flaschen bleiben verschlossen.

Mindest­alter für Impfung. Während der Impf­stoff von Biontech und Pfizer für bereits für Jugend­liche ab 16 Jahre zugelassen ist, darf der Impf­stoff von Moderna nur erwachsenen Menschen ab 18 Jahren verabreicht werden.

Abstände zwischen den Impfungen. Der empfohlene Abstand zwischen erster und zweiter Dosis beträgt beim Impf­stoff von Biontech und Pfizer 21 Tage, bei Moderna 28 Tage. Die zweite Dosis sollte bei beiden Präparaten aller­spätestens 42 Tage nach der ersten Dosis verabreicht werden. Die Ständige Impf­kommis­sion rät, nicht von diesen empfohlenen Impf­schemata abzu­weichen.

Wirk­weise, Schutz­wirkung, Neben­wirkungen

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Wie gut schützen die Impf­stoffe?

Beide Impf­stoffe haben sich in klinischen Studien als effektiv erwiesen. Laut der Europäischen Arzneimittelagentur Ema zeigt eine sehr große klinische Studie, dass der Impf­stoff namens mRNA-1273 von Moderna bei Menschen ab 18 Jahren wirk­sam war. An der Studie nahmen etwa 30 000 Menschen teil. Von ihnen erhielt eine Hälfte den Impf­stoff, die andere einen Placebo – eine wirkungs­lose Kochsalzlösung. Das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, sank bei den Geimpften im Vergleich zur Placebogruppe insgesamt um 94,1 Prozent. Bei Teilnehmenden mit einem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe wie Menschen mit chro­nischen Erkrankungen von Lungen, Herz und Leber, Adipositias oder Diabetes lag die Wirk­samkeit bei 90,9 Prozent.

Die Wirk­samkeit des bereits zugelassenen Impf­stoffs Comirnaty von Biontech und Pfizer ist vergleich­bar gut. Für ihn hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) bereits eine Empfehlung veröffent­licht. Danach hat der in der entscheidenden klinischen Studie mit knapp 43 500 Teilnehmenden die Wahr­scheinlich­keit für eine Infektion mit Covid-19 um 95 Prozent verringert. Auch in dieser Studie erhielt die eine Hälfte der Probanden den Impf­stoff, die andere einen Placebo in Form von Kochsalzlösung. Die Impfung schützte in verschiedenen Alters­gruppen ähnlich gut, auch bei Menschen mit Vorerkrankungen.

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Wie lange hält der Immun­schutz an?

Das ist derzeit noch unklar.

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Sollen beide Impf­dosen den gleichen Impf­stoff enthalten?

Ja. Eine begonnene Impf­serie soll laut Ständiger Impf­kommis­sion mit dem gleichen Impf­stoff abge­schlossen werden, auch wenn zwischen­zeitlich weitere Impf­stoffe zugelassen werden. Wer bereits eine Impf­dosis erhalten hat, hat im Zweifel Vorrang gegen­über Personen, die noch keine Impf­dosis erhalten haben, so die Stiko.

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Wie schnell wirkt die Impfung?

Laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (Iqwig) ist für beide Impf­stoffe unklar, wie gut man bereits nach der ersten Dosis gegen eine Covid-19-Erkrankung geschützt ist. Den vollen Impf­schutz habe man erst eine Woche nach der zweiten Dosis.

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Können geimpfte Menschen das Virus noch über­tragen?

Es ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) noch nicht geklärt, ob und in welchem Maße geimpfte Menschen das Coronavirus über­tragen können.

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Wie viele Impf­dosen sind für eine Impfung notwendig?

Für eine voll­ständige Immunisierung sind bei beiden Impf­stoffen jeweils zwei Dosen notwendig. Beim Vakzin von Biontech und Pfizer sollte der Abstand 21 Tagen betragen, beim Vakzin von Moderna 28 Tage.

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Was ist, wenn ich den Abstand zwischen den Impfungen nicht einhalten kann?

Wenn zwischen der ersten und der zweiten Impfung mehr Zeit als empfohlen verstrichen ist, kann die Impf­serie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

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Ist es sinn­voll, bewusst einen längeren Abstand als vorgesehen zwischen zwei Impf­terminen zu lassen, um mehr Menschen impfen zu können?

Nein. Nach Einschät­zung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist es unsicher, dass die gerade mit Priorität geimpften betagten Menschen nach der ersten Dosis schon ausreichend geschützt sind. Zwar seien in den Zulassungs­studien ab 14 Tage nach der ersten Dosis Impf­effektivitäten von mehr als 90 Prozent ermittelt worden, doch seien die meisten Teilnehmenden jünger als 75 Jahre alt gewesen. In der Regel schlügen Impfungen im hohen Alter nicht mehr so gut an.

Hinzu kommt laut RKI, das Geimpfte nach der ersten Dosis um den Faktor 10 bis 20 weniger Antikörper im Blut hätten als nach der zweiten. Das könne unter anderem dazu führen, dass der Schutz nicht so lang anhalte. Das RKI gibt auch zu bedenken, dass sich bei einer Teil-Immunität bestimmte Viren vermehren und Mutationen begüns­tigen könnten. Das sei für Sars-CoV-2 noch nicht gezeigt worden, wohl aber für andere Viren.

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Was passiert, wenn ich mich nach der ersten Impf­dosis infiziere?

Wenn nach der ersten Impfung eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wird, dann soll die zweite Impf­dosis laut Ständiger Impf­kommis­sion zunächst nicht mehr gegeben werden.

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In welche Körper­stelle wird der Impf­stoff gespritzt?

Der Impf­stoff wird in die Muskeln des Ober­arms gespritzt. Patienten, die Blut­gerinnungs­hemmer einnehmen und dadurch generell zu starken Blutungen neigen, sollen mit sehr feinen Injektions­kanülen geimpft werden.

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Was ist über Neben­wirkungen bekannt?

Wie bei jeder Impfung können auch bei den neuen Impf­stoffen gegen Covid-19 Impf­reaktionen und Neben­wirkungen auftreten. Einen Über­blick über Neben­wirkungen gibt unter anderem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen:

Lokale Reaktionen. Beim Impf­stoff von Biontech und Pfizer berichteten insgesamt 73 Prozent der Geimpften über Schmerzen, Rötungen oder Schwel­lungen an der Einstich­stelle – bei den Teilnehmern aus der Placebo-Gruppe waren das nur 11 Prozent. Bei weniger als 1 Prozent der Geimpften kam es zu einer meist harmlosen Schwellung der Lymph­knoten. Insgesamt traten bei den Studien­teilnehmern über 55 Jahre weniger Lokalre­aktionen auf. Beim Impf­stoff von Moderna gaben 92 Prozent der Geimpften und 29 Prozent der Teilnehmer aus der Placebo-Gruppe an, dass nach der Impfung Schmerzen oder Rötungen an der Einstich­stelle oder geschwollene oder zarte Lymph­knoten unter den Armen aufgetreten seien.

Reaktionen im ganzen Körper. Nach der Impfung mit dem Impf­stoff von Biontech und Pfizer klagten 70 Prozent der Geimpften über Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf­schmerzen oder Muskel- und Gelenk­schmerzen. Der Impf­stoff von Moderna führte bei 83 Prozent der Geimpften zu Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf­schmerzen, Muskel- oder Gelenk­schmerzen, Übel­keit oder Erbrechen.

Schwere Reaktionen. Nach der Impfung mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer trat in der Impf­gruppe bei sehr wenigen Menschen (0,02 Prozent aller Geimpften) eine vorüber­gehende Gesichts­lähmung auf und bei 0,1 Prozent der Geimpften kam es zu möglicher­weise allergischen Reaktionen.

Beim Impf­stoff Moderna gibt bislang keine Hinweise auf schwere Neben­wirkungen nach der Impfung. In der Impf­gruppe litten aber sehr wenige Menschen (0,01 Prozent) nach der Impfung an einer Gesichts­lähmung und bei 0,4 Prozent stand der Verdacht auf allergische Reaktionen im Raum. Ob beides in Zusammen­hang mit der Impfung steht, gilt noch als unklar. Die Arznei­mittel­behörden versichern, diese Fälle weiterhin zu beob­achten und gründlich zu prüfen.

Todes­fälle. Weder unter den Geimpften noch in der Placebo-Gruppe traten Todes­fälle auf, die auf die Spritzen mit einem der beiden Impf­stoffe oder dem Placebo aus Kochsalzlösung zurück­zuführen waren.

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Wie steht es um das Risiko allergischer Reaktionen?

Personen, die wissen, dass sie eine Allergie gegen einen Bestand­teil des Impf­stoffs von Moderna oder von Biontech und Pfizer haben, sollten diesen laut Ema nicht erhalten. Nur in sehr wenigen Fällen seien bislang schwere allergische Reaktionen (anapyhlaktischer Schock) aufgetreten. Daher sei es wichtig, dass unmittel­bar nach der Impfung medizi­nisches Personal in der Nähe sei. Wer auf die erste Dosis eine schwere allergische Reaktion erlitten hat, soll laut Ema keine zweite Dosis erhalten.

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Muss ich direkt nach der Impfung noch unter ärzt­licher Kontrolle bleiben?

Ja. Arznei­mittel­behörden empfehlen, Geimpfte nach der Spritze für mindestens 15 Minuten zu beob­achten, um auf mögliche Neben­wirkungen reagieren zu können. Bei bestimmten Risikopatienten sollten es bis zu 30 Minuten sein, etwa bei Menschen mit einer Blut­gerinnungs­hemmung oder einem Risiko für allergische Reaktionen.

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Welche Vorsichts­maßnahmen werden sonst noch empfohlen?

Bei bestimmen Menschen könnte das Risiko für Neben­wirkungen höher liegen als in der Allgemeinbevölkerung. Daher sollten laut Institut für Qualität und Wirt­schaftlich­keit in der Gesundheit folgende Punkte im Aufklärungs­gespräch angesprochen werden:

Schwere allergische Reaktionen oder Atem­probleme nach einer Impfung in der Vergangenheit.

Ohnmacht nach einer Impfung in der Vergangenheit, etwa wegen Angst vor Spritzen.

Bestehende schwere Erkrankung oder hohes Fieber.

Störung der Blut­gerinnung.

Geschwächtes Immun­system, zum Beispiel durch HIV oder die Einnahme von Cortison.

Bestehende oder vermutete Schwangerschaft oder Still­zeit.

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Kann ich mir den Impf­stoff aussuchen?

Zunächst wird es nach Einschät­zung von Gesund­heits­experten wohl nicht möglich sein, sich einen Wunsch-Impf­stoff auszusuchen. Welches Medikament verimpft wird, richtet sich in der Anfangs­phase nach der Verfügbarkeit.

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Soll ich nach der Covid-19-Impfung mit anderen Impfungen warten?

Die Ständige Impf­kommis­sion rät Menschen, sich möglichst nicht unmittel­bar vor oder nach einer Covid-19-Impfung gegen eine andere Krankheit wie Grippe oder Pneumokokken impfen zu lassen. Laut Stiko sollten mindestens 14 Tage zwischen den verschiedenen Impfungen liegen – außer eine Notfall­impfung ist ange­zeigt.

Wer wann geimpft wird

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Wer soll in Deutsch­land zuerst geimpft werden?

Anfangs werden die Impf­stoffe in Deutsch­land nicht für alle Menschen reichen, die geimpft werden möchten. Daher hat das Bundesgesundheitsministerium in einer Rechts­ver­ordnung fest­gelegt, die Impfungen zunächst bestimmten Gruppen mit höchster Priorität anzu­bieten:

- Bewohner und Bewohne­rinnen von Senioren- und Alten­pfle­geheimen.

- Personen ab 80 Jahren.

- Personal mit besonders hohem Risiko für eine Corona-Infektion, etwa in medizi­nischen Einrichtungen wie Notaufnahmen oder in bei der medizi­nischen Betreuung von Covid-19-Erkrankten.

- Personal in medizi­nischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu sehr empfindlichen Gruppen, zum Beispiel Leukämie-Kranken oder Menschen nach einer Organ­trans­plantation.

- Personal in der ambulanten und stationären Alten­pflege mit Kontakt zu Bewohne­rinnen und Bewohnern.

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Warum haben Menschen ab 80 Jahren Vorrang vor anderen Risiko­gruppen?

Ein hohes Alter ist laut RKI der wesentlichste Risiko­faktor für einen schweren Covid-19-Verlauf. Das Risiko durch Vorerkrankungen gilt als geringer – außer bei Trisomie 21. Die Entscheidung stützt sich auf mathematische Modellierungen, die darauf abzielen, die größt­mögliche Zahl an Covid-19-Todes­fällen und Kranken­haus­einweisungen zu verhindern. Menschen ab 80 Jahren sowie Bewohne­rinnen und Bewohner von Pfle­geheimen zeigten sich als besonders gefährdet.

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Wer bekommt nach den ersten Gruppen eine Impfung?

Menschen mit hoher Priorität. Dazu gehören:

- Über 70-Jährige.

- Personen mit Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behin­derung, nach einer Organ­trans­plantation.

- Enge Kontakt­personen von pflegebedürftigen Menschen ab 80 Jahren oder von Bewohnern von Alten- Pfle­geheimen und Heimen für geistig Behinderte.

- Kontakt­personen von Schwangeren.

- Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflege­dienste regel­mäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen.

- Personen, die in Bereichen medizi­nischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositions­risiko in Bezug auf das Coronavirus Sars-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und sons­tiges Personal mit regel­mäßigem Patienten­kontakt, Personal der Blut- und Plasmaspende­dienste und in Sars-CoV-2-Testzentren.

- Polizei- und Ordnungs­kräfte, die im Dienst, etwa bei Demons­trationen, einem hohen Infektions­risiko ausgesetzt sind.

- Personen im öffent­lichen Gesund­heits­dienst und in relevanten Positionen der Kranken­hausinfrastruktur

- Personen, die in Flücht­lings- und Obdachlosen­einrichtungen leben oder tätig sind.

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Wer steht noch vorn in der Prioritäten­liste?

Bestimmte Risiko­gruppen haben eine „erhöhte Priorität“:

- Über 60-Jährige.

- Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chro­nische Nieren­erkrankung, chro­nische Leber­erkrankung, Immun­schwäche oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, diverse Herz­erkrankungen, Schlag­anfall, Krebs, COPD oder Asthma, Auto­imm­unerkrankungen und Rheuma.

- Beschäftigte in medizi­nischen Einrichtungen mit nied­rigen Expositions­risiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektions­krankheiten.

- Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungs­organen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophen­schutz und THW, Justiz.

- Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, in Apotheken und Pharma­wirt­schaft, öffent­licher Versorgung und Entsorgung, Ernährungs­wirt­schaft, Trans­portwesen, Informations­technik und Tele­kommunikation.

- Erzieher und Lehrer.

- Personen mit prekären Arbeits- oder Lebens­bedingungen.

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Können auch Kinder gegen Covid-19 geimpft werden?

Zunächst nicht. Die ersten Impf­stoffe werden nur Erwachsenen zur Verfügung stehen, da sie bei Kindern und jüngeren Jugend­lichen noch nicht genügend auf Wirk­samkeit und Sicherheit untersucht wurden. Der Impf­stoff von Biontech und Pfizer wurde in der klinischen Phase auch Jugend­lichen ab 16 Jahren verabreicht, der von Modern nur Erwachsenen.

Es gibt mehrere Gründe, weshalb die Impf­stoffe schwer­punkt­mäßig zuerst für Erwachsene entwickelt worden sind: Kinder sind schon allein aus ethischen Gründen nicht für frühe Tests vorgesehen. Außerdem liegt das Augen­merk der Impf­stoff­entwick­lung laut RKI zunächst auf denjenigen, die am schwersten erkranken können. Und Kita- und Grund­schul­kinder würden nach allem, was bisher bekannt sei, das Infektions­geschehen nicht in besonderer Weise antreiben. Sie erkrankten weniger häufig und stark als Erwachsene.

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Sollen sich Schwangere und Stillende impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung vor­erst nicht für Schwangere und Stillende. Bisher lägen noch keine Daten vor, ob die Impfung für diese Gruppen sicher und wirk­sam sei.

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Bekomme ich eine Impfung, wenn ich bereits eine Corona-Infektion hinter mir habe?

Dazu kann die Ständige Impfkommission eigenen Angaben zufolge noch keine endgültige Aussage treffen. Nach über­wiegender Expertenmeinung sollten Betroffene zunächst nicht geimpft werden. Es sei davon auszugehen, dass nach einer übstendenen Infektion bei den meisten Menschen zumindest eine gewisse Schutz­wirkung bestehe. Wie lange diese anhalte, lasse sich noch nicht beant­worten.

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Ist eine Impfung gefähr­lich, wenn ich bereits unbe­merkt eine Corona-Infektion hatte?

Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es laut Ständiger Impfkommission keinen Hinweis darauf, dass die Impfung nach einer unbe­merkt durch­gemachten Infektion mit Sars-CoV-2 eine Gefähr­dung darstellt.

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Soll ich einen Antikör­pertest machen, wenn ich vermute, bereits eine Corona-Infektion gehabt zu haben?

Nein, das ist laut RKI nicht notwendig. Es lägen bisher keine Hinweise vor, dass eine Impfung gegen Covid-19 nach einer durch­gemachten Corona-Infektion gefähr­lich sei.

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Ist die Impfung freiwil­lig?

Ja.

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Was kostet die Impfung?

Die Impfung soll für alle Menschen in Deutsch­land kostenlos sein. Die Kosten trägt der Bund. Länder sowie gesetzliche und private Kranken­versicherungen finanzieren den Betrieb der Impf­zentren.

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Wo kann ich mich impfen lassen?

Die Bundes­länder haben Impf­zentren errichtet, wo die meisten Impfungen erfolgen sollen. Ergänzend sind mobile Impf­teams unterwegs, die beispiels­weise Patienten in Pfle­geeinrichtungen und Krankenhäusern impfen. Aktuelle Informationen zu den Impf­zentren und zur Impf­organisation finden sich auf den Webseiten der jeweiligen Bundes­länder (siehe Kasten „Impfinfos der Länder“).

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Warum gibt es Impf­zentren?

Über Impf­zentren lassen sich schnell viele Menschen impfen. Dort besteht auch die Möglich­keit, die Impf­stoffe gut zu über­wachen und korrekt zu lagern: Einige Vakzine müssen etwa im Ultra-Tiefkühl­bereich bei minus 70 Grad lagern – so auch der Impf­stoff von Biontech und Pfizer.

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Wie bekomme ich einen Termin zur Impfung?

Die Termin­vergabe erfolgt über die Bundes­länder. Diese arbeiten recht unterschiedlich: Berlin, Bremen, Hamburg, Meck­lenburg-Vorpommern, Nieder­sachsen und Nord­rhein-West­falen wollen Bürger, die zu Hause leben und in der Prioriäten­liste oben stehen, zunächst persönlich einladen – etwa per Brief.

In anderen Ländern ist mehr Eigen­initiative gefragt: Impf­willige in Baden-Württem­berg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sollen die kostenfreie Telefon­nummer des medizi­nischen Bereit­schafts­dienstes 116 117 anrufen. Von dort aus wird der Anruf an regionale Call­center weitergeleitet, die einen Termin im zuständigen Impf­zentrum vereinbaren.

Einige Bundes­länder haben spezielle Hotlines, etwa Rhein­land-Pfalz (0 800/5 75 81 00), das Saar­land (06 81/ 5 01 44 22, 0800/9 99 15 99) und Thüringen (03643/4 95 04 90). Nieder­sachsen hat auch eine Impf­hotline (0 800/9 98 86 65) einge­richtet, über die sich derzeit aber noch keine Termine buchen lassen. Auch Sachsen hat eine eigene Hotline angekündigt. Weiterführende Links finden Sie im Kasten „Impfinfos der Länder“.

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Welche Unterlagen muss ich zur Impfung mitbringen?

Impf­willige müssen einen Personal- oder einen anderen Licht­bild­ausweis vorlegen. Menschen mit chro­nischen Erkrankungen sollten diese über eine ärzt­liche Bestätigung nach­weisen. Und Kontakt­personen von Risiko­gruppen, die sich mit Priorität impfen lassen möchten, benötigen eine Bestätigung – zum Beispiel von der betreuten Person.

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Wie viel Prozent der Bevölkerung in Deutsch­land sollten sich impfen lassen?

Mathematische Modelle beschreiben laut Ständiger Impfkommission (Stiko) ein Ende der Pandemie, wenn etwa 70 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Coronavirus ist und Über­tragungen weit­gehend limitiert sind. Doch fehlten laut Stiko noch detaillierte Daten dazu, wie wirk­sam die einzelnen Covid-19-Impf­stoffe seien und wie lange der Impf­schutz anhalte. Auch dies beein­flusse, wie viel Prozent der Bevölkerung sich impfen lassen müssten, um bei 70 Prozent der Bevölkerung eine Immunität entstehen zu lassen und damit die Pandemie einzudämmen.

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Muss ich nach der Impfung noch eine Maske tragen?

Ja. Die bestehenden AHA-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltags­maske tragen) sowie alle Einschränkungen für den Infektions­schutz gelten auch für Geimpfte weiter. Grund: Möglicher­weise können auch geimpfte Menschen das Virus noch weitergeben.

Besonderheiten von genetischen Impf­stoffen

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Wie wirken die mRNA-Impf­stoffe von Moderna und Biontech und Pfizer?

Die Impf­stoffe von Moderna sowie von Biontech und Pfizer gehören zu den sogenannten mRNA-Impf­stoffen oder auch genetischen Impf­stoffen. Diese enthalten Genabschnitte von Sars-CoV-2 in Form von messenger-RNA (kurz mRNA) oder auch Boten-RNA (RNA steht für Ribo­nukleinsäure). Kurz nach der Impfung stellen einige Körperzellen nach dem Bau­plan der Virus-mRNA bestimmte Proteine her. Diese regen das Immun­system dazu an, einer­seits gezielte Antikörper gegen das Virus zu bilden und anderer­seits die zelluläre Abwehr gegen infizierte Zellen in Gang zu setzen. So entsteht eine Immun­reaktion. Eine ausführ­liche Beschreibung des Wirk­mecha­nismus finden Sie auf der Website des RKI.

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Was hat es mit Lipid-Nanop­artikeln in mRNA-Impf­stoffen auf sich? Sind sie gefähr­lich?

Die mRNA in den Impf­stoffen ist mit Lipid­stoffen umhüllt, so dass sogenannte mRNA-Lipid-Nanop­artikel entstehen. Diese bleiben auch nach dem Spritzen in die Muskeln stabil und ermöglichen, dass einige wenige Muskel- und Immun­zellen die mRNA über­haupt aufnehmen können. Die Ständige Impfkommission verweist auf Studien­ergeb­nisse, wonach die Lipid-Nanop­artikel nicht zell­schädigend seien und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgehe.

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Besteht die Gefahr, dass Geimpfte die mRNA aus den Impf­stoffen ins genetische Material aufnehmen?

Laut Ständiger Impfkommisssion besteht keine Gefahr. Die mRNA der Impf­stoffe werde nach kurzer Zeit von den Zellen abge­baut. Sie werde nicht in DNA umge­baut und habe keinen Einfluss auf Körperzellen oder Keimbahn­zellen. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Antigens statt.

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Was unterscheidet mRNA-Impf­stoffe von den meisten herkömm­lichen Impf­stoffen?

Während bei vielen herkömm­lichen Impf­stoffen das Antigen selbst gespritzt wird, injiziert man beim mRNA-Impf­stoff die genetische Information. Der Körper bildet das Antigen dann selbst.

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Was sind Vorteile von mRNA-Impf­stoffen?

Von mRNA-basierten Impf­stoffe lässt sich in wenigen Wochen eine große Zahl an Impf­dosen herstellen.

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Gibt es bereits andere zugelassene mRNA-Impf­stoffe?

Nein. Allerdings laufen laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) schon länger klinische Prüfungen mit DNA- und mRNA-Impf­stoffen, insbesondere für Impf­stoffe gegen Krebs­erkrankungen.

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Kann die Impfung gegen das Coronavirus noch wirken, wenn es mutiert?

Behörden wie das Paul-Ehrlich-Institut gehen zunächst davon aus, dass bisher beob­achtete Virusmutationen keine Auswirkungen auf die Wirk­samkeit der Impf­stoffe gegen Covid-19 haben. Andernfalls böten mRNA-Impf­stoffe den Vorteil, dass sie schnell an Mutationen angepasst werden könnten, so das PEI. In Groß­britannien ist eine Virusmutation aufgetaucht, die Experten als deutlich anste­ckender einstufen als der bislang weit verbreitete Virus-Typ. Hinweise darauf, dass es zu schwereren Verläufen führt, liegen laut Robert-Koch-Institut bislang nicht vor. Wissenschaftler haben begonnen, das mutierte Virus genau zu unter­suchen.

Hintergründe zur Zulassung der Impf­stoffe

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Wer erteilt die Zulassung?

Moderne biomedizi­nische Arznei­mittel wie mRNA-Impf­stoffe können nur in einem zentralisierten Verfahren gemein­sam in der Europäischen Union und dem Europäischen Wirt­schafts­raum zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittelagentur Ema koor­diniert das Verfahren, die Europäische Kommis­sion spricht die Zulassung aus.

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Welche Zulassungs­schritte haben die Impf­stoffe durch­laufen?

Ein Impf­stoff darf erst nach ausreichender Über­prüfung auf den Markt. Impf­stoffe gegen Covid-19 müssen folgende Zulassungs­phasen durch­laufen haben: eine präkli­nische Phase mit Tieren, eine klinische Phase mit freiwil­ligen Menschen, eine Zulassungs­prüfung. Das Bundesgesundheitsministerium betont, dass vor allem die klinischen Prüfungen zu Verträglich­keit, Sicherheit und Wirk­samkeit sehr breit angelegt worden seien und mehrere zehn­tausend Probanden einge­schlossen hätten. Die Probanden seien dabei intensiv beob­achtet worden.

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Warum wurde den Impf­stoffen nur eine „bedingte Zulassung“ erteilt?

Die Impf­stoffe gegen Covid-19 haben derzeit nur eine „bedingte Zulassung“, weil noch nicht alle für eine normale Zulassung erforderlichen Daten vorliegen. Eine bedingte Zulassung kann laut EU sinn­voll sein, wenn der Nutzen der sofortigen Verfügbarkeit des Arznei­mittels die Risiken im Zusammen­hang mit der unvoll­ständigen Daten­lage deutlich über­wiegt. Die Unternehmen müssten allerdings nach der Markt­zulassung inner­halb bestimmter Fristen weitere Daten vorlegen, zum Beispiel aus laufenden oder neuen Studien, um zu belegen, dass der Nutzen die Risiken nach wie vor über­wiege.

In Deutsch­land erfasst das unabhängige Paul-Ehrlich-Institut die Neben­wirkungen und Impf­reaktionen. Dabei sollen auch Beob­achtungen aus dem Ausland berück­sichtigt werden, damit seltene Neben­wirkungen schnell sicht­bar werden.

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Wieso kann die Stiko die Impf­stoffe so schnell bewerten?

Normaler­weise liegt zwischen der Zulassung eines Impf­stoffs und der Empfehlung durch die Ständige Impf­kommis­sion (Stiko) eine gewisse Zeit. Für Impf­stoffe gegen Covid-19 ergibt sich aber eine besondere Situation: Die Zulassungs­behörden bekommen bereits in der Entwick­lungs­phase nach und nach Daten vom Impf­stoff­hersteller zur Prüfung und Bewertung über­mittelt. Dieses sogenannte Rolling-Review-Verfahren hilft, deutlich schneller als üblich über eine Zulassung zu entscheiden.

Zeitgleich bewertet auch die Stiko die Daten der Impf­stoff­hersteller. Es ist laut RKI davon auszugehen, dass eine Empfehlung für einen Impf­stoff gegen Covid-19 im Laufe des nächsten Jahres immer wieder über­prüft und gegebenenfalls angepasst werden muss. Dies wird notwendig, wenn neue Erkennt­nisse zu Erreger­eigenschaften des Coronavirus vorliegen, weitere Impf­stoffe zugelassen werden, weitere Daten zu Wirk­samkeit und Sicherheit nach Zulassung und Markt­einführung verfügbar werden und sich die epidemiologische Situation verändert.

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Wohin kann ich mich wenden, wenn Neben­wirkungen auftreten, die auf die Impfung zurück­zuführen sein könnten?

Wer den Verdacht hat, dass die Impfung bei ihm zu Neben­wirkungen geführt hat, kann diese einer Ärztin oder einem Arzt melden. Alternativ kann er sich an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder das örtliche Gesund­heits­amt wenden.

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Werden die Empfehlungen der Ständigen Impf­kommis­sion aktualisiert?

Die erste Empfehlung der Ständigen Impfkommission ist im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts veröffent­licht. Sie basiert auf dem aktuellen Wissens­stand und berück­sichtigt daher nur die Impf­stoffe, die demnächst zum Einsatz kommen werden. Die Empfehlung soll fort­laufend aktualisiert werden.

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Sind weitere Impf­stoffe in Sicht?

Welt­weit arbeiten laut Robert-Koch-Institut Forschende derzeit an mehr als 150 möglichen Impf­stoff-Kandidaten, von denen sich einige bereits in der klinischen Prüfung an gesunden Freiwil­ligen befinden und einige kurz vor der Zulassung stehen. Die Europäische Arzneimittelagentur teilt mit, dass die die fort­laufende Über­prüfung der von Johnson and Johnson beziehungs­weise AstraZeneca hergestellten Impf­stoffe begonnen habe.

Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass im Laufe des Jahres 2021 verschiedene weitere Impf­stoffe zur Verfügung stehen werden.

Dieses Special ist am 21. Dezember 2020 auf test.de erschienen und wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 11. Januar 2021.

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