Gürtelrose (Zoster)

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­erreger und Über­tragung

Herpes-Zoster-Virus. Verbleibt nach einer durch­gemachten Wind­pocken­infektion in den Nerven­zellen des Körpers und kann bei geschwächter körper­eigener Abwehr aktiv werden und Gürtelrose auslösen.

Vorkommen

Welt­weit. In Deutsch­land jähr­lich etwa 350 000 Erkrankungen.

Besonders gefähr­dete Menschen

Ältere Menschen und Personen mit Immun­schwäche.

Krank­heits­bild

Zunächst Beschwerden wie Kopf­schmerzen, Durch­fall oder Fieber. Nach drei bis vier Tagen schmerzhafter, mit Bläschen besetzter Haut­ausschlag. Betrifft meist nur eine Körperregion – vor allem den Rumpf, wo sich die Bläschen gürtelförmig ausbreiten, aber auch das Gesicht, die Ohren und sogar die Augen.

Komplikationen der Krankheit

Sehr starke, stechende Schmerzen – teils noch Monate oder Jahre nach dem Haut­ausschlag („post­herpetische Neuralgie“).

Gesichts­lähmung bei Befall der Ohren möglich, bei Beteiligung der Augen bleibende Sehstörungen bis zur Erblindung.

Bei ausgeprägter Immun­schwäche auch Ausbreitung auf die gesamte Haut sowie Gehirn- und Hirnhaut­entzündungen möglich.

Behand­lung

Medikamente gegen die Virus­vermehrung sowie gegen Schmerzen, sorgfältige Haut­pflege. Bei Verdacht auf Gürtelrose sofort zum Arzt.

Immun nach Erkrankung

Nein.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoff

Abge­schwächte Lebendviren.

Impf­stoff seit 2009 in Deutsch­land zugelassen, aber noch nicht offiziell empfohlen und derzeit nicht verfügbar.

Persönlicher Nutzen

Schutz vor Ausbruch der Erkrankung nach durch­gemachten Wind­pocken bei rund der Hälfte der Geimpften. Minderung der Schmerzbelastung bei den Patienten, die trotz Impfung an Gürtelrose erkranken.

Neben­wirkungen

In den ersten Tagen Reaktionen an der Impf­stelle wie Rötung, Schmerzen und Schwellung möglich.

Komplikationen der Impfung

Sehr selten schwere allergische Reaktionen.

Impf­plan

Einmalige Impfung für Personen ab 50 Jahre.

Immun nach Impfung

Dauer nicht sicher bekannt, wohl mindestens sechs Jahre.

Wissenschaftliche Belege

Studien­lage noch nicht ausreichend.

Unser Rat

Die generelle Impfung aller gesunden Erwachsenen über 50 Jahre ist wenig sinn­voll. Die Impfung ist in Deutsch­land ab einem Alter von 50 Jahren zugelassen, aber für 50- bis 59-Jährige fehlen Daten zur Wirk­samkeit. Dasselbe gilt für die Haupt­risikogruppe, die immun­geschwächten Personen.

Bei gesunden über-60-Jährigen ist die Schutz­wirkung der Impfung zwar besser belegt, und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine komplikations­reiche Erkrankung mit nach­folgenden chro­nischen Schmerzen (post­herpetische Neuralgie). Aber lang­wierige post­herpetische Neuralgien kommen insgesamt selten vor – entsprechend klein ist der absolute Nutzen der Impfung.

Ob die Impfung im Einzel­fall lohnen kann, ist mit dem Arzt zu klären. Der Impf­stoff ist derzeit in Deutsch­land nicht verfügbar.