Pneumokokken

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­erreger und Über­tragung

Verschiedene Typen des Bakteriums Streptococcus pneumoniae. Sie werden durch Tröpf­chen über­tragen, meist beim Husten oder Niesen.

Vorkommen

Welt­weit.

Besonders gefähr­dete Menschen

Ältere Menschen, Säuglinge und Klein­kinder, Patienten mit Immun­schwäche, Krebs oder chro­nischen Krankheiten, zum Beispiel Herz- und Atemwegs­erkrankungen oder Diabetes.

Krank­heits­bild

Mittel­ohr­entzündung, eitriger Schnupfen mit Nasen­neben­höhlen­entzündung, eine bestimmte, örtlich begrenzte Form der Lungen­entzündung (Bronchopneumonie).

Komplikationen der Krankheit

Gelangen Bakterien durch die Schleimhaut in den Körper (invasiver Verlauf), können schwerere Erkrankungen entstehen, zum Beispiel ausgeprägte Lungen- und Hirnhaut­entzündungen.

Beim schweren Verlauf sterben etwa 10 Prozent der Erkrankten, bei geschwächtem Immun­system sogar bis zu 30 Prozent.

Behand­lung

Antibiotika gegen die Erreger.

Immun nach Erkrankung

Nein.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoffe

Poly­saccharid­impf­stoff mit Teilen der Bakterienhülle, der vor 23 Pneumokokken-Typen schützt. Offiziell für uber-60-Jährige empfohlen.

Konjugatimpf­stoff mit Teilen der Bakterienhülle, gebunden an ein Eiweiß­molekül, der vor 13 Pneumo-kokken-Typen schützt. Seit 2011 für Erwachsene zugelassen, nicht offiziell für über-60-Jährige empfohlen.

Persönlicher Nutzen

Schutz vor einem schweren Krank­heits­verlauf.

Neben­wirkungen

In den ersten Tagen zum Teil heftige schmerzhafte Reaktionen an der Impf­stelle möglich sowie allgemeine Krank­heits­zeichen wie Fieber.

Komplikationen der Impfung

Sehr selten.

Impf­plan

Einmalige Impfung bei über-60-Jährigen. Je nach Gesund­heits­zustand Auffrischung alle fünf Jahre.

Immun nach Impfung

Der 23-fache Poly­saccharid­impf­stoff deckt mehr Bakterien­typen ab, die Immun­antwort scheint aber geringer auszufallen als beim 13-fachen Konjugatimpf­stoff. Schutz­dauer beider Impf­stoffe nicht sicher bekannt.

Wissenschaftliche Belege

Die gegen­wärtige Studien­lage ist wider­sprüchlich.

Unser Rat

Die generelle Impfung aller gesunden Erwachsenen über 60 Jahre mit dem Poly­saccharid­impf­stoff ist wenig sinn­voll. Die Studien zur Wirk­samkeit in dieser Alters­gruppe sind wider­sprüchlich. Gerade läuft eine große Unter­suchung, die zeigen könnte, ob die Impfung mit dem neuen Konjugatimpf­stoff sinn­voller wäre. Wenn die Ergeb­nisse vorliegen, werden wir eine neue Einschät­zung abgeben.

Bis dahin sollten gesunde ältere Erwachsene den Poly­saccharid­impf­stoff nur gemäß ärzt­licher Rück­sprache bekommen. Denn anschließend wirkt der Konjugatimpf­stoff, etwa zur Auffrischung, nicht mehr so gut. Auch Patienten mit Immun­schwäche, Krebs oder chro­nischen Krankheiten sollten die Inan­spruch­nahme mit dem Arzt klären.

Generell sinn­voll ist die Impfung für Kinder (siehe test 03/2012). Hohe Impf­raten bei Kindern könnten auch ältere Menschen und andere Risiko­gruppen schützen.