Grippe (Influenza)

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­erreger und Über­tragung

Grippeviren, die sich schnell verändern. Über­tragung durch Tröpf­chen, etwa beim Husten, Niesen, Sprechen, aber auch über verunreinigte Oberflächen wie Hände oder Türgriffe. Hohe Anste­ckungs­gefahr beim engen Zusammensein, etwa in Pfle­geheimen.

Vorkommen

Welt­weit. In Deutsch­land Grippewellen regel­mäßig im Winter, Erkrankung aber ganz­jährig möglich.

Besonders gefähr­dete Menschen

Ältere Menschen, Säuglinge und Klein­kinder, Schwangere, Patienten mit Immun­schwäche oder chro­nischen Krankheiten, wie etwa Herz-Kreis­lauf- oder Atemwegs­erkrankungen, Diabetes.

Krank­heits­bild

Plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, Kopf- und Glieder­schmerzen. Eventuell weitere Beschwerden wie Husten, Halsweh, starke Erschöpfung. Eine Grippe ist meist erst nach zwei bis drei Wochen über­standen.

Komplikationen der Krankheit

Besonders oft Lungen­entzündung – durch die Viren selbst oder andere Erreger, die eindringen, weil die Grippe das Immun­system schwächt. Auch Mittel­ohr-, Gehirn- oder Herz­muskel­entzündungen möglich.In einer Durch­schnitts­saison sterben in Deutsch­land etwa 10 000 Menschen an Folgen der Grippe, besonders Senioren, chro­nisch Kranke, junge Kinder.

Behand­lung

Symptombe­hand­lung, etwa von Fieber. Eventuell Antibiotika bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen.

Immun nach Erkrankung

Nur gegen die saison­alen Viren.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoffe

Totimpf­stoff mit Teilen von drei Influenza-Virus­typen. Die Zusammenset­zung wird jähr­lich angepasst.

Seit September 2012 ist ein Impf­stoff als Nasen­spray mit abge­schwächten lebenden Viren für 2- bis 17-Jährige auf dem Markt (im weiteren Verlauf dieser Tabelle nicht berück­sichtigt). Die Kosten­erstattung durch die Krankenkassen ist nicht einheitlich.

Persönlicher Nutzen

Schutz vor einem schweren Krank­heits­verlauf.

Neben­wirkungen

In den ersten Tagen Reaktionen an der Einspritz­stelle möglich – auch Allgemein­symptome wie Fieber, Übel­keit, Kopf-, Muskel- und Gelenk­schmerzen.

Komplikationen der Impfung

Sehr selten. Vereinzelt allergische Reaktionen. Hühner­eiweiß­allergien sind dem Arzt recht­zeitig mitzuteilen. Meist werden Impf­stoff­viren in Eiern vermehrt.

Impf­plan

Einmalige Impfung – jedes Jahr, meist in den Herbst­monaten Oktober bis Dezember.

Immun nach Impfung

Gesunde jüngere Erwachsene sind durch die Impfung bis zu 90 Prozent vor Grippe geschützt. Mit höherem Alter sinkt die Schutz­wirkung.

Wissenschaftliche Belege

Studien belegen die Schutz­wirkung – und deren Abnahme mit steigendem Alter.

Unser Rat

Die generelle Impfung aller gesunden Erwachsenen über 60 Jahre ist wenig sinn­voll. Das Immun­system wird mit zunehmendem Alter schwächer – und reagiert immer schlechter auf die Impfung.

Eine andere Idee ist erwägens­wert: Die Impfung möglichst vieler Kinder und Jugend­licher. Ihre Immun­antwort ist besonders hoch. Zudem verbreiten sie die Viren aufgrund ihrer vielen Sozial­kontakte besonders stark. Ihre jähr­liche Impfung könnte auch ältere Menschen und andere Risiko­gruppen schützen. Diese Personen sollten eine Inan­spruch­nahme der Grippeimpfung mit dem Arzt besprechen.

Gut gegen die Weiterverbreitung: Die Impfung von medizi­nischem Personal und Pfle­geheimbe­wohnern sowie inner­betriebliche Impf­programme.

Laut unserer Abfrage erstatten 15 der 25 größten Krankenkassen die Impfung bei Erwachsenen unter 60 sowie Kindern und Jugend­lichen uneinge­schränkt.