Bei Bedarf nach­holen: Impfung gegen Kinder­lähmung (Polio): Erwachsene vor Kinder­lähmung nicht gefeit

Kein Kinder­problem. Polio ist hier­zulande fast vergessen, aber welt­weit noch nicht ganz verschwunden. So gelten Nigeria, Indien, Pakistan und Afgha­nistan nach wie vor als Krank­heits­herde. Von dort gelangen die Viren auch in andere Länder, zum Beispiel durch Reisende. Einer von 100 bis 1 000 Infizierten erleidet bleibende Lähmungen der Arme oder Beine, teils auch der Atemwege. Erwachsene sind nicht gefeit, der Name „Kinder­lähmung“ führt in die Irre. Zum Schutz vor einge­schleppten Erregern gibt es in Deutsch­land eine allgemeine Impf­empfehlung – bis das Ziel der Welt­gesund­heits­organisation erreicht und Polio welt­weit ausgerottet ist.

Impf­schutz gegen Polio ist nach Einschät­zung der Stiftung Warentest für Kinder sinn­voll (siehe test 3/2012). Er besteht aus einer Grund­immunisierung mit mehreren Dosen bei Klein­kindern und einer Auffrischung, meist im Jugend­alter. Wenn einer dieser beiden Schritte fehlt, sollten Erwachsene diesen nach­holen. Weitere Auffrischungen sind unnötig, außer eventuell vor Reisen in Risiko­gebiete. Polio-Lebend­impf­stoff kommt heute in Deutsch­land nicht mehr zum Einsatz, sondern ein besser verträglicher Totimpf­stoff. Es gibt ihn für Erwachsene als Einzel- oder Kombinations­impf­stoff, etwa zusammen mit dem Schutz gegen Tetanus, Diph­therie und Keuchhusten.

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