Die Krankenkassen sollen die Kosten einer wissenschaftlich umstrittenen Krebstherapie, der so genannten Aktiv-Spezifischen Immuntherapie (ASI) übernehmen. Das hat das Landessozialgericht in Celle entschieden (L 4 KR 14/96). Dabei werden Tumorpatienten Krebszellen aus ihrem eigenen Körper nach einer speziellen Behandlung wieder eingeimpft. Der Impfstoff stoppt angeblich die Ausbreitung von Metastasen. Die Behandlungskosten betragen 12.400 Mark pro Patient.

Die verklagte AOK Niedersachsen lehnt die Kostenübernahme trotz des Urteils weiterhin ab. "Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass die Methode wirksam ist", sagt Klaus Altmann, Sprecher der AOK Niedersachsen. Weil das Landessozialgericht keine Revision zuließ, hat die AOK eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundessozialgericht in Kassel eingelegt. Altmann: "In Kassel sind noch mehrere Verfahren anhängig, bei denen es auch um ASI geht. Wir rechnen noch bis Ende 1999 mit einer endgültigen Entscheidung."

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