Wohnen und arbeiten unter einem Dach: Ausgaben trennen und Steuern sparen

Viele Selbstständige wollen im neuen Haus nicht nur wohnen, sondern auch ihr Büro oder ihre Praxis einrichten. Dann bietet sich folgende Finanzierung an: Ihr gesamtes Eigenkapital setzen sie für die Wohnung ein. Büro oder Praxis finanzieren sie voll auf ­Kredit. Denn die Zinsen fürs Geschäft können sie als Betriebsausgaben steuerlich absetzen, die Zinsen für die Wohnung nicht.

Steuern sparen Hauseigentümer damit aber nur, wenn sie die Ausgaben für den beruflich und privat genutzten Teil strikt trennen. Schon im Kaufvertrag sollte der jeweilige Anteil am Kaufpreis ausgewiesen sein. Wichtig ist auch, dass sie für die Praxisfinanzierung ein Extradarlehen aufnehmen. Die optimale Gestaltung sollten sie unbedingt mit ihrem Steuerberater besprechen.

Beispiel: Ein Arzt kauft ein Haus für 400 000 Euro. Eine Hälfte nutzt er als Wohnung, die andere als Praxis. Insgesamt benötigt er 300 000 Euro Kredit. Dafür zahlt er bei einem Zinssatz von 5 Prozent 15 000 Euro Zinsen im Jahr. Finanziert er das Haus mit einem einzigen Darlehen, kann er nur die Hälfte der Zinsen als Betriebsausgaben absetzen, also 7 500 Euro. Finanziert er beide Haushälften getrennt, erkennt das Finanzamt 10 000 Euro Zinsen an, wenn er 200 000 Euro Kredit für die Praxis und nur 100 000 Euro für die ­eigene Wohnung aufnimmt.

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