Immobilien­kredite Meldung

Nied­rige Hypothekenzinsen sollten Immobilienkäufer nicht dazu verleiten, unnötig hohe Kredite für die Finanzierung aufzunehmen. Eine Finanztest-Auswertung zeigt: Viele Banken verlangen hohe Zins­aufschläge, wenn der Kredit 80 Prozent des Kauf­preises über­steigt. Auf die Kreditsumme ober­halb von 80 Prozent zahlen Kunden oft Zinsen von 4 bis 7 Prozent im Jahr – manchmal sogar mehr.

Gestaffelte Zins­sätze

Topzinsen der Banken gelten meist nur für Kredite bis zu 50 oder 60 Prozent des Immobilien­preises. Darüber hinaus wird es teurer. Für 80-Prozent-Finanzierungen steigen die Zins­sätze noch moderat um gut einen zehntel Prozent­punkt. Kredite bis zu 90 Prozent sind dagegen im Schnitt 0,35 Prozent­punkte teurer als die Topangebote. Bei einer Voll­finanzierung müssen Kreditnehmer sogar mit einem mindestens doppelt so hohen Aufschlag rechnen.

Teurer Rest­kredit

Immobilien­kredite Meldung

Den höheren Zins­satz zahlen Kreditnehmer auf die volle Kreditsumme. Bezogen auf den Kredit­anteil über 80 Prozent, ist der Zins­aufschlag um ein Vielfaches höher. Das zeigt besonders krass das folgende Beispiel für die Finanzierung einer 250 000 Euro teuren Immobilie. Einen Kredit in Höhe von 200 000 Euro (80 Prozent des Kauf­preises) bietet die PSD Kiel mit zehn Jahren Zins­bindung und 3 Prozent Tilgung zum Zins­satz von 1,80 Prozent an. Nimmt der Kunde 225 000 Euro (90 Prozent des Kauf­preises), steigt der Zins auf 2,63 Prozent. Für nur 25 000 Euro mehr Kredit muss der Kunde inner­halb von zehn Jahren rund 19 000 Euro mehr Zinsen zahlen. Der Zusatz­kredit kostet ihn umge­rechnet 9,7 Prozent Zinsen im Jahr!

Tipp: Die güns­tigsten Kredite für 60-, 80- und 90-Prozent-Finanzierungen finden Sie in unserem Infodokument Hypothekenzinsen im Vergleich, das wir jeden Monat aktualisieren.

Dieser Artikel ist hilfreich. 6 Nutzer finden das hilfreich.