Immobilienkredit Test

Auch ganz ohne Startkapital ist der Bau oder der Kauf einer Immobilie möglich. So versprichts die Werbung manchen Finanzanbieters. So stimmts auch. Aber nur, wenn alle Voraussetzungen stimmen und vor allem ein hohes und auf Dauer sicheres Einkommen zur Verfügung steht. Wer zu knapp kalkuliert, läuft Gefahr, Haus oder Wohnung wieder zu verlieren und trotzdem noch auf einem Berg Schulden sitzen zu bleiben. Finanztest nennt die günstigsten Angebote für die Vollfinanzierung von Haus oder Wohnung und erklärt die Risiken.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Immobilienkredite

Extra-Zins für Extra-Geld

Standard-Angebote für die Baufinanzierung setzen 20 bis 30 Prozent Startkapital voraus. Doch es geht auch ganz ohne Ersparnisse. Immer mehr Anbieter gewähren Kredite über den vollen Preis von Immobilien. Sogar die Spesen - vor allem Notargebühren und Grunderwerbssteuern - sind zuweilen mit drin. Mitunter ist ein Kredit von bis zu 130 Prozent des Anschaffungspreises möglich. Allerdings: Vollfinanzierungen kosten 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte mehr Zins als ein Hypothekendarlehen in Höhe von 80 Prozent des Kaufpreises. Die monatliche Belastung steigt wegen der höheren Zinsen und des zusätzlichen Kreditbedarfs dramatisch an. In Zahlen: Die Vollfinanzierung eines Hauses für 250 000 Euro führt bei 5,0 Prozent Zinsen und 2 Prozent Anfangstilgung zu einer Rate von 1 458 Euro. Eine Standardfinanzierung mit 20 Prozent Eigenkapital ergibt bei einem Zinssatz von 4,7 Prozent eine Rate von 1 117 Euro.

Effektivzins wie Dispokredit

Noch teurer wirds, wenn auch für die Nebenkosten Kredit nötig ist. Beispiel Planethome: Wer nicht nur die 250 000 Euro für den Kaufpreis, sondern auch noch 12 500 Euro für die Nebenkosten braucht, zahlt einen Effektivzins von 5,36 statt 5,0 Prozent - für den gesamten Kredit und nicht nur für den zusätzlichen Betrag. Das heißt: 12 500 Euro zusätzlicher Kredit führen zu über 1 500 Euro zusätzlichen Zinsen pro Jahr. So gesehen kostet die zusätzliche Finanzierung der Nebenkosten einen Effektivzins von über 12,5 Prozent. Da ist mancher Dispokredit günstiger.

Risiko Schuldenfalle

Eine Vollfinanzierung bringt nicht nur zusätzliche Kosten, sondern auch zusätzliche Risiken. Wer in den Jahren nach dem Kauf oder Bau des Eigenheims etwa wegen eines beruflich bedingten Umzugs wieder verkaufen muss oder sich wegen Arbeitslosigkeit oder nach einer Scheidung die Kreditraten nicht mehr leisten kann, bekommt für die Immobilie möglicherweise nicht genug Geld für die Rückzahlung des Kredits. Auch bei einer Zwangsvollstreckung ist die Gefahr groß, dass am Ende nicht nur das Eigenheim verloren ist, sondern gleichzeitig auch noch hohe Schulden übrig bleiben.

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