Teuren Kredit­vertrag widerrufen: Banken­fehler ermöglicht kostenfreien Ausstieg

Viele Kredit­kunden kommen auch schon in den ersten zehn Jahren ohne Vorfälligkeits­entschädigung aus ihrem Darlehens­vertrag, weil die Bank sie falsch über ihr 14-tägiges Widerrufs­recht informiert hat. Sie werden allerdings einen Anwalt brauchen.

„Mehr als zwei Drittel der Widerrufs­belehrungen, die wir bislang über­prüft haben, sind falsch“, berichtet Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg. Häufig war der Beginn der Widerrufs­frist unklar.

Die Folge einer falschen Widerrufs­belehrung: Kunden können jeder­zeit widerrufen. Der Kredit wird rück­abgewickelt. Die Bank muss dem Kunden alle Zahlungen erstatten. Der Kunde muss den Kredit binnen 30 Tagen plus markt­üblichen Zinsen zurück­zahlen. Vor allem aber: Der Bank steht in diesem Fall keine Entschädigung zu, die sonst bei einer vorzeitigen Rück­zahlung fällig wäre (siehe Immobilienkredit: Günstig aus dem teuren Kredit).

Betroffen sind Verträge, die ab 2. November 2002 abge­schlossen wurden. Seitdem steht Kreditnehmern auch bei Immobilien­krediten ein Widerrufs­recht zu. Der kostenfreie Ausstieg ist jedoch ein Weg mit Hinder­nissen. Nicht immer ist die Rechts­lage klar. Und Banken weigern sich meist hartnä­ckig, den Widerruf des Kunden zu akzeptieren. Ohne Anwalt geht praktisch nichts.

Tipp. Eine Einschät­zung, ob die Widerrufs­belehrung Ihrer Bank fehler­haft ist, bieten die Verbraucherzentralen Bremen, Hamburg, Hessen und Sachsen für 70 Euro (siehe Adressen).

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