Immobilien­kredit

Ausstieg aus dem Kredit­vertrag: Der Widerruf von Immobilien­krediten im Über­blick

Inhalt

Widerrufs­recht. Seit dem 2. November 2002 können Kreditnehmer einen Immobiliendarlehens­vertrag inner­halb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Bis zum 30. Juni 2005 konnten die Banken das Widerrufs­recht vertraglich ausschließen, danach nicht mehr.

Widerrufs­belehrung. Banken müssen den Kunden über sein Widerrufs­recht und die sich daraus ergebenden Pflichten belehren. Die Belehrung muss sich vom übrigen Vertrags­text abheben und deutlich gestaltet sein. Sie gilt als korrekt, wenn sie der Muster­widerrufs­belehrung des Bundes­justiz­ministeriums voll­ständig entspricht.

Widerrufs­frist. Die 14-Tage-Frist beginnt, einen Tag nachdem der Kunde korrekt über sein Widerrufs­recht belehrt wurde, nicht aber bevor er die Vertrags­urkunde oder seinen schriftlichen Darlehens­antrag erhält. Fehlt die Belehrung oder ist sie fehler­haft, entfällt die Frist. Der Kunde kann den Vertrag dann jeder­zeit später noch widerrufen. Die Bank darf die Widerrufs­belehrung nach Vertrags­abschluss nach­holen. Dann gilt eine verlängerte Widerrufs­frist von einem Monat.

Widerrufs­folgen. Hat der Kreditnehmer den Vertrag wirk­sam widerrufen, wird das Darlehen rück­abgewickelt. Die Bank muss dem Kunden alle seine Zahlungen erstatten, der Kunde muss den Kredit inner­halb von 30 Tagen plus der markt­üblichen Zinsen zurück­zahlen. Hat die Bank markt­übliche Zinsen verlangt, führt das dazu, dass der Kunde die aktuelle Rest­schuld begleichen muss. Eine Vorfälligkeits­entschädigung darf die Bank nicht verlangen.

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Gelöschter Nutzer am 26.02.2014 um 19:25 Uhr
Muster für die Widerrufsbelehrung 2002

@philippkrass:
Muster für die Widerrufsbelehrung 2002
http://www.bmd-verband.de/fileadmin/content/pdf/bgb1.PDF

Gelöschter Nutzer am 26.02.2014 um 19:22 Uhr
Verbraucherzentrale

Ich habe mich aufgrund der Widerrufsbelehrung an die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gewandt. Diese teilten mir absolut sicher mit, dass die Widerrufsbelehrung in Ordnung sei und das man nichts dagegen unternehmen kann. Ich war erst einmal enttäuscht. Ich habe den Darlehensvertrag mit der Widerrufsbelehrung zwei unterschiedlichen Rechtsanwälten vorgelegt. Die Erstberatung war kostenfrei. Alle beide Fachanwälte für Bankenrecht teilten mit dass die Widerrufsbelehrung fehlerhaft sei und das Widerrufsrecht auch heute noch laufen würde. Einen Anwalt habe ich beauftragt - wir befinden uns momentan in Verhandlungen mit der Bank. Daher mein Tipp: Lieber gleich zum Anwalt. Sollte die Widerrufsbelehrung fehlerhaft sein, müsste man sowieso zum Anwalt.

philippkrass am 30.05.2013 um 09:24 Uhr
Text der Musterbelehrung

Wo finde ich denn den Wortlaut der Belehrung von 2002?

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.05.2013 um 16:23 Uhr
Andreas682

Wenden Sie sich bitte direkt an die Verbraucherzentrale Hamburg, die für 60€ eine Überprüfung der Widerrufsbelehrung anbietet: http://www.vzhh.de/baufinanzierung/30381/vorfaelligkeitsentschaedigung.aspx Eine Zeitungsente war der Hinweis nicht. KL

Andreas682 am 15.05.2013 um 15:13 Uhr
Beratung Verbraucherzentrale

Nachdem ich heute bei der Verbraucherzentrale Berlin einen Termin zwecks Beratung und rechtlicher Einschätzung, ob ich meinen Immbilienvertrag ohne Entschädigung widerrufen kann, weil die Widerrufsbelehrung der Bank fehlerhaft war, wurde mir die Auskunft gegeben, dass es sich hierbei um eine Zeitungsente handele. Eine Beratung zu diesem Thema gibt es bei der Verbraucherzentrale Berlin nicht, nach Auskunft der Mitarbeiterin gibt es nicht einmal eine Beratung, die 60€ kostet. Nun frage ich mich, ob diese Info des Finanztest fehlerhaft war.....