So läuft ein Immobilienkauf ab: Verbindliche Vereinbarungen nur mit Notar

Notar. Bei Immobilien­geschäften muss ein Notar alle Vereinbarungen beur­kunden, die jemanden zum Kauf oder Verkauf verpflichten. Diese gesetzliche Vorschrift gilt zum Beispiel auch für Reser­vierungs­ver­einbarungen. Das Honorar beträgt etwa 1,5 Prozent des Kauf­preises. In der Regel zahlt es der Käufer. Oft schlagen Makler oder Verkäufer einen Notar vor, der Käufer darf aber auch einen anderen wählen.

Vertrags­entwurf. Wenn sich Verkäufer und Käufer grund­sätzlich einig sind, schalten sie einen Notar ein. Er muss recht­liche Fragen unparteiisch beant­worten. Zum Wert der Immobilie äußert er sich nicht. Er schickt den Kauf­vertrags­entwurf an Käufer und Verkäufer. Ab dann müssen bei Immobilien­geschäften von Unternehmern mit Privatleuten mindestens zwei Wochen bis zum Beur­kundungs­termin vergehen.

Beur­kundung. Im Beur­kundungs­termin liest der Notar den Vertrag vor. Die Vertrags­partner können Fragen stellen und bis zur Unterzeichnung etwas ändern. „Neben­abreden“ außer­halb des Vertrags sind verboten. Auch der Kauf der einge­bauten Küche und Ähnliches muss mit beur­kundet werden.

Grund­schuld. Der Notar bestellt auch die Grund­schuld, die als Sicherheit für die kredit­gebende Bank im Grund­buch einge­tragen wird. In der Regel ist es sinn­voll, das in einem Termin mit dem Kauf­vertrag zu erledigen.

Erklärungen. Der Notar informiert das Finanz­amt und kredit­gebende Banken. Falls die Stadt oder Gemeinde ein Vorkaufs­recht hat, beantragt er eine Erklärung, dass sie darauf verzichtet.

Grund­buch. Der Käufer kann den Kauf­preis zahlen, sobald eine „Auflassungs­vormerkung“ für ihn im Grund­buch einge­tragen ist. Als Eigentümer wird er erst einge­tragen, wenn Verkäufer, Banken, Finanz­amt und eventuell Stadt oder Gemeinde mitgeteilt haben, dass alle Voraus­setzungen erfüllt sind.

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