Das Widerrufsrecht bei Haustürge­schäften hat Grenzen. Das erfuhr ein Anleger, der in den eigenen vier Wänden zum Immobilienkauf auf Kredit überredet wurde. Den Kreditvertrag hatte er drei Wochen später in der Bank geschlossen. Der Bundesgerichtshof (BGH) verweigerte dem Käufer das Recht, den Kreditvertrag zu widerrufen, obwohl er in der Haustürsituation angebahnt wurde (Az. XI ZR 248/02).

Der Kunde war über sein Widerrufsrecht nicht aufgeklärt worden und wollte nun alles rückgängig machen.

Kunden dürfen zwar generell auch widerrufen, wenn Geschäfte an der Haustür nur angebahnt wurden. Doch je weiter Anbahnung und Vertragsschluss auseinander liegen, desto geringer sei die für Haustürgeschäfte typische Überrumpelungsgefahr, meinte der BGH. Die drei Wochen seien zu lang gewesen. Dass Immobilienkäufer oft zwingend auf den Kredit angewiesen sind, berücksichtigte der BGH nicht.

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