Eine Immobilienfirma muss Schadenersatz zahlen, weil ihre Beraterin Kunden eine überteuerte Eigentumswohnung zur Vermietung angedreht hatte. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg (Az. 2U 417/10) entschieden. Das Immobiliengeschäft sollte angeblich helfen, ein Eigenheim zu finanzieren.

Ein junges Ehepaar mit zwei Kindern, das kein Eigenkapital besaß, hatte sich wegen eines Reihenhauses an eine Finanzberaterin gewandt. Sie vermittelte ihnen zusätzlich eine vermietete Wohnung für 129 000 Euro. Der Wohnungskauf sei nötig, damit die Banken die Kredite für das Reihenhaus geben. Was die Beraterin verschwieg: Die Wohnung vermittelte sie für eine Firma, die kurz zuvor 49 000 Euro dafür bezahlt hatte.

Für die Eheleute geriet der Kauf zum Alptraum. Die Mieteinnahmen reichten für die Kreditraten nicht aus. Nachdem in der Wohnung Schimmel auftauchte, fochten sie den Kaufvertrag an.

Das Gericht verurteilte die Immobilienfirma dazu, die Wohnung zum Kaufpreis zurückzunehmen und 11 000 Euro Schadenersatz zu zahlen. Um die Wohnung mit hohem Gewinn zu verkaufen, habe die Beraterin sogar den Ruin der Familie in Kauf genommen.

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