Der Verkäufer einer Immobilie muss es dem Käufer sagen, wenn er schon seit Jahren von einem Nachbarn übel schikaniert wird. Sonst kann der neue Eigentümer den Kauf rückgängig machen und Schadenersatz fordern.

Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main (Az. 4 U 84/01) entschied so einen Fall, in dem ein Nachbar die neuen Eigentümer mit massiven Ruhestörungen, Beleidigungen und Morddrohungen traktierte. Außerdem schmierte er Jogurt und Erbrochenes an ihre Tür. Die Verkäufer, denen es ähnlich ergangen war, hatten vor dem Kauf lediglich gesagt, der Nachbar sei „auch schon mal laut“.

„Eine Offenbarungspflicht gibt es aber nur, wenn die Streitigkeiten einen sehr erheblichen Umfang haben“, erklärt der Düsseldorfer Anwalt Jürgen Fritz. Der Verkäufer muss zum Beispiel darauf hinweisen, wenn ein Nachbar jahrelang absichtlich die Nachtruhe gestört hat oder die Eigentümergemeinschaft bis zur Handlungsunfähigkeit zerstritten ist.

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