Dem Steuersparmodell geschlossene Immobilienfonds erteilte der Bundesfinanzhof eine Abfuhr. Die Richter versagten einem Anleger den steuerlichen Abzug der Verluste aus der Beteiligung, weil sie keine Absicht erkennen konnten, Gewinne zu erzielen (Az. IX R 33/97).

Bei geschlossenen Immobilienfonds gibt es im Unterschied zu den offenen eine begrenzte Anzahl von Anteilen: so viele, wie nötig sind, um die vorgesehenen Immobilien zu finanzieren. Sind diese Anteile verkauft, wird der Fonds geschlossen. Die Fondsgesellschaft gibt weder neue Anteilsscheine heraus, noch nimmt sie in der Regel welche zurück.

Wie ein direkter Vermieter müssen auch Kapitalanleger in geschlossenen Immobilienfonds bestimmte Kriterien erfüllen, damit die Verluste aus der Beteiligung steuerlich anerkannt sind. Im verhandelten Fall fehlte dem Anleger die Absicht, auf Dauer Einkünfte zu erzielen. Denn der Vertrag enthielt die Option, die Fondsanteile nach zehn Jahren wieder zu verkaufen. Zudem sicherte das Fondskonzept in den zehn Jahren höhere Ausgaben (Verluste) als Einnahmen zu. Das war der K.-o.-Schlag für das Steuersparmodell. Nicht das Abschreiben von Verlusten als Werbungskosten dürfe im Vordergrund stehen, sondern das Erzielen von Einkünften.

Tipp: Wirbt der Prospekt für eine finanzielle Beteiligung mit hohen Verlustzuweisungen, fällt sie neuerdings von vornherein durch das Raster der Finanzbeamten.

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