Nied­rigzins sichern

Die Bauzinsen stabilisieren sich auf nied­rigem Niveau. Ende Oktober gab es die güns­tigsten Hypothekendarlehen mit zehnjäh­riger Zins­bindung ab einem Zins­satz von 0,45 Prozent.

Längere Zins­bindung

Bei dem nied­rigen Zins­niveau liegt es nahe, eine möglichst lange Zins­bindung zu vereinbaren. Doch die Sache hat einen Haken: Je ­länger die Zins­bindung, desto höher ist der Zins­satz. Für einen Kredit mit 20 Jahren Zins­bindung verlangen die Banken einen Zins­aufschlag. In den ersten zehn Jahren zahlt ein Kreditnehmer dadurch im Schnitt fast 50 Prozent mehr Zinsen als für einen Kredit mit zehn Jahren Zins­bindung.

Ein Beispiel: Die Bank bietet 240 000 Euro Kredit mit zehnjäh­riger Zins­bindung und 3 Prozent Tilgung zu einem Zins­satz von 0,60 Prozent an. Mit 20 Jahren Zins­bindung verlangt sie für den Kredit bei gleicher Monats­rate 1,10 Prozent Zinsen im Jahr. Wählt der Kunde die längere Zins­bindung, zahlt er in den ersten zehn Jahren fast 11 000 Euro mehr Zinsen. Im Gegen­zug braucht er nicht schon nach zehn Jahren einen Anschluss­kredit, ­des­­sen Zins­satz ungewiss ist.

Entscheiden mit dem Grenz­zins­satz

Wie teuer der Anschluss­kredit sein muss, ­damit sich der Aufschlag für eine längere Zins­bindung auszahlt, zeigt der Grenz­zins­satz: Er gibt an, wie hoch die Zinsen mindestens steigen müssen, damit Kreditnehmer mit der längeren Zins­bindung die anfangs höheren Zinsen wieder einsparen. Im Beispiel liegt der Grenz­zins­satz für den Anschluss­kredit in zehn Jahren bei 1,93 Prozent. Der Kunde würde dann – bei gleicher Monats­rate – für beide Kredit­varianten insgesamt gleich viel Zinsen zahlen. Kostet der Anschluss­kredit in zehn Jahren mehr als 1,93 Prozent, ist die 20-Jahres-Variante güns­tiger. Die lange Zins­bindung ist nicht nur sicherer, sondern lohnt sich schon bei einem kleinen Zins­anstieg.

Welche Zins­bindung die beste ist, hängt aber auch von der Tilgung ab: Je mehr der Kreditnehmer tilgen kann, desto geringer ist am Ende der Zins­bindung die Rest­schuld – und damit auch das Zins­erhöhungs­risiko.

Tipp: Berechnen Sie den Grenz­zins­satz selbst mit unserem kostenlosen Zinsbindungsrechner.

Jetzt freischalten

TestImmobilien­finanzierung12.11.2019
4,00 €
Sie erhalten den kompletten Artikel.

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 6 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 122 Nutzer finden das hilfreich.