Mehr­fach­verträge: Riskantes Angebot der Haspa mit drei Bauspar­verträgen

Eine Spezialität der Hamburger Sparkasse (Haspa) sind Kombikredite, bei denen der Kunde gleich drei Bauspar­verträge abschließt. Vorsicht: Solche Konstruktionen sind nicht nur kompliziert, sondern oft auch teuer und mit hohen Risiken verbunden.

Bausparen im Dreier­pack

Typisch ist das folgende Angebot der Haspa: Die Sparkasse finanziert den Hauskauf mit einem Darlehen in Höhe von 343 000 Euro, für das der Kunde während der acht­jährigen Zins­bindung nur Zinsen zahlt. Außerdem schließt er drei Bauspar­verträge ab, zwei über eine Bausparsumme von 103 000 Euro und einen über 137 000 Euro.Der Kreditnehmer spart zunächst nur einen Bauspar­vertrag an. Nach acht Jahren löst er mit der Bausparsumme einen Teil des Voraus­darlehens ab. Nach weiteren acht Jahren wird der zweite Bauspar­vertrag zugeteilt. Damit löst er wieder einen Teil des Voraus­darlehens ab. So geht es weiter, bis das Voraus­darlehen nach 24 Jahren mit dem dritten Spar­vertrag getilgt ist und der Kunde nach insgesamt 28 Jahren auch das letzte Bauspardarlehen zurück­gezahlt hat.

Kompliziert und teuer

„Zu uns kommen häufig Kunden mit solchen Haspa-Angeboten“, berichtet Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Meist stellt sich heraus, dass sie das Modell nicht richtig verstanden haben. Sie glauben, der Kredit sei durch die Bauspar­verträge besonders zins­sicher und günstig. Oft ist das Gegen­teil der Fall.“Die Haspa nennt für das Voraus­darlehen im Beispiel einen Effektivzins von 2,64 Prozent. Inklusive der Kosten des Bauspar­vertrags beträgt der Effektivzins in den ersten acht Jahren jedoch 2,87 Prozent. Für eine so kurze Zins­bindung ist das relativ teuer.

Rate kann sich verdoppeln

Vor allem aber geht der Kunde ein hohes Risiko ein. Nach acht Jahren muss er noch das restliche Voraus­darlehen von 240 000 Euro zu einem unbe­kannten Zins­satz finanzieren. Dazu kommen Spar- und Tilgungs­raten für zwei Bauspar­verträge. Selbst ohne Zins­erhöhung für das Voraus­darlehen würde die Monats­belastung von 1 191 Euro auf 1 670 Euro steigen. Ein Zins­anstieg auf 6 Prozent würde die Monats­belastung sogar auf 2 354 Euro katapultieren. „Das ist katastrophal!“, kommentiert Schmid-Burgk. „Doch so etwas sind wir von der Haspa leider gewohnt.“

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