Immobiliendachfonds in Abwick­lung Meldung

Die Fonds­tochter der Allianz gibt ihren ehemaligen Immobiliendachfonds Allianz Flexi Immo auf. Der Fonds ist bereits seit April 2012 einge­froren. Nun wickelt Allianz Global Investors (AGI) den Fonds ab. Das Problem: Im Fonds liegen nur noch offene Immobilienfonds, die selbst abge­wickelt werden. Vor der Allianz haben auch schon die Deutsche Bank sowie die SEB ihre Immobiliendachfonds gekündigt.

Alle Immobilienfonds im Portfolio werden abge­wickelt

Die Fonds­gesell­schaft Allianz Global Investors (AGI) hat die Verwaltung des Fonds Allianz Flexi Immo (Isin DE 000 979 734 0) zu Ende März 2018 gekündigt. „Die Kündigung des Verwaltungs­mandats wurde notwendig, da sich sämtliche offenen Immobilienfonds, in die der Allianz Flexi Immo investiert ist, in Abwick­lung befinden“, teilte AGI mit. Das Fonds­vermögen beträgt 86,89 Millionen Euro (Stichtag 21. April 2015). Sollte der Fonds bis März 2018 nicht voll­ständig aufgelöst sein, wird danach die Commerz­bank als Depot­bank das verbliebene Sonder­vermögen voll­ständig abwi­ckeln, siehe Tabelle.

Anleger erhalten erste Teilzahlung

Verkaufen die im Fonds enthaltenen offenen Immobilienfonds ein Gebäude, erhält der frühere Immobiliendachfonds Teil­auszahlungen, die er an die Anleger ausschütten kann. Die erste dieser sogenannten Sonder­ausschüttung erhielten die Anleger zum 8. April dieses Jahres. Sie betrug 10,54 Euro. Das waren 16,7 Prozent des Fonds­vermögens. Weitere Teilzah­lungen sollen folgen. Am stärksten vertreten im Allianz Flexi Immo sind die offenen Immobilienfonds SEB ImmoPortfolio Target Return Fund mit rund 28 Prozent des Fonds­vermögens, der Kanam Spezial Grund­invest (23 Prozent) und der CS Property Dynamic (13 Prozent).

Allianz Flexi Immo bereits seit 2012 geschlossen

AGI hatte bereits im April 2012 keine Anteile mehr für den Allianz Flexi Immo zurück­genommen, weil nicht mehr genügend liquide Mittel da waren, um die Anleger auszuzahlen. Seit Anfang 2011 hatten Anleger mehr als 200 Millionen Euro abge­zogen (test.de berichtete, siehe Meldung Allianz Flexi Immo geschlossen). Seither können Anleger keine Anteile an die Fonds­gesell­schaft zurück­geben. Die Fonds­gesell­schaften sind nach einer Frist verpflichtet, den Fonds wieder zu öffnen oder abzu­wickeln. Mangels Liquidität sind viele offene Immobilienfonds und ehemalige Dachfonds in Auflösung.

Verkauf nur über die Börse möglich

Anlegern bleibt nur die Möglich­keit, Fonds­anteile über die Börse zu verkaufen. Dort müssen sie allerdings einen Abschlag auf den von der Fonds­gesell­schaft fest­gestellten Anteils­preis hinnehmen. Beispiel: AGI bestimmt den Anteils­preis am 23. April 2015 mit 52,43 Euro. Die Börse Hamburg stellte für einen Anteils­schein aber nur den Preis von 37,75 Euro fest (Stand 24. April 2015). Das entspricht einem Abschlag von nahezu 30 Prozent. Diese Differenz kommt zustande, weil sich aktuell kein Käufer findet, der einen höheren Preis zu zahlen bereit ist.

Auch Fonds der Deutschen Bank in Auflösung

Abge­laufen ist die Kündigungs­frist bereits für zwei ehemalige Immobiliendachfonds der Fonds­tochter der Deutschen Bank, die Deutsche Asset & Wealth Management. Es handelt sich um den db Immo­Flex Gemischtes Sonder­vermögen (Isin DE 000 DWS 0N9 0) und den DWS Immo­Flex Vermögens­mandat (Isin DE 000 DWS 0N0 9). Die Verwaltung ist an die State Street Bank als Depot­bank überge­gangen. Auch bei ihnen sind die enthaltenen offenen Immobilienfonds geschlossen oder werden abge­wickelt. Am stärksten gewichtet im Portfolio des DWS Immo­Flex Vermögens­mandat sind die offenen Immobilienfonds SEB ImmoInvest mit einem Anteil von 34 Prozent, der CS Euro­real (31 Prozent) und der UBS (D) 3 Sector Real Estate Europe (14 Prozent). Die Schwergewichte im Portfolio des db Immo­Flex Gemischtes Sonder­vermögen sind SEB ImmoInvest (24 Prozent) sowie UBS (D) 3 Sector Real Estate Europe (23 Prozent) und der CS Euro­real (22 Prozent).

Fonds von SEB über Börse nicht handel­bar

Die SEB hat ihren Sant­ander Vermögens­verwaltungs­fonds Kapital­protekt Substanz P zum 30. Juni 2017 gekündigt, siehe Tabelle. Über deutsche Börsen sind Anteile nicht handel­bar. Die größten Positionen im Fonds-Portfolio belegen die offenen Immobilienfonds CS Property Dynamic (31 Prozent), CS Euro­real (18 Prozent) und SEB ImmoInvest (17 Prozent).

Tipp: Im Produktfinder Fonds finden Sie die aktuellen Daten zu den Immobiliendachfonds und weitere Details wie zum Beispiel die Renditen der vergangenen drei Jahre.

Commerz­bank hat Anleger entschädigt

Anleger, die in den ehemaligen Immobiliendachfonds Premium Management Immobilien Anlagen (PMIA) investiert waren, hatten etwas mehr Glück. Die Commerz­bank hatte rund 50 000 Anlegern den PMIA empfohlen, besonders älteren Kunden. Wegen mangelnder Liquidität musste die Fonds­gesell­schaft im September 2010 die Rück­nahme der Anteile aussetzen. Elf Monate später entschloss sich die Commerz­bank, ihre Kunden zu entschädigen (siehe unsere damalige Meldung Commerzbank entschädigt Anleger). „95 Prozent der Anleger haben das Rück­kaufangebot angenommen“, sagt Commerz­bank-Sprecher, Dennis Bartel, gegen­über test.de.

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