Immobilien- und Anleihenmarkt Meldung

Weil klamme Amerikaner ihre Immobilienschulden nicht bezahlen, kommen Anleger in Deutschland nicht mehr an ihr Geld.

Die Krise am US-Immobilienmarkt hat den ersten deutschen Publikumsfonds erwischt. Die Fondsgesellschaft Frankfurt Trust hat den Rentenfonds FT ABS-Plus (Isin LU 012 118 678 6) vorübergehend geschlossen. Bis auf weiteres werden keine Anteilspreise berechnet. Anleger können weder Anteile kaufen noch zurückgeben. Der Fonds investiert in so genannte ABS.

ABS steht für Asset Backed Securities. Das sind Anleihen, hinter denen sich beispielsweise Immobilienkredite an amerikanische Privatkunden verbergen. Können diese Kunden ihre Raten nicht mehr zahlen, trifft das nicht die Bank, die den Kredit vergeben hat, sondern die Besitzer der ABS.

Der Fonds sei geschlossen, um Anleger vor hohen Verlusten zu schützen, heißt es bei Frankfurt Trust. Hohe Mittelabflüsse – ein Fünftel des Fondsvermögens ist abgezogen worden – hätten das Management sonst gezwungen, die Anleihen unter Wert zu verkaufen: „Im Moment bekommen wir für die ABS-Papiere keine fairen Preise“, sagt Sprecher Thomas Kalich. Bislang ist der Verlust nur klein: Der Fonds ist von Anfang Juli bis zur Schließung am 3. August um 2,7 Prozent gefallen. Ob es mehr wird, hängt davon ab, wie der Fonds aus der Krise herauskommt.

Weitere ABS-Publikumsfonds aus unserem Fondsdauertest (Kepler ABS, DWS ABS und Julius Bär Multibond ABS) sind von der Krise bisher nicht betroffen, jedenfalls war das der Stand bei Redaktionsschluss am 9. August. „Wir sind in den USA nicht engagiert“, sagt Antje Lechner, die Managerin des DWS ABS-Fonds. Dies gilt auch für die Fonds von Kepler und Julius Bär.

Zuvor hatten einige Gesellschaften bereits Geldmarktfonds für Großkunden geschlossen, die auf ABS spezialisiert sind, darunter Axa, HSBC, die österreichische Hypo KAG und Union Investment.

Tipp: Über den Fortgang der Immobilienkrise halten wir Sie auf dem Laufenden: www.finanztest.de/immobilienkrise.

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