Ausziehen oder Miete mindern

Mieter haben mehr Rechte als Käufer, wenn in ihrer Wohnung Giftstoffe gefunden werden.

Mieter

Ist die Raumluft durch Wohngifte beeinträchtigt, gilt das als Mangel, der zur Mietminderung berechtigt. So entschied das Landgericht Dortmund: Gehen von Nachtspeicheröfen aufgrund von Asbest Gesundheitsgefahren aus, darf der Mieter die Miete um 50 Prozent mindern (Az. 11 S 197/93).

Andere Gerichte akzeptieren nur eine geringere Mietminderung. Bei Schimmelflecken im Schlafzimmer zum Beispiel gestattete das Landgericht Hamburg nur 5 bis 10 Prozent (Az. 44 C 2614/88). Ist die Gesundheit „erheblich gefährdet“, kann der Mieter fristlos kündigen (Amtsgericht Flensburg, Az. 63 C 246/95).

Vor einer Minderung oder Kündigung sollten Mieter aber den Rat eines Anwalts oder des Mietervereins einholen.

Käufer

Beim Verkauf von Gebraucht-immobilien ist eine Gewährleistung durch den Verkäufer meist vertraglich ausgeschlossen. Das gilt für sichtbare und unsichtbare Mängel. Käufer, die eine Schadstoffbelastung erst nach Vertragsunterzeichnung finden, haben daher meist Pech.

Ausnahmen gelten, wenn der Verkäufer einen Mangel arglistig verschweigt, etwa eine schimmelige Wand kurz vor der Besichtigung überstreicht. Der Käufer muss aber nachweisen, dass der Verkäufer vom Mangel gewusst hat.

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