Der Käufer einer Immobilie kann zur Rück­abwick­lung des Kauf­vertrags berechtigt sein, wenn das Haus zwei Jahre älter ist als im Kauf­vertrag angegeben. Das hat das Ober­landes­gericht Hamm entschieden (Az. 22 U 82/16).

Laut notariellem Kauf­vertrag handelte es sich um ein Gebäude aus dem Jahr 1997. Tatsäch­lich war das Haus bereits Anfang 1995 fertiggestellt.

Die Richter werteten die Angabe des Baujahres als verbindliche Vereinbarung über die Beschaffenheit des Gebäudes. Deshalb konnten sich die Verkäufer nicht darauf berufen, dass sie die Haftung für Sachmängel im Vertrag ausgeschlossen hatten. Da der Wert einer Immobilie auch vom Baujahr abhänge, sei die Falsch­angabe um zwei Jahre keine Bagatelle, betonten die Richter.

Sie waren außerdem davon über­zeugt, dass die Verkäufer das falsche Baujahr bewusst und nicht bloß versehentlich in den Kauf­vertrag aufgenommen hatten. Die Ex-Eigentümer müssen jetzt das Haus gegen Erstattung des Kauf­preises wieder zurück­nehmen.

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