Illegale Preis­absprachen Millionenbuß­geld für Schulranzen-Anbieter

18.08.2021
Illegale Preis­absprachen - Millionenbuß­geld für Schulranzen-Anbieter
Jahre­lang hielt Ergobag die Preise künst­lich hoch – auch für den von uns getesteten Neo Edition Strahlebär. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Zwei Millionen Euro Bußgeld muss die Fond Of GmbH wegen illegaler Preis­vorgaben zahlen. Die Firma bietet Schulruck­säcke und -taschen der Marken Ergobag und Satch an.

Unternehmen setzte Mindest­preise durch

Über viele Jahre hinweg hat der Anbieter Fond Of Mindest­preise für seine Schulruck­säcke und -taschen vorgegeben und dafür gesorgt, dass Händler diese Preise nicht unter­schreiten. In unserem letzten Schulranzen-Test waren die Modelle von Ergobag die besten – mit 259 Euro je Set aber auch die teuersten. Das Bundes­kartell­amt hat gegen das Unternehmen ermittelt und fest­gestellt, dass die Fond Of GmbH die Einhaltung der Mindest­preise mit Sanktionen gegen die Händler durch­gesetzt hat. Hersteller dürfen aber nur unver­bindliche Preis­empfehlungen machen.

Zahlungs­bereitschaft der Eltern ausgenutzt

Andreas Mundt, Präsident des Bundes­kartell­amtes begründet das Bußgeld: „Vertikale Preisbindungen gehen häufig zu Lasten der Verbrauche­rinnen und Verbraucher und können dazu führen, dass diese im Ergebnis höhere Preise zahlen müssen. Gerade bei Schulruck­säcken und Schultaschen ist die Zahlungs­bereitschaft der Eltern zum Schutz der Kinder relativ groß. Hier noch zusätzlich eine Preisbindung durch­zusetzen, ist in keiner Weise akzeptabel.“

Manche Händler verkaufen Ranzen nun billiger

Die im Jahr 2019 von uns getesteten Sets kosten beim Anbieter mitt­lerweile 270 Euro – elf Euro mehr als damals. Die erfreuliche Nach­richt: Manche Onlinehändler verkaufen die Testsieger-Ranzen nun schon für 200 Euro.

18.08.2021