Illegale Downloads Meldung

Das Internet ist voller Musik. Doch Download und Anbieten von Dateien ist riskant.

Eltern müssen ihren Internet­anschluss nicht ständig über­wachen. Nur wenn es Anhalts­punkte gibt, dass die Kinder zum Beispiel Musik­dateien illegal herunter­laden oder anbieten (Filesharing), müssen sie handeln.

Eltern aus dem Schneider

Zugunsten der Eltern hat das Oberlandesgericht Frankfurt in einem Fall entschieden, in dem über den elterlichen Anschluss rund 300 Musikdateien zum Download angeboten worden waren. Ein Musikverlag hatte die Eltern als Inhaber des Anschlusses ermittelt und Schadenersatz sowie eine Unterlassungserklärung verlangt. Doch der Verlag konnte nicht beweisen, dass sie die Musik angeboten hatten. Die Richter machten sie auch nicht für ein mögliches Fehlverhalten der Kinder haftbar. Der Vater hatte dargelegt, dass die ganze Familie zum Tatzeitpunkt außer Haus war (Az. 11 W 58/07).

Plausible Erklärung

Völlig sorglos sein dürfen Eltern aber nicht. So können sie auch nach dem aktuellen Urteil die Ansprüche eines Verlags nicht mit einem schlichten „Wir waren es alle nicht“ abwehren, sondern müssen das plausibel erklären. Erst wenn das gelingt, sind die Eltern aus dem Schneider. „Auch die Kinder werden dann in Ruhe gelassen“, sagt der Wuppertaler Anwalt Tim Geißler. „Wir kennen keine Fälle, in denen die Musikindustrie die Kinder direkt in die Verantwortung ziehen will.“

Tipp: Gehen Sie zu einem auf Internetrecht spezialisierten Anwalt, wenn man Sie wegen Filesharing abmahnt. Manche Richter verlangen, dass Eltern auch ohne Verdacht die Internetnutzung kontrollieren müssen. Gefährlich wird es auch, wenn Sie ein WLan-Netz haben, das nicht gesichert ist.

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