Silber­blond. Manchem Frisör offen­bar doch zu schwör.

Wenn es beim Friseur richtig schief lief, ist wütendes Bezahlen und Verschwinden keine gute Idee. Auf diese Weise verlieren Betroffene Rechte. Hier lesen Sie, wie Sie am besten vorgehen, wenn der Friseur­besuch zum Reinfall wurde

Ansprüche auf Schaden­ersatz und Schmerzens­geld nicht riskieren

Es mag verständlich sein, vor Ärger und Wut sehr schnell den Friseursalon zu verlassen, in dem die Friseurmeisterin soeben für eine Haarfärbung in Dottergelb statt Silber­blond sorgte. Unter recht­lichen Gesichts­punkten ist diese Reaktion jedoch nicht zu empfehlen. Denn wer seinem Friseur nicht wenigs­tens eine Chance zur Fehler­behebung gibt, verliert unter Umständen seine Ansprüche auf Schaden­ersatz und Schmerzens­geld.

Die Haare waren dottergelb statt silber­blond

Vor dem Amts­gericht München hat jüngst eine Frau eine Klage gegen ihre Friseurin verloren. Im Mai 2017 hatte sie die Haare silber­blond färben lassen wollen. Heraus­gekommen war dottergelb. Nach der zwei­stündigen Färbe­prozedur äußerte sie zwar ihre Unzufriedenheit und verlangte Nachbesserung. Weil die Friseurin aber keine Zeit für eine sofortige Nachbehand­lung hatte, zahlte die enttäuschte Kundin ihre Rechnung über 153 Euro und verließ den Laden. Erst mehrere Monate später meldete sich die Frau wieder. Nun verlangte sie von der Friseurmeisterin 530 Euro Schaden­ersatz und auch noch 500 Euro Schmerzens­geld.

Kundin kann nicht auf sofortige Nachbehand­lung bestehen

Die Richterin am Amts­gericht München wies die Klage ab. Die Kundin hätte der Friseurin eine angemessene Zeit für eine Nachbehand­lung geben müssen. Was angemessen ist, blieb offen. Auf eine sofortige Nachbesserung konnte die Frau jedoch nicht bestehen. Das Gericht lehnte Ansprüche auf Schaden­ersatz und Schmerzens­geld ab (Az. 213 C 8595/18).

Wann Kunden doch Schaden­ersatz verlangen können

Um recht­lich sicher zu gehen, sollten Opfer einer miss­glückten Friseur­leistung dem Friseur ein bis zwei Tage Zeit für einen Termin zur Nachbehand­lung geben. Verweigert er die Nachbesserung oder läuft auch der zweite Versuch schief, dürfen Kunden zur Konkurrenz gehen und können die Kosten für die Schadens­behebung dem Verursacher in Rechnung stellen.

Tipp: Vergessen Sie nicht, sofort Fotos nach einer miss­glückten Haarfärbung zu machen. Nicht selten streiten Kunde und Friseur vor Gericht darüber, ob die Leistung des Friseurs über­haupt fehler­haft war.

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