Ibro-Bau Meldung

Ein Wintergarten von der Hamburger Firma Ibro-Bau GmbH quasi geschenkt? Finanztest-Leser Frank Schäfer*aus Mölln wurde gerade noch rechtzeitig misstrauisch.

"Merkwürdig war schon, dass ich einen Verkaufsleiter von Ibro-Bau schriftlich zu Verkaufsverhandlungen ins Haus bestellen musste", meint Schäfer. Mit dieser schriftlichen Bestätigung verliert der Kunde das für Haustürgeschäfte vorgesehene Widerrufsrecht.

Der Ibro-Verkaufsdirektor stellte Frank Schäfer folgendes Geschäft in Aussicht: Gebaut werden sollte ein über 80.000 Mark teurer Wintergarten, den Schäfer zunächst selbst bezahlen sollte. Innerhalb von drei Jahren könne er die Summe aber wieder hereinwirtschaften, indem er monatlich 100 Ibro-Prospekte an Einfamilienhäuser verteile und im Monat vier Interessenten den Wintergarten besichtigen lasse. Hierfür sollten jeweils Geldbeträge gutgeschrieben werden, sodass der Wintergarten per Saldo kostenlos sei.

Der Hausbesitzer sollte sofort einen Vertrag unterschreiben und bestätigen, er habe Wertgutscheine in Höhe von 30.000 Mark erhalten. Außerdem solle ein Kreditvertrag mit einem Finanzierungspartner von Ibro abgeschlossen werden. Als Schäfer angesichts der hohen Summe um Bedenkzeit bat, brach der Verkaufsleiter überstürzt auf und weigerte sich, die Unterlagen dazulassen.

Noch mal Glück gehabt. Matthias Wins, Rechtsberater bei der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, warnt: "Uns liegen aus den letzten Jahren über 100 Fälle geprellter Ibro-Kunden vor. Außer dem Kaufvertrag ­ für den sich viele erheblich verschulden müssen ­ ist an der Sache nichts wasserdicht." Bei genauem Betrachten der Wertgutscheine stellt sich nämlich heraus: Geld bekommt der Wintergartenbesitzer nur, wenn die Besichtigungs-Interessenten selbst auch einen Ibro-Wintergarten kaufen.

* Name von der Redaktion geändert.

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