Weiterbildungskosten: Wenig Förderung für IT-Spezialisten

Die Frage nach der Dauer und den Kosten einer APO-Weiterbildung zum IT-Spezialisten ist nicht eindeutig zu beantworten. Dafür sind die Qualifikationen im IT-Weiterbildungssystem zu individuell gestrickt: So hängen zeitliche und monetäre Bedingungen zum Beispiel von den Vorkenntnissen des Teilnehmers, dem angestrebten Spezialistenprofil und dem ausgewählten Projekt im Unternehmen ab.

Insgesamt stehen den Weiterbildungsteilnehmern maximal 24 Monate für die Zertifizierung zur Verfügung. In der Praxis dauern APO-Weiterbildungen dem Vernehmen nach 12 bis 18 Monate.

Ebenfalls schwer zu schätzen sind die Kosten einer APO-Weiterbildung. Von vornherein kalkulierbar sind immerhin die Preise der beiden Zertifizierungsstellen Cert-IT und gps-cert. Cert-IT verlangt zum Beispiel für eine Gesamtprüfung 1 000 Euro plus Mehrwertsteuer; eine Wiederholung der Prüfung wird extra berechnet. Für die Rezertifizierung, die Auffrischung der Prüfung, die alle fünf Jahre fällig ist, müssen 700 Euro plus Mehrwertsteuer gezahlt werden. Die Preise der anderen Zertifizierungsstelle, gps-cert, sind nahezu gleich. Die vollständigen Preislisten finden Sie auf den Websites der Zertifizierungsstellen im Internet.

Doch die Prüfung deckt noch lange nicht alle Kosten einer APO-Weiterbildung ab. Nach Auskunft von Cert-IT schafft es nur eine Minderheit der Teilnehmer, ihre Weiterbildung von A bis Z ohne fremde Hilfe zu organisieren. In der Regel sind sie aber auf die Hilfe einer Bildungsfirma oder auch eines freiberuflichen Coaches angewiesen. Momentan bieten 20 bis 30 solcher Bildungsdienstleister ihre Leistungen für IT-Spezialisten an (vgl. Marktübersicht).

Neben der Vorbereitung auf die Prüfungen und die Weiterbildung ergänzenden Seminaren konzentrieren sie sich in aller Regel auf die Vermittlung eines Lernprozessbegleiters, der häufig – im Gegensatz zu den fachlichen Begleitern – nicht aus dem eigenen Unternehmen stammt. Allein die Kosten für einen Lernprozessbegleiter werden auf 3 000 bis 4 000 Euro geschätzt.

Da angehende IT-Spezialisten im Gegensatz zu den IT-Professionals nicht per Meisterbafög gefördert werden und die Bundesagentur für Arbeit gerade bei längerfristigen Qualifizierungen kräftig spart, gibt es derzeit kaum öffentliche Förderung für die Erlangung eines Spezialistenprofils. So müssen die Weiterbildungsteilnehmer die Kosten entweder selbst tragen oder sich die finanzielle Unterstützung ihres Unternehmens sichern. Selbstzahler können sich immerhin ihre Ausgaben über die Steuererklärung zurückholen: Ausgaben für eine Weiterbildung im eigenen Beruf, eine Umschulung oder für ein Zweit-, Aufbau- oder Ergänzungsstudium können voll als Werbungskosten abgesetzt werden.

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