IT-Weiterbildungssystem Test

Mit Vorschusslorbeeren startete vor rund drei Jahren das IT-Weiterbildungssystem (ITWS). Doch das ambitionierte Projekt, das Struktur in den IT-Weiterbildungsmarkt bringen sollte, konnte die Erwartungen bislang nicht erfüllen. Die Stiftung Warentest hat das System untersucht, zeigt seine Vor- und Nachteile und sagt Ihnen, was Sie über das ITWS wissen sollten.

Hans Weißmann vom Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb) kennt sich aus im IT-Weiterbildungssystem (ITWS). Der Bildungsexperte leitet die Projektgruppe zur Evaluation (Bewertung) des ITWS, die helfen soll, Schwachstellen im System zu erkennen. „Das IT-Weiterbildungssystem ist der erste Versuch in Deutschland, Konzepte des Lebenslangen Lernens in der Weiterbildung zu etablieren“, nennt Weißmann den Grund, warum das ITWS vielen Bildungsexperten ans Herz gewachsen ist.

Zweifellos ist das ITWS ein ambitioniertes Projekt: Es ist der Versuch, ein System zu etablieren, das Weiterbildung über alle Qualifikationsstufen hinweg strukturiert. So wird Bildungs-Interessierten ermöglicht, sich stetig (und sinnvoll) weiterzubilden. Und das ist in der schnelllebigen IT-Branche ein Muss, um am Ball zu bleiben und berufliche Perspektiven zu wahren.

Mit klar definierten Berufsprofilen, Zertifizierungen oder öffentlich-rechtlichen Abschlüssen sowie einer neuen Methode beruflichen Lernens, der so genannten Arbeitsprozessorientierten Weiterbildung (APO), hebt sich das ITWS von anderen Qualifizierungen auf dem IT-Weiterbildungsmarkt deutlich ab. So sind Weiterbildungen im ITWS eine Alternative zu eher praxisfernen Weiterbildungen in Seminarform. Inzwischen sehen das auch viele Arbeitnehmer im IT-Bereich – Hauptzielgruppe des ITWS – genauso: Die Teilnehmerzahlen steigen und damit die Bedeutung des Systems auf dem IT-Weiterbildungsmarkt insgesamt.

Neue Methode beruflichen Lernens

APO gilt als das Charakteristikum für Weiterbildungen innerhalb des IT-Weiterbildungssystems. APO steht für das Lernen anhand eines praktischen Qualifizierungsprojektes am eigenen Arbeitsplatz (zum Ablauf von APO-Weiterbildungen vgl. „Schritt für Schritt zum IT-Spezialisten“).

Das bietet zum Beispiel den Vorteil, dass die Lernenden nach Abschluss der Weiterbildung nachweislich über praktisches, anwendbares Wissen verfügen. Das können sie dann im eigenen Unternehmen einbringen. Damit unterscheiden sich APO-Weiterbildungen elementar von Qualifizierungen in herkömmlicher Seminarform, die in der Regel eher theoretisches Know how als Anwendungswissen vermitteln.

Aber auch die Nachteile liegen auf der Hand: Eine APO-Weiterbildung dauert mit einer geschätzten Dauer von 12 bis 18 Monaten nicht nur länger als ein herkömmlicher IT-Kurs, sie verlangt auch einen ungleich höheren organisatorischen Aufwand und Teilnehmer, die in der Lage sind, in hohem Maße eigenverantwortlich zu lernen.

Hoch gesteckte Erwartungen

So ambitioniert das Konzept der APO-Weiterbildungen ist, so hoch waren zunächst auch die Erwartungen an das ITWS, als es vor rund drei Jahren, Mitte 2002, aus der Taufe gehoben wurde: Es sollte den Quereinsteigern in der IT-Branche die Möglichkeit geben, einen Berufsabschluss zu machen und die vielen ungenau definierten Berufsbezeichnungen in der IT-Branche ersetzen.

Ein weiteres Ziel war, Struktur in die unübersichtliche Aus- und Weiterbildungslandschaft der IT-Branche zu bringen. Dort arbeiten viele IT-Fachkräfte mit unterschiedlichen Abschlüssen: die Absolventen der vier IT-Ausbildungsberufe (zum Beispiel IT-System-Elektroniker oder IT-Fachinformatiker), Hochschulabsolventen, Fachkräfte mit so genannten Industriezertifikaten (zum Beispiel von Firmen wie Microsoft oder Cisco) oder solche mit IT-Zertifikaten von privaten Bildungsfirmen.

Heute, gut drei Jahre nach dem ITWS-Start, sind diese hoch gesteckten Erwartungen einer realistischeren Einschätzung gewichen, welchen Stellenwert APO-Weiterbildungen auf dem IT-Weiterbildungsmarkt besitzen. So kennzeichnen APO-Weiterbildungen drei Merkmale:

  1. Sie richten sich vornehmlich an Arbeitnehmer: Da das Herzstück der Weiterbildung mit dem betrieblichen Qualifizierungsprojekt im Unternehmen sitzt, haben es Selbstständige und Arbeitslose schwer, die Anforderungen an APO zu erfüllen.
  2. Damit ist der Anspruch gefallen, die gesamte IT-Weiterbildungslandschaft zu verändern; APO-Weiterbildungen gelten nun als Ergänzung zu vielen anderen Qualifizierungsmöglichkeiten im IT-Bereich – etwa zu den Industriezertifikaten oder IT-Kursen in Seminarform.
  3. Im Vergleich zu anderen Qualifizierungsformen spielen die Bildungsfirmen bei APO-Weiterbildungen eine andere Rolle. Sie haben die Aufgabe, die Lernenden vor Ort, in ihrem Unternehmen zu unterstützen. So stellen sie zum Beispiel Lernprozessbegleiter und bereiten die APO-Teilnehmer auf ihre Abschlussprüfung vor. Als flankierende Maßnahme der jeweiligen Weiterbildung bieten sie auch klassische Seminare an, die Zusatzqualifikationen vermitteln. Häufig besuchen APO-Teilnehmer etwa Projektmanagement-Kurse.

Profile für IT-Spezialisten

IT-Weiterbildungssystem Test

Und so sieht das ITWS aus, das Weiterbildungen im IT-Bereich in drei Qualifizierungsstufen aufgliedert und von den vier öffentlich-rechtlichen IT-Ausbildungsberufen bzw. vergleichbaren Kenntnissen ausgeht (siehe Grafik des Kompetenzzentrums IT-Bildungsnetzwerke zum ITWS):

  • IT-Spezialisten: Den Anfang machen insgesamt 29 Spezialistenprofile, die in 6 übergeordneten Profilen zusammen gefasst sind. Die Spezialistenprofile bilden die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder in der IT-Branche ab und reichen zum Beispiel vom eher technisch orientierten „Security Technician“ bis zur Kundenbetreuung (etwa „IT Sales Advisor“). Neben fachlichen Kenntnissen sollten die IT-Spezialisten im Rahmen der Weiterbildung auch Zusatzqualifikationen erwerben, um im Unternehmen später Führungsaufgaben übernehmen zu können. So sollten sie zum Beispiel nach der Weiterbildung in der Lage sein, Projektteams zu leiten und im Projektverlauf auftretende Konflikte eigenständig zu lösen.
  • „Operative Professionals“: Die nächste Stufe im ITWS bilden die vier Profile zum „Operativen Professional“. Sie sollten in der Lage sein, Geschäftsprozesse im Unternehmen eigenständig zu gestalten und Aufgaben in der Mitarbeiterführung, zum Beispiel als Abteilungsleiter, zu übernehmen. Ihre Qualifikation ist mit einem Bachelor-Abschluss vergleichbar.
  • „Strategische Professionals“ sollten die Fähigkeit besitzen, IT-Geschäftsfelder dauerhaft auf dem Markt zu positionieren und strategische Partnerschaften, zum Beispiel mit anderen Unternehmen, zu schließen. Es gibt zwei Profile zum „Strategischen Professional“, einen mit technischem und einen mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund. Ihr Abschluss bewegt sich auf dem fachlichen Niveau eines Masters.

Zwischen den Weiterbildungen zu den Spezialisten- und den Professional-Profilen gibt eine klare Trennlinie, was Abschluss und Organisation angeht. So werden IT-Spezialisten privatrechtlich bei dafür eigens eingerichteten, unabhängigen Agenturen zertifiziert. Grundlage für die Zertifizierung ist die internationale Norm der Personenzertifizierung ISO/IEC 17 024. Die Zertifizierungsstellen werden von der Trägergemeinschaft für Akkreditierung zugelassen.

Rezertifizierung alle fünf Jahre fällig

Mit der Personenzertifizierung werden die in den jeweils individuell zugeschnittenen Qualifizierungsprojekten erworbenen Handlungskompetenzen der Absolventen vergleichbar gemacht. Alle fünf Jahre ist eine Rezertifizierung fällig. Dann müssen die Teilnehmer nachweisen, dass sie ihr Wissen auf dem neuesten Stand gehalten haben.

Die Qualifizierungen zum „Operativen Professional“ und zum „Strategischen Professional“ sind öffentlich-rechtlich geregelt und fallen unter die Fortbildungsgesetze. Prüfungsberechtigt sind die Industrie- und Handelskammern (IHKs). Obwohl der Weg zur Zertifizierung bzw. Prüfung bei Spezialisten und Professionals auf dem Papier gleich ist, nehmen betriebliche Projekte in den Professional-Weiterbildungen weit weniger Raum ein, als dies bei den Spezialisten der Fall ist. Doch selbst für angehende Spezialisten gibt es nicht nur APO-Weiterbildungen (siehe unten). Klar zu unterscheiden sind hingegen die Prüfungen, die für angehende Professionals komplexer angelegt sind: Zu der Präsentation des betrieblichen Projektes kommen hier noch schriftliche Prüfungen und zusätzliche Themenbereiche hinzu.

Nur wenige nehmen teil

Schaut man allerdings auf die Zahl der Teilnehmer, die sich bei den Prüfungs- und Zertifizierungsstellen anmelden, wird das eigentliche Problem des ITWS deutlich: sein geringer Bekanntheitsgrad. Insgesamt haben sich bei den beiden derzeit akkreditierten Zertifizierungsstellen Cert-It und gps-cert etwa 580 IT-Fachkräfte für eine Personenzertifizierung angemeldet. Eine Qualifizierung zu den vier Profilen zum „Operativen Professional“ haben im ausgehenden Jahr nach Auskunft des DIHK 300 Personen absolviert. Prüfungen zum „Strategischen Professionals“ wurden noch nicht abgelegt.

Verglichen mit den absoluten Zahlen, die der IT-Weiterbildungsmarkt zu bieten hat, nehmen sich diese Ergebnisse bescheiden aus: Von den rund 450 000 Qualifizierungen, die in der Weiterbildungsdatenbank „Kurs“ der Bundesagentur für Arbeit zu finden sind, haben über ein Drittel ein IT-relevantes Thema.

Das ITWS spielt auf dem IT-Weiterbildungsmarkt also eine eher untergeordnete Rolle. Ein Indiz dafür liefert auch unsere Untersuchung. Wir haben die IT-Branche untersucht, um die Bedeutung des ITWS zu analysieren und Bildungsinteressierte zu informieren (siehe „So sind wir vorgegangen“). Herzstück der Untersuchung ist eine Marktübersicht, in der die Bildungsfirmen bzw. -akteure aufgelistet werden, die Lernende während ihrer APO-Weiterbildung unterstützen. Demnach bieten gerade einmal 20 bis 30 Bildungsfirmen bzw. -experten Weiterbildungsinteressierten ihre Dienste an, um ein Zertifikat zum IT-Spezialisten zu erlangen. (Welche Dienstleistungen genau zu den jeweiligen Profilen offeriert werden, können Sie in unserem kostenpflichtigen Infodokument unter der Internetadresse www.weiterbildungstests.de nachlesen.)

Nachfrage zieht an

Noch gibt es also viel zu tun, bis sich das ITWS seinen Platz in der IT-Weiterbildungslandschaft erobert hat. Schaut man allerdings etwas genauer hin, gibt es durchaus Hinweise darauf, dass das ITWS langsam, aber sicher seine Nische in der IT-Weiterbildungslandschaft findet: Die Nachfrage sowohl nach Spezialisten- als auch nach Professional-Qualifizierungen zog im auslaufenden Jahr deutlich an.

Nicht eigens aufgelistet in unserer Marktübersicht haben wir die Leistungen einzelner IHKs. Zwar bieten einige Kammern APO-Weiterbildungen an; einige Kammern werben aber unter den gleichen Bezeichnungen für Qualifizierungen, die sich mit ähnlichen fachlichen Inhalten eher an traditionellen Lehrgangskonzepten orientieren. Folge: Bei diesen Qualifizierungen ist fraglich, ob die Teilnehmer die Zulassungsvoraussetzungen zu einer Personenzertifizierung erfüllen. Andererseits nehmen das offenbar einige Teilnehmer billigend in Kauf, die sich mit solchen Kursen auf eine Professional-Zertifizierung vorbereiten. Hintergrund: Eine Personenzertifizierung für IT-Spezialisten ist keine zwingende Voraussetzung für den Erwerb eines öffentlich-rechtlichen Professional-Abschlusses.

Die Zahl der IT-Fachkräfte, die bei den Bildungseinrichtungen der IHKs eine Qualifizierung zu einem Spezialistenprofil begonnen haben, ohne sich zur Personenzertifizierung anzumelden, liegen nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) immerhin im unteren dreistelligen Bereich.

Kammern standen in der Kritik

Für diese Praxis mussten sich die Kammern vor zwei Jahren noch harsche Kritik gefallen lassen: APO-Verfechter klagten, dass die Praxis der Kammern nicht nur für Verwirrung sorge, sondern deren Angebote auch eine Konkurrenz zu APO-Weiterbildungen darstellten. Inzwischen haben sich die Wogen zwar geglättet, die Rolle der IHK-Kurse aber ist noch immer umstritten.

„APO ist nicht das IT-Weiterbildungssystem, sondern eine von mehreren Qualifizierungsmethoden, die im Rahmen dieses Systems in Frage kommen“, sagt auf der einen Seite Yorck Sievers, Leiter des Referates „IT- und Medien- Aus- und Weiterbildung“ des DIHK. Insofern, so Sievers, stünden die Qualifizierungen der IHKs zum IT-Spezialisten und APO-Weiterbildungen nicht im Widerspruch oder Konkurrenz zueinander, zumal auch in den IHK-Angeboten vor der Wissensvermittlung die betriebliche Projektarbeit an erster Stelle stehe.

Die Auffassung, dass Qualifizierungen mit und ohne APO nicht in Konkurrenz zueinander stehen, kann Stephan Pfisterer, Projektleiter des Kompetenzzentrums Bildungsnetzwerke (Kibnet), durchaus noch teilen. Bei der Frage nach der Vergleichbarkeit der beiden Qualifizierungsformen ist er allerdings anderer Meinung: Für ihn gehören APO und ITWS zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen Konzeptionen der beiden APO-Weiterbildungen und der IHK-Qualifizierungen, so Pfisterer, erwarte aber ohnehin niemand, dass bei den Kammern das Gleiche heraus komme wie bei einer APO-Weiterbildung.

Insgesamt setzt der Bildungsexperte auf das individuell zugeschnittene Produkt APO-Weiterbildung und dass es auf dem Markt neben anderen Qualifizierungsformen bestehen möge. Auch in dieser Einschätzung spiegeln sich die im Vergleich zu den Vorschusslorbeeren, die das System bei seinem Start bekam, realistischeren Erwartungen an das System wider.

Arbeitslose sind außen vor

Realistischer werden inzwischen auch die Möglichkeiten für Selbstständige und Arbeitslose eingeschätzt, in das System einzusteigen. APO findet nun einmal im Betrieb selbst statt, und deshalb sind Selbstständige und Arbeitslose auf der Suche nach einem innerbetrieblichen Qualifizierungsprojekt in aller Regel auf die Hilfe eines Bildungsunternehmens angewiesen.

Danilo Kurpiela, Mitarbeiter der Zertifizierungsstelle Cert-IT, schätzt den Anteil der Selbstständigen an den Prüfungsteilnehmern auf 15 Prozent. Arbeitslose schaffen den Sprung in das System dagegen meist nicht, da die Bundesagentur für Arbeit insbesondere bei der Förderung längerfristiger Kurse kräftig spart.

„Beschäftigte sind die Hauptzielgruppe des ITWS“, resümiert Stephan Pfisterer und nennt Berufsprofile, die häufig im System auftauchen: Absolventen der IT-Ausbildungs- und Elektroberufe, IT-Fachkräfte ohne beruflichen Abschluss sowie Hochschulabsolventen der Informatik (siehe Interview).

Um mehr Weiterbildungs-Interessierte und auch Personalchefs in den Unternehmen der IT-Branche für das ITWS zu begeistern, ist neben professionellem Marketing auch eine Straffung der Systemstrukturen nötig. Um den Sinn von APO-Weiterbildungen allgemein verständlich zu kommunizieren, ist, da sind sich alle Beteiligten einig, eine zentrale Beratungsstelle notwendig. Momentan ist noch das Gegenteil der Fall: Im Internet zum Beispiel gibt es eine Reihe von Portalen unterschiedlichen Zuschnitts, die zum ITWS beraten. Dort wird oft deutlich, dass das ITWS ein akademisches Projekt ist: Die Portale machen eher den Eindruck, sich an Bildungsexperten als an Weiterbildungs-Interessierte zu wenden.

Straffung der Strukturen meint noch etwas anderes: Der Weiterbildungsprozess von der Anmeldung bei der Zertifizierungsstelle bis zur Erlangung des Zertifikats soll in Zukunft weniger bürokratisch ablaufen. Die bei den Teilnehmern umstrittene begrenzte Dauer einer Personenzertifizierung bleibt nach Auskunft des Kibnet aber bestehen. Besser haben es da die Professionals, deren Abschlüsse unbegrenzt gültig sind.

Attraktiver machen könnte das ITWS auch die geplante Vergleichbarkeit der ITWS-Qualifikationen mit Hochschulabschlüssen. Obwohl von Anfang an vorgesehen und unter dem Motto „Vom Azubi zum Master“ beworben, hatten Absolventen des ITWS bislang keinen Zugang zu Bachelor- oder Masterabschlüssen. Dieser fehlende Baustein im System soll nun in Modellprojekten mit den Universitäten Darmstadt und Braunschweig entwickelt werden.

Beurteilung noch nicht möglich

Angesichts dieser Neuerungen, die in den kommenden Monaten eingeführt werden sollen, ist eine abschließende Beurteilung des ITWS kaum möglich. Sicher ist jedoch, dass das System eine lohnende Alternative für Weiterbildungs-Interessierte sein kann: Im Hinblick auf das pädagogische Konzept mit seinem ganzheitlichen Ansatz (Einbettung in den Betrieb, Realisierung und Dokumentation eines Projektes mit fachlicher Beratung und Lernprozessbegleitung sowie hohem Selbstlernanteil) ist das ITWS mit keiner anderen Weiterbildungsmöglichkeit vergleichbar.

Aufgrund des hohen organisatorischen Aufwands dürften es Mitarbeiter in Betrieben, die bereits Erfahrung mit APO-Weiterbildungen gemacht haben, leichter fallen, ihren Chef vom Sinn einer solchen Qualifizierung zu überzeugen. Denn für die Unternehmen lohnen sich APO-Weiterbildungen wohl nur, wenn mehrere Mitarbeiter sich weiterbilden. Das verringert den Aufwand und die Kosten. Insofern dürften Beschäftigte in großen Firmen bessere Chancen haben, eine Qualifizierung im ITWS zu bekommen. Abhängig vom Unternehmen bleiben sie allemal: Ohne das OK des (Personal-)Chefs geht gar nichts im ITWS.

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