Hypothekenzinsen Meldung

Niedrige Zinsen lassen den Traum von den eigenen vier Wänden näher rücken.

Auch ohne Eigenheimzulage bleiben selbst genutzte Immobilien attraktiv. Wegen der günstigen Zinsen und Kaufpreise sollten Mieter nachrechnen, ob sich ein Kauf lohnt.

Egal ob Haus oder Wohnung: Die eigenen vier Wände sind für die meisten Bundesbürger das Traumziel schlechthin. Allerdings ist es etwas weiter in die Ferne gerückt. Der Wegfall der Eigenheimzulage bedeutet vor allem für Familien mit Kindern einige Tausend Euro jährlich weniger.

Doch der Bau oder Kauf einer Immobilie kann sich nach wie vor lohnen. Denn Fördermittel gibt es weiterhin: Die meisten Bundesländer gewähren Zuschüsse oder verbilligte Kreditzinsen. Auch die KfW-Förderbank hilft mit günstigen Krediten (siehe „Förderprogramme“). Vor allem aber wirkt das derzeit niedrige Zinsniveau wie eine Einladung an Bau- oder Kaufwillige.

Mieter sollten deshalb ernsthaft kalkulieren, was langfristig günstiger ist: Kauf oder Miete. Eigenheimbesitzer können die heutigen Zinsen zum Beispiel für 20 Jahre festschreiben. Sie zahlen dann immer dieselbe Monatsrate. Mieter hinge­gen müssen sich auf Mieterhöhungen einstellen: Um durchschnittlich drei Prozent jährlich stiegen die Mieten während der letzten 20 Jahre. Würde das so weitergehen, läge eine 500-Euro-Kaltmiete von heute im Jahr 2026 bei 900 Euro. Während der Mieter unter dieser Last stöhnt, bleibt die einmal gewählte Monatsrate für den Käufer gleich. Und: Der Käufer hat danach sein Häuschen komplett abbezahlt.

Deshalb ist der simple Vergleich – hier Kaltmiete, dort Kreditbelastung – Unsinn: Selbst wenn die Darlehensrate heute über der Kaltmiete liegt, kann sich das in ein paar Jahren drehen. Daher kann es sich durchaus lohnen, monatlich zunächst etwas mehr Geld aufzubringen. Noch dazu, wenn Mieter ohnehin regelmäßig Geld zur Seite legen, um fürs Alter vor­zu­sorgen. Dieses Geld kann auch in die Abzahlung fließen.

Was günstiger ist, Miete oder Kauf, ist ein schwieriges Rechenexempel. Einfach alle Zahlungen an den Vermieter sowie an die Bank addieren und vergleichen – damit ist es nicht getan. Hinzu kommen Annahmen über künftige Wertsteigerungen des Hauses, die Inflation oder Zinseinnahmen, die ein Mieter für seine angesparte Altersvorsorge erwarten kann. All das berücksichtigt ein Excel-Rechner, den wir kostenlos zur Verfügung stellen. Damit können Sie im Handumdrehen kalkulieren, ob Kauf oder Miete die bessere Wahl für Sie ist.

Über das Ergebnis der Rechnung entscheidet maßgeblich die Zinshöhe. Wer jetzt baut oder kauft, darf sich über historisch günstige Zinsen freuen. Im langjährigen Durchschnitt kosteten Hypothekendarlehen in den vergangenen 20 Jahren 7,3 Prozent – heute ist so ein Darlehen schon fast für die Hälfte zu bekommen. Das spart über die Jahre Zigtausende Euro. Oder anders betrachtet: Der Zinsrutsch in den letzten fünf Jahren hatte den gleichen Effekt, als seien die Immobilienpreise um 20 Prozent gefallen.

Hinzu kommt, dass viel frischer Wind in den Markt gekommen ist. Fast jede Bank bietet heute mehr als den Standardkredit mit 1 Prozent Anfangstilgung. Viele räumen die Möglichkeit ein, während der Laufzeit Sondertilgungen zu leisten. So können Kunden, die beispielsweise durch Erbschaft oder Gehaltserhöhung unversehens zu Geld kommen, schneller abzahlen. Mitunter können sie auch die Monatsrate während der Zinsfestschreibungszeit wechseln, indem sie den Tilgungssatz neu festlegen. Einige Institute haben Volltilgerdarlehen im Programm, wo der Zins für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist.

Für Konkurrenzdruck haben vor allem die Online-vermittler im Internet gesorgt. Sie sind meist günstiger als herkömmliche Filialbanken und Sparkassen. In unseren Vergleichen bieten Accedo, Dr. Klein, DTW, Geld & Plan und Interhyp durchweg bessere Konditionen: Die Hypothekendarlehen dieser Anbieter sind etwa 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte günstiger als bei den Instituten mit Filialnetz – und nicht weniger seriös.

Diese Onlineanbieter vergeben die Darlehen nicht selbst, sondern arbeiten als Vermittler. Die Kreditabwicklung läuft über Internet, Telefon, Fax und Post. Der Kunde wird an eine ganz normale Bank vermittelt, mit der er dann den Darlehensvertrag abschließt. Für ihn ist die Maklertätigkeit kostenlos. Nachteil: Es gibt kaum persönliche Beratung.

Aber auch wer Wert legt auf Betreuung vor Ort und deshalb zur Filialbank geht, kann aus unserem Computerservice Nutzen ziehen. Wir nennen Ihnen die Konditionen von etwa 70 überregionalen Banken und einer Auswahl in Ihrer Umgebung tätiger Regionalinstitute. Die Übersicht enthält:

  • Nominal- und Effektivzinssätze für Darlehen ab 100 000 Euro mit 5, 10, 15 und 20 Jahren Zinsbindung,
  • Beleihungsgrenzen und Zinszuschläge für Nachrangfinanzierungen,
  • Schätzkosten und Bereitstellungszinsen, ebenso Teilaus­zahlungszuschläge und Kontogebühren.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Themeneseite Immobilienkredit.

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