Viele Banken haben ihre Bearbeitungsgebühren für die vorzeitige Rückzahlung von Hypothekendarlehen drastisch erhöht. Statt 100 bis 250 Mark wie vor wenigen Jahren kassieren die meisten heute Beträge um 150 Euro, berichtet die Verbraucherzentrale Bremen.

Der Hintergrund: Zahlt ein Kunde sein Darlehen vor Ablauf der Zinsbindung zurück, dürfen Banken eine Entschädigung für ihre Zinsverluste verlangen. Außerdem können sie ihren zusätzlichen Bearbeitungsaufwand berechnen. Nachdem der Bundesgerichtshof die Höhe der Entschädigung begrenzt hat, langen jetzt viele Banken umso kräftiger bei den Bearbeitungsgebühren zu.

Die Allianz beispielsweise verlangte früher 250 Mark. Heute sind es 250 Euro. Besonders dreist kassierte die Hypovereinsbank: Kunden, die das Darlehen über einen Bauträger vermittelt bekamen, mussten zeitweise 500 Euro zahlen ­– gut das Dreifache der bei der Bank sonst üblichen Gebühr (130 Euro). Diesen Wucher hat die Bank nach eigenen Angaben inzwischen eingestellt.

Ein höchstrichterliches Urteil zu diesen Gebühren gibt es bisher nicht. „Nach den üblichen Maßstäben der Rechtsprechung sind 500 Euro aber eindeutig ­sittenwidrig“, meint Arno Gottschalk von der Bremer Verbraucherzentrale. Betroffene Kunden der Hypovereinsbank sollten daher zu viel gezahlte Gebühren zurückfordern.

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