Halsschmerzen: Vieles hilft nicht

Die zur Selbstbehandlung angebotenen Präparate vermögen in der Regel nicht den Krankheitsverlauf zu verkürzen oder gar zu heilen. Unter therapeutischen Gesichtspunkten sind sie meist wenig geeignet oder nicht sinnvoll zusammengesetzt. Sie können Symptome einer Halsentzündung allenfalls lindern – wie Lutschbonbons auch.

Arzneimittel gegen Rachenbeschwerden bestehen meist aus Desinfektionsmitteln (Antispetika), lokal betäubenden Mitteln (Lokalanästhetika), lokal wirkenden Antibiotika. Mit Spüllösungen sind Rachen und Gaumenmandeln aufgrund ihrer besonderen Struktur kaum zu erreichen, Lutschtabletten und Sprays gelten als überlegen. Hausmittel wie Halsbonbons stimulieren den Speichelfluss und mildern so Schluck- und Halsbeschwerden. Ähnlich gut wirkt warme Milch mit Honig. Mit warmer Salzlösung zu gurgeln, verschafft die gleiche Erleichterung wie handelsübliche Gurgelmittel.

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und helfen daher bei der meist virusbedingten Hals-Rachen-Erkrankung nicht. Stärker schmerzhafte Entzündungen der Mandeln mit Fieber und stärkere Beeinträchtigung des Wohlbefindens werden überwiegend durch Bakterien hervorgerufen. Hier sind Antibiotika angezeigt – aber zum Einnehmen, nicht zum Lutschen. Sie müssen verschrieben werden. Beim Lutschen erreicht der Wirkstoff nicht ausreichend und nicht lange genug alle betroffenen Stellen.

Verschleppt werden darf eine bakterielle Infektion der Rachenmandeln nicht: Es besteht das Risiko des rheumatischen Fiebers mit Gelenk- und Herzentzündung.

Bei Kindern sind akute Halsschmerzen für den Laien besonders schwer zu beurteilen; hier sollte man frühzeitig zum Arzt gehen.

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