Hundesteuer Meldung

Städte und Gemeinden dürfen Hunde nach Rassen unterschiedlich hoch besteuern. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Berlin (Az.: BverwG 11 C 8.99). Vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen einem Kampfhundbesitzer und der Stadt Roßlau (Sachsen-Anhalt). Die Roßlauer Stadtväter führen eine Liste mit zwölf Hunderassen, für die sie einen erhöhten Hundesteuersatz fordern. Den Kläger kostete das 720 Mark im Jahr für seinen Bullterrier und somit achtmal mehr als die 90 Mark, die die Stadt Roßlau für einen Dackel oder Pudel eintreibt.
Der Deutsche Tierschutzbund hält Rassenlisten jedoch für willkürlich. Es gebe weder eine Rasse "Kampfhund" noch Statistiken, die belegen, dass so genannte Kampfhunde häufiger beißen. "Das Übel befindet sich am anderen Ende der Leine", sagt Bärbel Bressel vom Tierschutzbund. Erst die Erziehung durch den Hundehalter mache einen Hund gefährlich. Dennoch ist zu erwarten, dass viele Kommunen ihre Hundesteuersatzung nun ändern. Schließlich können sie so Geld einnehmen. In Roßlau gingen nach der Entscheidung viele Anfragen anderer Städte zu den Details des Urteils ein.

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