Häufige Fragen rund ums Thema Hundefutter

Darf mein Hund Getreide essen? Muss ich auf Konservierungs­stoffe achten? Was ist mit Keimen und Schad­stoffen? Viele Hunde­besitzer haben Sorge, ob sich ihr Vier­beiner richtig ernährt. Anläss­lich des aktuellen Hundefutter-Tests beant­worten wir häufig gestellte Fragen unserer Leser. Viele weitere Antworten finden Sie in unseren FAQ Hundefutter.1)

Beob­achten Sie Ihren Hund

Mein Hundefutter war nicht im Test. Wie kann ich selbst anhand der Zutaten­liste berechnen, ob mein Hund alle notwendigen Nähr­stoffe bekommt?

Leider ist das so gut wie unmöglich. Die Zutaten­listen sind in der Regel nicht detailliert genug; außerdem ist auf viele Angaben kein Verlass, wie der Test zeigte. Bei unserer Unter­suchung sind wir von einem mäßig aktiven Modell­hund mit 15 Kilo Gewicht ausgegangen. Wir haben seinen Bedarf ermittelt und mit der Nähr­stoff­versorgung durch die einzelnen Futter abge­glichen. Unser Rat: Beob­achten Sie Ihren Hund. Wiegen Sie ihn regel­mäßig. Ist er zu dick oder zu dünn? Wirkt er müde und schlapp? Gibt er Signale, dass ihm etwas fehlt? Dann sollten Sie das beim Tier­arzt über­prüfen lassen und, wenn nötig, die Futtermenge anpassen oder auf ein anderes Futter umsteigen.

Werden für Hundefutter minderwertige Schlacht­abfälle weiterver­arbeitet?

In den 30 Feucht­futtern im Test fanden wir im Labor keine Hinweise auf minderwertige Abfälle. Teile kranker oder verstorbener Tiere sind laut einer EU-Verordnung verboten. Zugelassen sind hygie­nisch einwand­freie Schlacht­neben­produkte von Tieren, die auch für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Das können beispiels­weise Organe wie Herz, Lunge und Magen sein – oder Teile wie Zunge und Euter, die hier­zulande für die menschliche Ernährung nur eine unterge­ordnete Rolle spielen. Auch für den Menschen als genussuntauglich einge­stuft Teile gesunder Tiere können verarbeitet werden, etwa Horn, Borsten, Haare und Federn – Magen-Darm-Inhalt jedoch nicht.2)

Sie empfehlen Hundefutter, das viele verschiedene Tier­arten enthält. Wie kann das sein, wo das doch das Allergierisiko erhöht?

Es ist nicht erwiesen, dass eine Mischung vieler Tier­arten im Futter auto­matisch Allergien beim Hund hervorruft. Wir haben im Test über­prüft, ob die beworbenen Tier­arten wie Schwein, Geflügel oder Wild tatsäch­lich im Futter enthalten sind. Wer gezielt bestimmte Tier­arten umgehen will, findet in unseren Tabellen dazu die passenden Informationen.

Zucker und Konservierungs­stoffe

Was ist von Getreide und Zucker als Zutat zu halten?

Das Gerücht, Zucker würde ins Futter gegeben, trifft nicht zu. Die Zucker­gehalte im Test waren sehr gering. Getreide ist ein besserer Energieträger und als Zutat durch­aus geeignet. Die Feucht­futter im Test enthielten zum Beispiel Dinkel, Reis oder Hirse. Hunde können Stärke gut verdauen.

Sollte ich Futter ohne Konservierungs­stoffe kaufen?

Viele Futter im Test loben aus, dass sie „frei von Konservierungs­stoffen“ sind. Auslobung und Konservierungs­stoffe sind über­flüssig. Feucht­futter hat zwar mehr Feuchtig­keit als Trockenfutter, die Dosen und Schalen werden aber durch Erhitzung konserviert und sind so mindestens zwei Jahre halt­bar.

Keime und Schad­stoffe

Sind Keime im Hundefutter ein Problem?

Nein. Weder Verderb­niskeime noch mögliche krankmachende Keime. Auch die Angst vor multiresistenten Erregern ist unbe­gründet. Der Grund: Das Futter wird erhitzt, dabei werden mögliche Keime unschädlich gemacht. Das Erhitzen dient der Konservierung. Die Feucht­futter im Test sind 2 bis 3 Jahre halt­bar.

Welche Schad­stoffe enthielten die getesteten Futter?

Die Mehr­zahl der 30 Produkte war unauffäl­lig. Zwei waren mit Kadmium belastet, eines so stark, dass der Grenz­wert für Tierfutter über­schritten wurde. Akut toxisch, sprich sehr gefähr­lich für den Hund war die Menge an Kadmium aber nicht. Dem betroffenen Futter gaben wir die Note Mangelhaft. Außerdem wurde auf Blei, Queck­silber und Arsen untersucht. Rück­stände von Antibiotika gehörten im Test bisher nicht zu den Prüfkriterien, da es kaum Hinweise gibt, dass da etwas im Argen liegt. Wir werden bei künftigen Tests neu prüfen, ob wir das Kriterium mit aufnehmen.

1) Dieser Artikel wurde am 26.02.2015 erst­mals veröffent­licht und am 14.04.2015 letzt­mals aktualisiert.

2) Passage korrigiert am 9.3.2015.

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