Interview: „Verknüpfen Sie die Box mit positiven Gefühlen“

Hundeboxen fürs Auto Test

Auf Fell­fühlung. Hundecoach Rütter mit seiner Hündin Emma (links) und Abbey.

Im Auto mitfahren bedeutet für viele Tiere Stress. Der Hundetrainer Martin Rütter gibt Tipps, wie Halter ihre Vier­beiner ans Auto und an eine Trans­portbox gewöhnen können.

Der Hund muss sich wohl­fühlen ...

Wie schafft man es, dass der Hund gern Auto fährt?

Wichtig ist, dass der Hund in kleinen Schritten lernt, dass Auto­fahren nicht gefähr­lich ist. Der Mensch sollte damit beginnen, das Auto zu einem angenehmen Ort für den Hund zu machen. Man könnte ihn dort zunächst füttern und ein paar Futterstücke verstecken, die es zu suchen gilt. Nach einigen Tagen kann man die Übungen mit laufendem Motor durch­führen. Dazu sollte sich der Mensch ins Auto setzen, so als würde er gleich losfahren. Fühlt sich der Hund wohl, kann man ein paar Meter fahren und die Fahr­zeit und Geschwindig­keit an den Folg­etagen steigern. Dabei gilt es, stets im Blick zu haben, ab wann sich der Hund nicht mehr wohl fühlt.

Wie führe ich den Hund an eine Trans­portbox heran?

Das lässt sich zunächst prima in der Wohnung trainieren: Werfen Sie ein begehrtes Leckerchen oder Spielzeug in die Box und lassen es vom Hund heraus­holen. Anfangs liegt die Belohnung vorn, sodass er noch nicht ganz in die Box hinein muss, später weiter hinten. Klappt das, kann man mehr Futter in die Box legen, sodass der Hund eine längere Zeit darin bleiben muss. Im nächsten Schritt darf der Hund einen Kauknochen in der Box verzehren. Will er die Box damit verlassen, nimmt man den Knochen wieder ab, er darf ihn nur in der Box behalten. Geht der Hund nun ohne Zögern in die Box, kann man die Tür zum ersten Mal schließen, allerdings nur kurz. Die Zeit, in der die Tür verriegelt ist, sollte man lang­sam steigern, dabei aber in der Nähe bleiben. Der Hund darf nicht das Gefühl bekommen, weggesperrt zu werden.

... und will beachtet werden

Was kann ich tun, wenn der Hund im Auto ständig bellt?

Viele Hunde können es einfach nicht ertragen, dass sie nicht beachtet werden. Normaler­weise beschäftigt sich der Mensch den ganzen Tag immer wieder mit seinem Hund, spricht pausenlos auf ihn ein und liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Und nun soll der Hund hinten im Auto warten, während sich der Mensch auf den Verkehr konzentriert. Diese Ignoranz ist der Hund nicht gewohnt. Und so fängt er an, auf sich aufmerk­sam zu machen, erst durch leises Fiepen, dann durch forderndes Jaulen und Bellen. In einem solchen Fall sollte man den Hund voll­kommen ignorieren. Jede Reaktion würde ihn bestärken. Selbst Schimpfen ist letzt­endlich eine Form der Aufmerk­samkeit.

Einige Hunde sind im Auto sehr hibbelig. Woran liegt das?

Es kann sein, dass der Hund sehr unruhig ist, vielleicht auch bellt, weil er weiß, dass nun bald etwas Spannendes passiert, denn häufig wird ein Hund nur dann im Auto mitgenommen, wenn es zum Spazieren geht. Mein Tipp lautet: Fahren Sie oft mit Ihrem Hund an eine Stelle, an der einfach nichts passiert. Sie können sich zum Beispiel eine Zeitung mitnehmen und gemütlich im Auto sitzen und lesen. Wenn sich Ihr Hund nach einiger Zeit beruhigt hat und hinlegt, fahren Sie wieder nach Hause und beenden das Training.

Was kann man tun, wenn dem Vier­beiner beim Fahren ständig übel wird? Helfen Medikamente?

Bei Reise­übel­keit sollte man auf Training statt auf Medikamente setzen. Oft lernt ein Welpe das Auto­fahren erst kennen, wenn er von den neuen Haltern abge­holt wird. Die Aufregung über die Trennung von Mama zusammen mit dem unbe­kannten Schaukeln führen dann dazu, dass sich der Kleine übergeben muss. Und das prägt sich in sein Gedächt­nis ein, sodass ihm auch später immer schlecht wird. Viele junge Hunde besitzen zudem einen sensiblen Gleichgewichts­sinn. Mit dem richtigen Training, ange­fangen mit kurzen Fahrten, gewöhnen sich die Hunde aber häufig an das Schaukeln des Autos. Zudem sollte man den Hund vor der Fahrt nicht füttern.

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