Die Ernährung des Hundes: Fragen, Mythen und Märchen

Sind Suchts­toffe in Fertigfutter?

Zwar kennt nur der Anbieter die genaue Rezeptur, aber Drogen sind in der Tier­futterproduktion definitiv verboten, oben­drein viel zu teuer und vor allem über­flüssig, sagen Experten. Hunde fressen, was ihnen schmeckt – manchmal derart gierig, dass sie danach sogar erbrechen müssen.

Steckt Tiermehl im Hundefutter?

Tiermehl aus Kada­vern oder aus BSE-Risikomaterial wie Gehirn und Rückenmark ist tabu. Verwendet wird Fleisch­mehl etwa aus Fett, Knochen und Innereien, aber kein Magen- und Darm­inhalt. Das Fleisch­mehl darf auch nur von Schlacht­tieren stammen, die der Amts­tier­arzt für den menschlichen Verzehr freigegeben hat.

Auch Borsten, Knorpel, Klauen?

Borsten und Klauen sind nicht enthalten, knorpelige Anteile schon, zum Beispiel vom Schlund. Das fressen Hunde aber auch frisch gern.

Braucht das Tier Vitamin­zusätze?

Bekommt der Hund ein optimal zusammengesetztes Allein­futter, sind zusätzliche Vitamine und Mineralien über­flüssig. Auch Vitamin K braucht er nicht extra, weil sich das im Darm bildet und von dort aufgenommen wird. Behauptungen, dass im Dick­darm nur Wasser und Mineralstoffe absorbiert werden, sind falsch. Dann würden auch Medikamentenzäpf­chen nicht wirken, was sie aber tun.

Sind Konservierungs­stoffe nötig?

Konservierungs­mittel schützen vor dem Schlecht­werden durch Bakterien, Hefen und Pilze. Sie sind nur nötig, wenn das Futter mehr als 14 Prozent Wasser enthält. Trockenfutter hat meist weniger als 10 Prozent, braucht normaler­weise keine Konservierung, feuchtes Allein­futter (um die 80 Prozent Wasser­anteil) sehr wohl.

Schaden Antioxidantien?

Antioxidantien – futtermittel­recht­lich keine Konservierungs­stoffe – verhindern, dass Fett ranzig wird und das Futter unangenehm riecht. Fett­säuren sind aber unver­zicht­bar, Antioxidantien demnach auch. Ein Zuviel kann jedoch schädlich sein, im Extremfall Krebs fördern. Das gilt prinzipiell auch für natürliche Antioxidantien wie Vitamin E und Biofla­vonoide. Allerdings ist die gefähr­liche Dosis unterschiedlich.

Gibt es Futteral­lergien?

Ja. Durch­fall, Erbrechen und juckendes Fell können Symptome einer Unver­träglich­keit sein. Ob das tatsäch­lich am Futter liegt, lässt sich nur durch eine Ausschluss­diät fest­stellen. Der Hund bekommt dabei nur Spezialfutter mit einer für ihn bis dahin unbe­kannten Eiweiß­quelle, etwa nur mit Lamm. Das ist Sache des Tier­arztes.

Ist Selbst­gekochtes gesünder?

Beim Selberkochen ist es schwierig, die optimale Zusammenset­zung des Futters hinzubekommen. Auf alle Fälle müssen Mineralien und Vitamine dazu, nicht zu wenig, nicht zu viel. Wichtig ist eine genaue Rations­berechnung. Fragen Sie den Tier­arzt. Sonst drohen besonders Welpen Schäden fürs Leben.

Ist Barfen gut?

Wer ausschließ­lich rohe Frisch­kost (etwa Fleisch, Gemüse, Obst) füttert, riskiert Mangel­erscheinungen wie beim Selberkochen. Hinzu kommt, dass rohes Fleisch oft verkeimt ist. Vier­beinige Rohköstler scheiden vermehrt Salmonellen aus – Vorsicht bei Kindern und Kranken im Haushalt.

Brauchen alte Hunde Extrafutter?

Spezielles Futter für Senioren enthält weniger Phosphor, was bei Tieren mit Nierenschäden wichtig ist und was Harn­steinen vorbeugt.

Schaden Essenreste?

Ab und an ist nichts gegen Essenreste einzuwenden, wenn die übliche Futterration dann etwas dürftiger ausfällt. Kommen sie zusätzlich in den Fress­napf, machen sie auf Dauer dick.

Feucht­futter oder Trockenfutter?

Haupt­sache, es schmeckt – dem Tier und dem eigenen Geldbeutel.

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