Hot Stone, Ayurveda & Co Special

Klangmassage, Hot Stone oder Lomi Lomi Nui mit Hawaii-Musik? Well­ness-Massagen zur Entspannung gehören mitt­lerweile zum festem Angebot vieler Spas und Well­ness­hotels. Je nach Massage-Form entscheiden sich Ablauf und Hilfs­mittel aber entscheidend, mal kommen Öl, mal Klang­schalen zum Einsatz. test.de sagt, was Well­ness­massagen leisten können, welche Unterschiede es gibt und worauf Kunden unbe­dingt achten sollten.

Mini­urlaub für Körper und Seele

Sie dient als Auszeit nach einem anstrengenden Arbeits­tag, zur Muskello­ckerung oder als Mini­urlaub für Körper und Seele: Wer eine exotische Massage wie die Lomi Lomi Nui oder Hot Stone Massage bucht, möchte sich etwas Gutes tun, einfach mal loslassen. Während Physio­therapeuten im medizi­nischen Bereich konkrete Symptome wie Kopf- und Glieder­schmerzen behandeln, geht es bei den Well­ness­massagen vor allem ums Wohl­befinden, wie das eng­lische Wort Well­ness verrät.

Nackt oder angezogen?

Damit sich der Massierte wohl­fühlt, sollte die Anwendung zu seinen Wünschen passen. Öl, heißer Stein, Hawaii-Musik, nackt oder angezogen? Exotische Entspannungs­massagen unterscheiden sich in Ablauf und Hilfs­mitteln. Das zeigt ein Über­blick über hier­zulande oft angebotene Formen Massage-Anwendungen im Überblick. Was sie verbindet: Sie entstammen anderen Kulturen, haben oft sehr lange Traditionen. Sie gehören zu Vorstellungs­welten vom Zusammen­spiel zwischen Körper und Psyche, die vielen Deutschen eher fremd sind. Ausreichende wissenschaftliche Belege für die Wirk­samkeit gibt es nicht.

Masseur kein geschützter Begriff

Michael Preibsch vom Deutschen Verband für Physio­therapie stellt klar: „Well­ness­massagen dienen dem Wohl­fühlen und Entspannen.“ Dass die Branche gerade unter Physio­therapeuten keinen guten Ruf hat, liegt daran, dass manch ein Masseur seine Kunst in einem kompakten Wochen­endkurs erlernt. Den menschlichen Körper und seine Funk­tions­weise zu begreifen, erfordert aber oft viel mehr Zeit.

Vorsicht vor unseriösen Werbe­slogans

Auch Lutz Hertel vom Well­ness­verband betont: „Die Berührung der Haut ist nie unbe­denk­lich.“ Sie habe Zonen, die mit Nervenenden verbunden seien. Ein unqualifizierter Masseur könne im Ernst­fall mehr schaden als helfen. Gut zu wissen: Weder „Masseur“ noch „Therapeut“ sind in Deutsch­land geschützte Begriffe. Titel wie „Diplom-Masseur“ oder „ärzt­lich geprüft“ sollten also hell­hörig machen. Auch Werbe­slogans wie „Lässt Sie 20 Jahre jünger aussehen“ seien unseriös.

Tipp: Die Experten vom Well­ness­verband empfehlen, sich auch für eine Well­ness­massage an „Staatlich geprüfte Physio­therapeuten“ oder „Staatlich geprüfte Masseure und Medizi­nische Bademeister“ zu halten. Ihre Ausbildung gewähr­leistet unter anderem medizi­nisches Grund­wissen und sorgt dafür, dass klassische Massa­gearten ordentlich erlernt werden. Ihr Behandler sollte auch eine Zusatz­qualifikation in der angebotenen Sonderform der Massage nach­weisen können. „Ein guter Masseur erläutert, bevor es losgeht, Ablauf, Wirk­weise und Zielset­zung der Massage“, sagt Hertel.

Phase des Ausklingens wichtig

Jede Massage hat eine erkenn­bare Struktur: Die Griffe sind zuerst oft sanft, werden dann intensiver und klingen am Ende aus. Die Behand­lung sollte ruhig verlaufen, ohne Zeit­druck. Niemand darf sie stören. Eine Phase des Ausklingens, die auch außer­halb des Behand­lungs­raums statt­finden kann, sollte immer dazu­gehören.

Tipp: Die Preise variieren. Als Faust­regel gilt ein Euro pro Minute. Krankenkassen über­nehmen dafür keine Kosten. Sie zahlen nur ärzt­lich verordnete Massagen.

Bei Schmerzen nicht sinn­voll

Bei chro­nischen oder akuten Schmerzen ist eine medizi­nische Massage angeraten, verordnet vom Arzt. Auf eigene Faust eine Well­ness­massage zu buchen, ist dann keine gute Idee. Michael Preibsch sieht auch den Well­ness­masseur in der Pflicht, nach­zufragen. „Von Kunden mit Rücken­schmerzen muss er seine Hände lassen.“

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