Hospize und Palliativdienste

Was ist das?

An wen richtet sich das Angebot?

Was kann der Dienst leisten?

Wer trägt die Kosten?

Wie kann man den Dienst
in Anspruch nehmen?

Wo liegen die Grenzen?

Worauf ist bei der Inanspruch-
nahme zu achten?

Was ist das?

An wen richtet sich das Angebot?

Was kann der Dienst leisten?

Wer trägt die Kosten?

Wie kann man den Dienst
in Anspruch nehmen?

Wo liegen die Grenzen?

Worauf ist bei der Inanspruch-
nahme zu achten?

Ambulante
Hospiz-
dienste

Ambulante Besuchsdienste. Psychoso­zial geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter besuchen Menschen in der letzten
Lebensphase und ihre Angehörigen zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen,
Krankenhäusern und stationären Hospizen.Bundesweit etwa 1 300 Dienste.

Schwerkranke und
sterbende Menschen und ihre Angehörigen.

Wesentliches Element der ambulanten Hospizarbeit ist die Sterbebegleitung. In Gesprächen
begleiten sie die Betroffenen in der Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben, Tod, Abschied und Trauer, unterstützen sie bei der Bewältigung unerledigter Probleme und geben spirituellen Beistand. Meist koordinieren hauptamtliche Mitarbeiter mit entsprechender fachlicher Qualifikation die
Tätigkeit der ehrenamtlichen Kräfte und die Zusammenarbeit mit anderen Diensten.

Für Patienten und Angehörige kostenlos.
Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen
über Spenden, teilweise über Fördermittel.

Patienten oder Angehörige können selbst
Kontakt aufnehmen. Kaum Wartezeiten.
Adressen über die Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (siehe Seite 89).

Pflegeleistungen sowie Hausarbeit werden
von ambulanten Hospizdiensten nicht
übernommen. Keine ständige Rufbereitschaft für betreute Klienten. Besuchsfrequenz
durchschnittlich ein- bis zweimal in der Woche für zwei bis drei Stunden.

Die in den Bundes-/Landesarbeitsgemein
schaften Hospiz organisierten Dienste richten sichin der Regel nach den dort erarbeiteten
Qualitätskriterien. Diese sind noch nicht
für alle ambulanten Hospizdienste verbindlich.

Ambulante
Palliativ-
dienste 1

Medizinische oder pflegerische Dienste. Spezialisierte Ärzte oder Pfleger betreuen schwerkranke Menschen in der letzten Lebensphase, meist Krebspatienten. Sie betreuen die Kranken entweder direkt oder beraten Ärzte und Pflegedienste (Konsiliardienste). Nur geringe
Anzahl solcher Dienste verfügbar.

Patienten mit schweren Krankheitssymptomen, die neben der Betreuung durch (Haus-)Ärzte und Pflegedienste zusätzlich unterstützt werden müssen, die jedoch keine stationäre Behandlung im Krankenhaus oder Hospiz brauchen.

Sie ermöglichen Patienten, unter Wahrung einer bestmöglichen Lebensqualität auch ihre letzte
Lebenszeit ihrem Wunsch gemäß zu Hause zu verbringen. Wichtige Voraussetzungen sind eine
gute Schmerztherapie und Symptomkontrolle, die Sicherheit einer jederzeit verfügbaren medizinischen und pflegerischen Betreuung, die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte, die weitgehende
Bewahrung von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit und die Möglichkeit, die verbleibende
Lebenszeit den eigenen Bedürfnissen und Erfordernissen entsprechend zu gestalten. Die haupt­amtlichen examinierten Pflegekräfte verfügen über eine dreijährige Ausbildung sowie eine Weiter-
bildung für Palliativpflege, die Ärzte über eine palliativmedizinische Zusatzqualifikation und
große Erfahrung in der Betreuung Schwerkranker und Sterbender.

Für Patienten und Angehörige kostenlos.
Die Finanzierung der Dienste ist weitgehend ungeklärt. Vereinzelt tragen Kranken- und
Pflegekassen die Kosten, oft unterstützen
gemeinnützige Organisationen die Arbeit.

Die Inanspruchnahme eines ambulanten Palliativdienstes erfolgt in der Regel auf Überweisung oder Verordnung eines niedergelassenen Arztes oder Klinikarztes. In Ausnahmefällen können Patienten oder Angehörige selbst Kontakt mit dem Dienst aufnehmen.

Die Angebote reichen von Beratungsleistungen über Pflege bis hin zur umfangreichen medizinischen Versorgung.

Es gibt derzeit keine bindenden Qualitätskri­terien für ambulante Palliativdienste.
Auf jeden Fall sollten eine ständige Rufbereitschaft und die enge Kooperation mit
ergänzenden Angeboten gewährleistet sein.

Stationäre
Hospize

Eigenständige Pflegeeinrichtungen mit 6 bis 16 Betten, unabhängig vom Krankenhaus oder Seniorenheim. Mit ihrer räumlichen Gestaltung und ihrer personellen Ausstattung gehen sie auf die besonderen Bedürfnisse von Patienten in der letzten Lebensphase ein. Sie kooperieren mit ambulanten ehrenamtlichen Hospizdiensten. Bundesweit 117 Hospize sowie 7 Hospize für Kinder und Jugendliche.

Stationäre Hospize betreuen Patienten, deren ambulante Betreuung im gewohnten Wohnumfeld nicht (mehr) möglich ist, die aber keine stationäre Behandlung im Krankenhaus brauchen oder wünschen.

Stationäre Hospize wollen Menschen mit absehbar kurzer Lebenszeit ein würdevolles, selbstbestimmtes und erfülltes Leben bis zuletzt ermöglichen. Durch eine sehr gute personelle und wohnliche
Ausstattung und das Eingehen auf unterschiedliche Bedürfnisse soll denjenigen Patienten ein Raum zur individuellen Gestaltung der letzten Lebensphase gegeben werden, die nicht in ihrem gewohnten Wohnumfeld versorgt werden können. Sie werden rund um die Uhr von examinierten Pflegekräften versorgt. Der Schwerpunkt liegt in der palliativpflegerischen, psychosozialen und spirituellen Betreuung und in der Überwachung palliativmedizinischer Maßnahmen. Pflegerisch geschultes hauptamtliches Personal wird durch ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt. Die medizinische Betreuung wird überwiegend durch niedergelassene (Haus-)Ärzte sichergestellt.

Zum größten Teil die Krankenkasse und,
sofern eine Pflegestufe vorliegt, die Pflegekasse. Eigenanteil des Patienten je nach
Tagessatz des Hospizes bis zu 50 Euro pro Tag (kann sich um zirka 40 Euro erhöhen, wenn keine Pflegestufe vorliegt). Etwa 10 Prozent der Kosten müssen vom Hospiz selbst aufgebracht werden.

Die Aufnahme ins stationäre Hospiz erfolgt auf Wunsch des Patienten. Die Notwendigkeit der Einweisung muss ein Arzt bestätigen. Eine Verlegung aus einer stationären Pflegeeinrichtung in ein stationäres Hospiz ist nur in Ausnahmefällen möglich und muss vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen empfohlen werden.

Es werden nur Menschen mit absehbar kurzer Lebenszeit mit einer schweren Krankheit
betreut. Zum Teil müssen Wartezeiten bis zu mehreren Wochen in Kauf genommen werden.

Stationäre Hospize unterliegen strengen
Qualitätskriterien. Nach Möglichkeit sollte eine Besichtigung vor der Aufnahme stattfinden. Günstig ist es, sich über die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung informieren zu lassen.

Palliativ-
stationen 1

Palliativstationen sind eigenständige Krankenhausstationen unter ärztlicher Leitung. Sie behandeln, betreuen und
begleiten Patienten in der letzten Lebensphase. Sie verfügen in der Regel über
spezialisiertes ärztliches und Krankenpflegepersonal, das ausschließlich für diese Patienten zuständig ist.

Bundesweit rund 100 Palliativstationen.

Betreut werden Patienten mit schwerwiegenden Symptomen und akuten medizinischen Problemen, die unter ambulanten
Bedingungen nicht
beherrscht werden können.

Ziel ist, krankheits- und therapiebedingte Beschwerden zu lindern und die Krankheits- und
Betreuungssituation der Betroffenen so zu stabilisieren, dass sie wieder in ihr gewohntes Umfeld entlassenwerden können. Zudem werden nur dann diagnostische oder therapeutische Maßnahmen angewandt, wenn sie dem Willen des Patienten entsprechen und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine positive Auswirkung auf seine Lebensqualität haben. Charakteristisch für die
Palliativstation ist die unmittelbare Zusammenarbeit der spezialisierten Ärzte mit Pflegern,
Sozialarbeitern, Seelsorgern, Psychologen und weiteren Therapeuten, ergänzt durch ehrenamtliche
Hospizhelfer. Die räumliche Gestaltung dieser Einrichtungen ist in der Regel wohnlicher und die
Gesamtatmosphäre ruhiger als auf einer regulären Krankenhausstation.

Die entstehenden Kosten trägt die Krankenkasse, Patienten zahlen den krankenhaus­üblichen Eigenanteil von 10 Euro pro Tag
(für maximal 28 Tage im Jahr).

Eine Überweisung durch einen niedergelassenen Arzt oder Klinikarzt ist in der Regel erforderlich.

Der Aufenthalt dient der Behandlung akuter Beschwerden und der Klärung einer angemessenen und notwendigen Anschlussbetreuung, möglichst zu Hause. Eine pflegerische Betreung bis zum Tod des Patienten ist nicht vorgesehen. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt
14 Tage (gegenüber 8 Tagen auf internistischen Normalstationen).

Aufgrund der komplexen Problemstellungen verfügen Palliativstationen über qualifiziertes Personal und eine großzügige Raumausstattung. Es handelt sich aber um Behandlungs­einrichtungen, nicht um Pflegestationen. Daher sollten bei der Einweisung mit dem Haus- oder Klinikarzt die Erwartungen und dringenden Probleme eingegrenzt und besprochen werden.

    • 1 Palliativmedizin: Verbesserung der Lebensqualität von unheilbar Kranken durch Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Atemnot oder Verhütung von Komplikationen. Die meisten Patienten haben Krebs, aber auch andere Patienten mit verkürzter Lebenserwartung können palliativmedizinisch betreut werden.