Schmerztherapie: Aktiv am Leben teilnehmen

Schmerzen lindern. Schmerzen zählen zu den häufigsten Symptomen von Krebspatienten. Sie können unabhängig vom Stadium der Tumorerkrankung auftreten und sind nicht immer ein Zeichen für das Endstadium der Erkrankung. In fortgeschrit­tenen Krankheitssta­dien leiden allerdings zwischen 75 und 90 Prozent der Patienten unter Schmerzen. Die Schmerztherapie rückt dann ins Zentrum der Behandlung. Das ist eine wichtige Aufgabe der Palliativmedizin. Sie will die Lebensqualität von unheilbar Kranken vor allem durch eine schmerzlindernde Behandlung verbessern.

Individuell abgestimmt. Sowohl der Tumor und seine Tochtergeschwülste können die Schmerzen direkt auslösen, aber auch die Krebstherapie kann Schmerzen verursachen. Der Tumor kann außerdem auf die umliegenden Nerven drücken oder ins Nervengewebe hineinwachsen. Die psychi­sche Belastung durch die Krebserkrankung kann zusammen mit Verzweiflung, Angst und Depression die Schmerzempfindung bis ins Unerträgliche steigern. Bei der Schmerzbehandlung müssen auch diese Aspekte berücksichtigt werden. Jeder Patient und jede Schmerzart brauchen ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept.

Therapie. Die Therapie von Tumorschmer­zen beruht auf Empfehlungen der Weltge­sundheitsorganisation (WHO). Unter an­de­rem sollen die Patienten Schmerzmittel nicht nur sporadisch, sondern dauerhaft und zu festen Zeiten einnehmen. Die Wahl der Medikamente richtet sich entsprechend der Stärke der Schmerzen nach dem dreistufigen WHO-Schema:

  1. Reguläre Schmerzmittel
  2. Schwach wirksame Opioide
  3. Stark wirksa­me Opioide

Opioide beeinflussen die Schmerzweiterleitung und -verarbeitung in den Nervenbahnen und im Gehirn. Sie werden meist mit einem Schmerzmittel kombi­niert. Anhaltende Schmerzzustände erfordern oft zusätzlich eine Begleitbehandlung mit Medikamenten, die nicht eigentlich schmerzstillend wirken, aber die Schmerzwahrnehmung verringern. Dazu gehören beispielsweise Antidepressiva.

Entgegen landläufiger Meinung. Starke Opioide wie Morphin oder Fentanyl machen nicht abhängig, verändern nicht das Be­wusstsein und verkürzen nicht das Leben. Sie tragen dazu bei, dass Patienten meist schmerzfrei und aktiv am Leben teilnehmen können. In Sachen Schmerztherapie ist allerdings das Wissen vieler Ärzte unzureichend.

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